Transkription "meIN FÜhrungsfahrzeug" - mit Generalmajor Carsten Breuer

Transkription "meIN FÜhrungsfahrzeug" - mit Generalmajor Carsten Breuer

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Oberstleutnant Tim Kullmann: Manchmal überschlagen sich die Ereignisse und davor ist auch die aktuelle Ausgabe von „MeIN FÜhrungsfahrzeug“ nicht gefeit gewesen. Deswegen habe ich mich hier mit Generalmajor Carsten Breuer getroffen, um nochmal ein zwei Dinge anzusprechen. Guten Tag Herr General.

Generalmajor Carsten Breuer: Herr Kullmann, grüß‘ Sie, hallo.

Tim Kullmann: Herr General, was ist denn in der Zwischenzeit passiert?

Carsten Breuer: Ja, Sie haben mich das letzte Mal ja chauffiert, von der Julius-Leber-Kaserne ins Bundeskanzleramt. Ich war ja der Leiter des Krisenstabes des Bundeskanzleramts. Naja#de und die Zahlen bei Corona sind einmal deutlich runter gegangen. Es war eigentlich keine Notwendigkeit mehr, dass wir operatives Krisenmanagement machen. Und zwar haben wir den Krisenstab aufgelöst. Naja, aufgelöst ist vielleicht ein bisschen falsch. Diejenigen die mitgearbeitet haben sind wieder in ihre eigentlichen Verwendungen und Aufgaben gegangen. Und der Bundeskanzler hat gesagt, dass auch ich zunächst einmal eine Auszeit vom Krisenstab nehmen soll. Und mehr ist es nicht. Der Krisenstab ist also „schlafengelegt“ worden.

Tim Kullmann: Aber so eine richtige Auszeit haben Sie ja gerade nicht. Es tut sich ja auch so einiges innerhalb der Bundeswehr.

Carsten Breuer: Ja, unmittelbar nachdem wir dort zusammengesessen haben, gab es die Entscheidung der Ministerin, dass ein Territoriales Führungskommando in der Bundeswehr aufgebaut werden soll. Also eine zweite Säule neben dem Einsatzführungskommando was wir alle kennen. Das Territoriale Führungskommando wird in Zukunft für alle territoriale Aufgaben in der Bundeswehr auch verantwortlich sein.

Tim Kullmann: Und das wussten wir während der Fahrt im Führungskommando natürlich noch nicht.

Carsten Breuer: Und vor allen Dingen wussten wir nicht, dass die Ministerin dann auch sagt, dass ich den Aufstellungsstab dazu leiten soll. Und das tue ich im Moment und das ist gerade auch meine Aufgabe. Also insofern ein Wechsel vom Kanzleramt ins BMVgBundesministerium der Verteidigung. Vom Leiter Krisenstab zum Leiter Aufstellungsstab.

Tim Kullmann: Und damit schauen wir uns jetzt mal gemeinsam die aktuelle Folge „MeIN Führungsfahrzeug“ an.

Guten Tag Herr General.

Carsten Breuer: Herr Kullmann, grüß‘ Sie.

Tim Kullmann: Schön, dass Sie bei uns im Führungsfahrzeug sind.

Carsten Breuer: Freu mich drauf, das finde ich gut.

Tim Kullmann: Wir sind hier bei Ihnen Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Wo darf ich Sie denn heute hinfahren?

Carsten Breuer: Ins Bundeskanzleramt zu meiner derzeitigen Aufgabe.

Tim Kullmann: Da bin ich gespannt. So Herr General, da schauen wir mal, ob wir einfach so durch die Wache kommen. Oder ob die jetzt noch einen Fahrbefehl sehen wollen von mir.

Carsten Breuer: Das kann passieren. Aber Sie haben ja mich an Bord. Ich könnte es zumindest erklären.

Tim Kullmann: Okay. Schon der erste Fehler (lacht).

Carsten Breuer: Schon der erste Fehler, wenn der Kasernenkommandant jetzt hier gewesen wäre, hätten Sie hier nicht mehr wieder reinfahren dürfen.

