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Unterstützungsbereich
Den Aufmarsch organisieren

JSEC – Wegbereiter in der NATO

Das Allied Joint Support and Enabling Command (JSEC) in Ulm ist dafür verantwortlich, schnelle Truppen- und Materialtransporte in Europa zu ermöglichen. Das JSEC wird durch die NATO geführt, die deutschen Anteile gehören organisatorisch zum Unterstützungsbereich der Bundeswehr.

Mehrere beige Panzer hintereinander auf einem Zug

Bundeswehr/Alyssa Bier

Das JSEC bereitet Pläne für unterschiedliche Lagen vor und koordiniert die Unterstützungsleistung der NATO-Streitkräfte, um bei einem Bündnisfall die multinationalen Truppen in Europa schnell und sicher an deren Ziel bringen zu können. 

In der NATO-Kommandostruktur gibt es drei operative Führungskommandos, Joint Force Commands genannt: das JFC Brunssum in den Niederlanden, das JFC Naples (Neapel) in Italien und das JFC Norfolk an der Ostküste der USA. Diese sind für die Verteidigung des Bündnisses in unterschiedlichen Regionen zuständig. Das JSEC gewährleistet, dass die von NATO-Staaten bereitgestellten militärischen Fähigkeiten rechtzeitig im jeweiligen Einsatzraum zur Verfügung stehen, um die operativen Hauptquartiere optimal zu unterstützen. Wollen mehrere Nationen gleichzeitig dieselbe Route durch europäisches Bündnisgebiet nutzen, wird im JSEC nach militärischen Erfordernissen priorisiert und entschieden. Die Entscheidungsgrundlage bildet hierbei die Verteidigungsplanung der NATO.

Was hat das mit Deutschland zu tun?

Aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in Europa kommt Deutschland hier eine herausragende Rolle zu. Während Soldatinnen und Soldaten in der Regel per Flugzeug in den Einsatzraum verlegt werden, erfolgt der Transport von Kampf- und Schützenpanzern, Führungs- und Transportfahrzeugen sowie anderem Gerät und Materialcontainern überwiegend auf dem Wasserweg sowie per Schiene. Straßenmärsche über weite Distanzen sind für Mensch und Material eine erhebliche Belastung und werden daher nach Möglichkeit vermieden. Sollte jedoch die Transportkapazität per Schiff oder Bahn nicht ausreichen, bleibt der Straßenmarsch oft als letzte Option, um Truppen an ihren Einsatzort zu bringen. In dieser Funktion agiert Deutschland als zentrale Drehscheibe für alliierte Kräfte, über die sowohl Material als auch Truppen an ihre Zielorte, beispielsweise die NATO-Ostflanke, verteilt werden.

Ein Hafen. Im Vordergrund eine Laderampe, im Hintergrund viele Militärfahrzeuge.

Transatlantisch und quer durch Europa: In Krisensituationen müssen Truppen und Material schnell und effizient an ihre Einsatzorte gelangen

Bundeswehr/Susanne Hähnel

Unterstützung aus einer Hand

Deutschlands zentrale Lage in Europa ist für das JSEC essenziell. Im Bündnisfall müssen innerhalb von 180 Tagen bis zu 800.000 Soldatinnen und Soldaten der NATO-Streitkräfte mit ihren Waffensystemen und ihrem Material schnellstmöglich durch Deutschland an die Außengrenzen transportiert beziehungsweise bei ihrem Aufenthalt in Deutschland versorgt werden. Als deutscher Ansprechpartner für das JSEC fungiert das Operative Führungskommando (OFK). Mit diesem koordiniert das JSEC sämtliche Truppen- und Materialbewegungen in und durch Deutschland. Doch für einen Ernstfall an der Ostflanke der NATO genügt das nicht. Da die Zuständigkeit des JSEC sich über gesamt Europa erstreckt, koordiniert es die Truppenbewegung nicht nur mit dem OFK in Deutschland, sondern mit sämtlichen anderen zuständigen Kommandos der jeweiligen europäischen Staaten – eine planerische Mammutaufgabe für das JSEC.

Luftaufnahme einer militärischen Zeltstadt. Im Hintergrund ländliche Szenerie.

Mobil wie die Truppe selbst: Das JSEC liefert bedarfsgerecht flexible Kommandostrukturen und Einsatzbereitschaft

Bundeswehr/MN CmdOp
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