Innere Führung mit „Spießen“

Innere Führung mit „Spießen“

  • Ausbildung
  • Zentrum Innere Führung
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Die Spieße waren in Koblenz – eine Woche haben mehr als 20 Kompaniefeldwebel am Lehrgang „Innere Führung mit Spießen“ am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr teilgenommen. Sie haben sich intensiv mit Ihrer Verantwortung als Kompaniefeldwebel auseinandergesetzt, auch im Sinne der Inneren Führung, die im Dienstalltag – zuhause und im Einsatz – gelebt, erlebt und vorgelebt werden soll.

Mehrere Kompaniefeldwebel in einer Teambuildingmaßnahme

Lehrgang - Innere Führung mit "Spießen" am ZInFüZentrum für Innere Führung in Koblenz

Bundeswehr / Fabian Schier

Wir nutzen die Gelegenheit, um mit zwei Lehrgangsteilnehmern über den Lehrgang und ihren Dienst als Kompaniefeldwebel zu sprechen - Frau Hauptbootsmann Dorothea Sandtner, „Spieß“ im Sanitätsunterstützungszentrum Wilhelmshaven und Herr Stabsfeldwebel Jens-Peter Goes, „Spieß“ im Bataillon Elektronische Kampfführung 912.

Nicht nur Kompaniefeldwebel

Lehrgangsteilnehmer müssen gemeinschaftlich einen 3 Meter lagen zebrechlichen Gliderstab transportieren

Hier sind Kreativität und Zusammenarbeit gefragt - Eine Gemeinschaftsaufgabe

Bundeswehr / Fabian Schier

Beide sammelten schon Erfahrungen in ihren Einheiten als Kompaniefeldwebel. Und beide sind in Ihrem Dienstalltag mit einigen Themen des Lehrgangs schon in Berührung gekommen. Im Lehrgang selbst, hatten sie jetzt die Möglichkeit persönliche Erfahrungen einzuordnen, zu bewerten und ihr bisheriges Wissen zu vertiefen. Das hilft bei den vielfältigen Herausforderungen, die Ihnen Ihr Dienst abverlangt.„Nebenaufgaben, […] was dazu führt, dass mein eigentlicher Auftrag des Kompaniefeldwebels liegen bleibt“, so Hauptbootsmann Dorothea Sandtner. “Das versucht man dann über Zeit zu kompensieren, die man hinten dranhängt.“

Stabsfeldwebel Jens-Peter Goes ist ebenfalls oft am Schreibtisch gebunden, jedoch versucht er täglich Zeit für seine Soldaten Zeit einzuräumen: „Ich habe noch täglich die Chance in die Bereiche zu gehen und persönliche Gespräche mit den Soldaten zu führen.“ Nebenaufgaben nimmt er aber auch gerne wahr, schließlich „braucht man auch ein bisschen Abwechslung“.

Herausforderungen meistern

Ein Lehrgangsteilnehmer soll eine Kugel aus einer einen Meter langen Plastikröhre puntktgenau auf einem Tisch platzieren

Neue Herausforderungen erfordern neue Lösungsansätze

Bundeswehr / Fabian Schier

Aber es kommen noch andere Herausforderungen auf die beiden Kompaniefeldwebel zu. „Meiner Wahrnehmung nach, haben wir auch sehr viele Leute, die belastet sind auf Grund der Aufträge und an einigen Stellen spielt dann auch noch das private Umfeld mit rein und da muss man als Spieß ein offenes Ohr für haben,“ so Stabsfeldwebel Jens-Peter Goes.

 „Es ist mir wichtig,“ ergänzt Hauptbootsmann Dorothea Sandtner, „wenn Bedarf da ist, dass die Soldaten wissen, sie können kommen.“ Sie selbst hat positive Erfahrungen mit der Inneren Führung gemacht. „Es wurde mir vorgelebt.  Der Hauptfeldwebel, das war eine Persönlichkeit, der hat geführt, hat mich angeleitet, hat mich mitgenommen.“ Ihrer Meinung nach kommt jedoch diese militärische Erfahrung oft zu kurz. Denn bevor man ins Sanitätsversorgungszentrum kommt habe man „niemals richtig geführt und ist immer in der breiten Masse mitgelaufen.“ Stabsfeldwebel Goes fügte hinzu: „Führen kann man nur lernen, wenn man führt. Natürlich braucht man auch seine Lehrgänge, aber dann kann die Vollausbildung nur in der Truppe stattfinden und das geht nur durch vorleben und heranführen von jungen Kameraden.“

Konflikte gemeinsam bewältigen

Lehrgangsteilnehmer diskutieran angeregt.

Das Thema Konfliktmanagement in der Diskusion

Bundeswehr / Fabian Schier

Im Lehrgang wird auch das Thema „Konfliktmanagement“ diskutiert.  „Wir haben in Einheiten immer Konflikte, ob es persönliche sind, oder dienstliche,“ so Stabsfeldwebel Jens Peter Goes. „Wenn wir einen Kameraden haben, der gerne mehr machen möchte, da er der Meinung ist, er sei nicht ausgelastet. Hingegen sein Teileinheitsführer aber der Meinung ist, dass er es noch gar nicht kann. Kommt teilweise eine Trotzreaktion. (…) Und da habe ich es persönlich schon ein paar Mal gehabt, dass man sich mit den Leuten hinsetzt und ein Konfliktmanagement gemacht hat. Nicht immer nur als Moderator, sondern auch ich mit meinem Chef. Dann haben wir uns alle Bereiche angehört und sind bis jetzt immer zu guten Lösungen gekommen, weil alle profitiert haben. Der Lehrgang selbst wurde von beiden positiv und als wichtig wahrgenommen.

Stabsfeldwebel Goes ist der Meinung, dass der Lehrgang: „uns auf alle Fälle weitergebracht hat, man wird nie Dümmer auf einem Lehrgang, es hat sich gelohnt anzureisen. Es war ein sehr guter Lehrgang und könnte durchaus eine Woche länger gehen.“ Hauptbootsmann Sandtner fügte hinzu: „Ich schließe mich an, wir haben mit allen Sachen die besprochen oder gezeigt wurden, Berührungspunkte gehabt, aber eben nur Berührungspunkte. Hier ist man sehr gut auf das eine oder andere eingegangen. […] Auch wir wissen nicht alles, und ich brauche genauso die Hilfe und bin dann froh über solche Lehrgänge und bin auch der Meinung, er könnte ruhig zwei Wochen gehen.“

Innere Führung ist für mich…

Abschließend fragten wir noch beide Kompaniefeldwebel, was für sie Innere Führung ist:Innere Führung ist für mich…

Stabsfeldwebel Goes: „…miteinander reden, das tägliche vorleben des Soldatenseins, immer ein offenes Ohr zu haben und kameradschaftlich sein.“

Hauptbootsmann Sandtner: „…menschlich zu führen.“

von Maurice Schneider