Tim Kullmann: Ja Herr General, Ihr Gesicht ist ja sehr bekannt. Nicht nur in der Truppe, sondern auch in der Zivilbevölkerung. Wie gehen Sie damit um?

Carsten Breuer: Das war schon eine besondere Situation. Als ich da so kurz vor dem ersten Advent angerufen und gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, die Leitung des Corona-Krisenstabes zu übernehmen. In der Situation habe ich eigentlich nur an das Militärische gedacht, hab an die Funktion gedacht. Ich habe mir gar nicht richtig vorstellen können was da die Öffentlichkeit auch macht.

Tim Kullmann: Herr General, auch als Leiter vom Krisenstab. Wer ruft Sie eigentlich öfter an? Der Bundeskanzler oder der Gesundheitsminister?   

Carsten Breuer: Das ist schwer zu beantworten. Ich kann nur sagen, ich hatte den Bundeskanzler, als er mir diese Aufgabe übertragen hat, habe ich gefragt: Wie häufig wollen Sie mich eigentlich sehen? Und er sagte: Wenn wir uns nur einmal in der Woche sehen, ist mir das auf jeden Fall zu wenig. Lieber häufiger und kurz, als dass man jedes Mal in ein ganzes Briefing mit einsteigen müsste. Genauso habe ich ihn auch erlebt, in seiner Art und Weise zu agieren, genau das habe ich erlebt.

Beim Gesundheitsminister ist es ähnlich. Ich hatte nach der Regierungsbildung gedacht: naja, du bist jetzt schon in der Aufgabe, irgendwann muss dann auch die Verbindung mit dem Gesundheitsminister aufgenommen werden. Und ich hatte mir das für zwei Tage danach vorgenommen. Er rief am gleichen Tag noch an und sagte: Können wir uns dann unmittelbar treffen, damit wir unsere Arbeit abstimmen können? Also es ist eine sehr enge Abstimmung, war und ist vorhanden.

Beim Bundeskanzler kann ich sagen, ich bin für den Bundeskanzler jederzeit zu erreichen. Aber er für mich auch in Sachen Corona und das habe ich mehrfach ausprobieren können. Und das hat geklappt. Also wenn man nicht diesen kurzen Draht hat, dann hilft auch ein Corona-Krisenstab und der Leiter eines Krisenstabes nicht. Ich glaube unsere Durchschlagskraft entwickeln wir dadurch, dass wir eben direkt an den Bundeskanzler dann auch berichten. Dass er direkt hinterfragt und dass diese Informationen dann von ihm zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

Tim Kullmann: Man hat Sie glaube ich auch in der Presse als Corona-General betitelt oder genannt. Wie sind Sie zu der Aufgabe gekommen? War das ähnlich so Hoppla, wir brauchen jemanden, wen nehmen wir da, oder?

Carsten Breuer: Meine Adjutantin informierte mich darüber, dass der damalige Minister Scholz mit mir sprechen wollte. Ich hatte eher vermutet, dass es sich irgendwo um Amtshilfe drehen würde und wir konnten das aber nicht so genau sagen. Und als er dann anrief und mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte die Leitung des Corona-Krisenstabes zu übernehmen. Wie sagte es mein Stellvertreter anschließend, dem ich das berichtete: einer solchen Frage kann man eigentlich nur auf zwei Arten antworten, entweder mit „ja“ oder mit „ja, gerne“.

Tim Kullmann: Hatten Sie dann so eine Art Vorstellungsgespräch oder war das dann alles schon gesetzt?

Carsten Breuer: Ich glaube das war das Vorstellungsgespräch. Also dieses Telefonat. Ich denke, dass er vorher Informationen eingezogen hat, sich beschafft hat. Also es war nicht mehr so, dass ich mich gegen irgendeine Konkurrenz hätte durchsetzen müssen.

Tim Kullmann: Haben Sie auch Feedback aus der Bevölkerung bekommen? Ich sag mal, nicht einen Fan-Brief aber ein Dankesschreiben oder ein Dankeschön?

