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EU-Hauptquartier in Ulm

MN KdoOpFü – Operative Führung für multinationale Einsätze und Übungen

An der Schnittstelle zwischen EU und NATO stellt das Multinationale Kommando Operative Führung (MN KdoOpFü) in Ulm ein militärstrategisches Hauptquartier für Einsätze und Übungen zur Verfügung. Mit seinen Planungskapazitäten, Fähigkeiten und seiner Expertise stärkt es die Handlungs- und Krisenreaktionsfähigkeit der EU.

Soldaten in unterschiedlichen Uniformen besprechen sich auf einer Gleisanlage.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Das MN KdoOpFü ist in der Lage, auch bei kurzfristigem Bedarf die Führung einer EU-Mission auf militärstrategischer Ebene zu übernehmen. Dies umfasst nicht nur die Bereitstellung von Stabs- und Planungskapazitäten, sondern auch die notwendige Infrastruktur sowie IT- und führungsunterstützende Elemente. Darüber hinaus kann das Kommando als sogenanntes Joint Logistics Support Group Headquarter fungieren und mobile logistische Kapazitäten bis auf die taktische Ebene zur Unterstützung einer Task Force bereitstellen. 

All diese Fähigkeiten stellt das MN KdoOpFü den EU-Mitgliedstaaten für ihre Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) bereit. Innerhalb der EU ist das Kommando damit – vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Forderung der US-Regierung, sicherheitspolitisch eigenständiger zu werden – ein Baustein, um Sicherheit in Europa stärker selbst garantieren zu können. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas brachte diese europäische Ambition im März 2025 so auf den Punkt: 

 Seien wir auf das Schlimmste vorbereitet, um den Frieden in Europa zu verteidigen. 

Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung des MN KdoOpFü. Denn es liefert entscheidende militärische Leistungen, die für ein „sicherheitspolitisches Erwachsenwerden“ Europas gebraucht werden.

Enge Zusammenarbeit mit der NATO

Eine permanente Aufgabe des MN KdoOpFü ist die Zusammenarbeit mit dem NATO-Kommando JSEC in Ulm. Es stellt Stabs- und Planungskapazitäten zur Verfügung, um die Effizienz und Effektivität der Unterstützungskräfte in multinationalen Einsätzen zu gewährleisten. In der Vergangenheit hat das MN KdoOpFü bereits die NATO Response Force und die schnelle Eingreiftruppe der NATO (Very High Readiness Joint Task Force, VJTF) unterstützt. Zukünftig wird es dies auch für die im Juni 2024 aufgestellte Allied Reaction Force (ARF) tun sowie permanent das JSEC unterstützen. 

Bei der Führung multinationaler und teilstreitkraftgemeinsamer Einsätze und Übungen für die EU sowie die NATO hat sich das MN KdoOpFü eine einzigartige Expertise erarbeitet. Ein bedeutender Meilenstein in dieser Entwicklung war die Zertifizierung als Joint Task Force Headquarter der NATO im Jahr 2018. Derzeit leisten Soldatinnen und Soldaten aus acht Nationen im MN KdoOpFü ihren Dienst, was die Einbindung der Bundeswehr in die Strukturen der EU und der NATO gleichermaßen fördert und das Kommando in der Bundeswehr einzigartig macht.

Soldaten in einem Büro an Schreibtischen. Einer erklärt etwas an einer Karte an der Wand.

Das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm koordiniert im Ernstfall Truppen aus unterschiedlichen Nationen

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Multinationales Kommando zwischen EU und NATO

Der Befehlshaber des MN KdoOpFü, Generalleutnant Kai Rohrschneider, führt in Ulm Soldatinnen und Soldaten aus unter anderem Deutschland, Österreich, Tschechien, Rumänien, Luxemburg, Finnland und Ungarn. Im Zentrum des Kommandos steht der Bereich Operationen, der sowohl mit Planungsfähigkeiten als auch mit Ausbildungs- und Übungskapazitäten und Fähigkeiten des Militärischen Nachrichtenwesens ausgestattet ist. Diese umfassende Ausstattung ermöglicht es dem Kommando, flexibel auf verschiedene Einsatzszenarien zu reagieren und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Nationen zu optimieren, was für die erfolgreiche Durchführung multinationaler Einsätze von entscheidender Bedeutung ist.

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