Carsten Breuer: Oh ja, das passiert ganz häufig und das erleben die Soldatinnen und Soldaten vor Ort am meisten. Die werden sehr schnell in ein Team mit integriert, egal ob im Gesundheitsamt oder in einem Pflegeheim. Gehören mit dazu und nachher ist der Abschied an der einen oder anderen Stelle mit auch tränenreich. Wahrscheinlich ist das noch häufiger passiert aber von zwei Fällen weiß ich auch, dass aus dem Amtshilfeeinsatz bei zwei Paaren eine feste Beziehung entstanden ist. Wenn Sie das als Dankeschön meinen, dann ganz bestimmt.

Wenn Sie das offizielle Dankeschön nehmen, ganz häufig, bin ich durch Landräte angesprochen worden oder wir haben wir Briefe von Landräten bekommen, die wirklich ausdrücklich dafür danken, dass die Bundeswehr, dass Soldaten gekommen sind, dass Bundeswehr aber auch immer Strukturen mitbringt, dass sie damit dann überhaupt in der Lage waren, diese für das ganze Land bedrückende Situation und außergewöhnliche Herausforderung auch zu bestehen.

Tim Kullmann: Herr General, wenn Sie ins Spiel kommen ist meistens Schneekatastrophe, Flutkatastrophe, es ist Corona. Können Sie „Krise“ besonders gut?

Carsten Breuer: Wir Soldaten können „Krise“. Wir sind ausgebildet, wir sind drauf eingestellt, wir sind in einem Zusammenspiel, dass man Krisen lösen kann. Krisen sind für uns Soldaten das Normale, sind das was zu Regelwerk dazu gehört. Und ich habe über die Jahre hinweg die Erfahrung gemacht, dass gerade dann, wenn man ein Team einsetzt und auch wenn der Neue mit dazu kommt, dass Soldaten eigentlich immer wieder in der Lage sind, sehr schnell genau diese Lage zu erfassen. Sehr schnell sich Mechanismen zu erarbeiten und dann ein Zusammenspiel an den Tag zu legen, was zur Lösung von Krisen deutlich beitragen kann.

Tim Kullmann: Wie war das denn vor einem Jahr, als die Flutkatastrophe im Ahrtal war? Wurden Sie sofort alarmiert? Wie kann ich mir das vorstellen?

Carsten Breuer: Ja, ich war an dem Tag auf dem Weg nach Bayern und bekam im Dienstfahrzeug auch die Mitteilung, dass dort über Nacht ein erheblicher Starkregen im Ahrtal war.

Wir haben uns dann kurzgeschlossen, und haben dafür gesorgt, dass wir hier auch hier im Kommando alles an Bereitschaft sofort hochgefahren haben. Für uns war klar, für mich war klar, dass wir auf jeden Fall zur Unterstützungsleistung mit herangezogen werden.

Als ich dann dort unten im Ahrtal ankam und erlebt und gesehen habe, wie es dort aussieht, hatte ich an einer Stelle das Gefühl, es ist eine Mischung aus meinem Einsatz im Kosovo 2003 und meinem Einsatz in Afghanistan 2014. Der Müll, der auf der Straße lag, das Sperrgut, das auf der Straße lag, die zusammengeschobenen Autos, ähnlich wie das im Kosovo war, und der Lehm und diese Lehmschicht, so wie man es aus Afghanistan kennt…

Also eine ganz bedrückende Situation auch. Macht was mit den Soldaten, die dort eingesetzt waren und da muss ich sagen, das hätte ich so auch nicht erwartet, aber wenn dann Soldaten eingesetzt werden, um Leichen aus Bäumen zu bergen, dann ist das etwas, wo vielleicht ein ziviler Helfer noch darauf eingestellt ist, gerade dann, wenn er noch im Rettungswagen fährt. Wir Soldaten ticken ja aber eigentlich so, dass wenn wir in einen Auslandseinsatz gehen, dann haben wir genau diese Erwartung, dass das auf uns zukommen kann. Dass wir mit Tod und Verwundung konfrontiert werden können. Wir haben diese Erwartung aber nicht, wenn wir in unserem Heimatland, in unserem Safe Haven, eingesetzt werden. Ich glaube, das war auch nochmal eine äußere Besonderheit für die Soldaten.

Tim Kullmann: Im Rahmen der Hilfe fürs Ahrtal war ja auch der Cyber Innovation Hub meines Wissens mit Ihnen im engen Austausch. Wie konnten die Kameraden Sie unterstützen?

Carsten Breuer: Also wir haben mit dem Cyber Innovation Hub schon weit vorher die Verbindung aufgenommen, aber das war dann im Ahrtal sicher nochmal ein Test. Es gibt ein Projekt, das heißt Prometheus, also künstliche Intelligenz, die eingesetzt wird um gerade in Katastrophen oder unmittelbar um Katastrophen herum auch in sozialen Netzwerken Informationen zu bekommen, darüber zu bekommen, wie es denn dort im Katastrophengebiet auch aussieht. Das hat der Cyber Innovation Hub mit uns aufgenommen und hat dort ein Tool entwickelt, das wir dort im Ahrtal schon das erste Mal mitnutzen konnten.

Wir bräuchten eigentlich mehr solcher Instrumente wie den Cyber Innovation Hub. Wir haben glaube ich viele Verfahren, wo wir aus guten Gründen immer wieder drinstecken, die aber auch Prozesse innerhalb der Bundeswehr gerade in der Beschaffung durchaus langsam machen. Der Cyber Innovation Hub bietet da eine Überholspur, da wo es gerade auch wirklich einen Unterschied machen kann. Immer dann, wenn wir in Krisen hineinschauen, da muss es schnell gehen, da muss man auch etwas in der Hand haben, was man jetzt, sofort und gleich umsetzen kann und nicht, was irgendwann mal in 10 Jahren eingeführt wird. Da hat der Cyber Innovation Hub einen deutlichen Schritt für uns gemacht. Ich habe die Zusammenarbeit wirklich als sehr zielführend dort erlebt. Klasse, dass es so eine Überholspur gibt.

Tim Kullmann: Darf man bei Ihnen auch mal einen Fehler machen?

Carsten Breuer: Wir sind Menschen und wir machen Fehler. Wichtig scheint mir zu sein, dass wir die Fehler, die wir machen, dass wir auch direkt daraus lernen und dass wir dann Fehler nicht wieder machen. Dass wir nicht in einen Modus hineinkommen, wo ein Fehler den nächsten jagt. Wir lernen aus unseren Fehlern, aber ich glaube wir müssen nicht unbedingt Fehler machen, um zu lernen. Genau das ist dieser Spagat, den man hinbekommen muss.

Tim Kullmann: Wie wichtig ist denn die Innere Führung, wenn wir schon bei dem Thema sind für Sie in Ihrer alltäglichen Arbeit?

Carsten Breuer: Innere Führung in der alltäglichen Arbeit – jetzt könnte ich sagen – spielt eigentlich keine Rolle, dann gucken Sie mich groß an und alle werden zucken dazu. Ich will es ein bisschen erklären: sie spielt deshalb für mich keine Rolle, weil sie vorher schon internalisiert worden ist, weil Menschen sie vorher hoffentlich dann schon richtig aufgenommen haben. Wenn ich sage Menschen, dann meine ich mich selbst auch. Innere Führung sollte uns durchdringen, so dass wir in Krisensituationen oder in Stresssituationen oder in Situationen wo es eben drauf ankommt, dass wir dann in der Lage sind auch so nicht nur zu funktionieren, sondern so zu agieren, dass wir Menschen auch zielgerichtet führen können. Das geht meiner Ansicht nach nur, wenn man sich vorher mit Werten auseinandergesetzt hat, wenn man sich mit Prinzipien auseinandergesetzt hat und dazu ist die Innere Führung mehr als nur ein Gerüst. Sie ist eigentlich integraler Bestandteil dafür, aber vorher.

Tim Kullmann: Wie schalten Sie denn ab von Ihrem Job, der sicherlich mehr wie nur die normale Regeldienstzeit ist?

Carsten Breuer: Ich koche sehr gerne, ich höre ganz gerne Musik und ich habe ein Lied, was mich schon seit Abiturzeiten begleitet und das ist Jump von Van Halen. Interessanterweise ist dieses Lied immer aufgetaucht, wenn in meiner Laufbahn, in meiner Karriere oder auch in meinem privaten Umfeld irgendwelche besondere Dinge passiert sind. Ich weiß auch nicht, warum das so ist, aber dieses Lied hat mich immer eingeholt. Es ist wirklich mein Lieblingslied und das ist auch etwas, wo ich eigentlich immer sofort abschalten kann.

Tim Kullmann: Ich kann ja mal gucken, vielleicht läuft es und dann wissen wir, dass demnächst irgendwas wieder passiert. (macht Radio an).

… Nein, ist es nicht.

Carsten Breuer: Klingt anders.

Tim Kullmann: Das ist nicht Van Halen.

Carsten Breuer: Jetzt hätten Sie mich aber auch stutzig gemacht.

Tim Kullmann: Das wäre gut vorbereitet gewesen.

Carsten Breuer: Genau.

Song „Jump“ von Van Halen spielt.

Tim Kullmann: Wird den Menschen vielleicht jetzt aufgrund der aktuellen Lage auch eher wieder bewusst, man braucht eigentlich auch Streitkräfte, um im schlimmsten Fall ja auch das Land verteidigen zu können oder unsere Werte?

Carsten Breuer: Wir neigen eigentlich dazu und das kann man in Deutschland über die letzten Jahre sehen, dass wir eigentlich nicht immer darauf gucken, was ist das Worst-Case-Szenario, was kann im schlimmsten Fall passieren, sondern dass wir immer wieder darauf gucken und Dinge beiseiteschieben und sagen, dass wird schon nicht so schlimm kommen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die glaube ich sehr stark auf Frieden ausgerichtet ist und das ist auch gut so. Das haben wir auch über die letzten Jahre so erlebt. Aber wir leben auch so, dass wir die Möglichkeit von Krieg immer beiseitegeschoben haben. Ich glaube das macht gerade die Betroffenheit, gerade vor dem Hintergrund des Angriffs auf die Ukraine, macht das auch dieses mehr als Unwohlsein, die Angst, die in der Bevölkerung ist, die Furcht, die in der Bevölkerung ist, das macht das aus.

Tim Kullmann: Stichwort „Einsatzfähigkeit“, „Kampftüchtigkeit“, das sind ja alles Dinge, die verstärkt in den Vordergrund rücken.

Carsten Breuer: Das ist absolut der Kernauftrag der Bundeswehr. Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf und genau darum geht es jetzt auch wieder.

Über Jahre hinweg haben wir Kräfte in die Auslandseinsätze gebracht. Auch das ist sicherlich ein Verteidigen von Werten gewesen. Jetzt ist es aber wieder unmittelbar spürbar und unmittelbar erlebbar. Ich glaube das macht den Unterschied aus. Der Kernauftrag ist wichtig. Alles andere ist sicherlich nur etwas, das zusätzlich dazu kommt.

Tim Kullmann: Herr General, wir haben das Ziel unserer Fahrt erreicht.

Carsten Breuer: Wir sind da, am Bundeskanzleramt.

Herr Kullmann, haben Sie noch Zeit? Kommen Sie noch mit hoch?

Tim Kullmann: Joa, auf ein Käffchen?

Carsten Breuer: Ja, gerne. Würde mich freuen.

Tim Kullmann: Ja, dann komme ich gerne mit.

Carsten Breuer: Das machen wir.

Ich finde, das lohnt sich doch oder?

Tim Kullmann: Herr General, nicht schlecht.

Herr General, jetzt sind wir ja schon hier oben auf dem tollen Balkon hier im Bundeskanzleramt. Werden Sie da demütig, wenn Sie dort stehen?

Carsten Breuer: Absolut. Ich bin insgesamt in der Aufgabe demütig. Das ist eine große Verantwortung, die man mir übertragen hat, die man uns als Corona-Krisenstab übertragen hat. Das macht demütig. Es macht aber auch Stolz hier zu sein. Man merkt halt, dass offensichtlich der Bundeskanzler, die Regierung, aber insgesamt in der Gesellschaft ein Interesse daran besteht, diese Corona-Krise auch endlich so für uns zu lösen, dass wir wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können. Das ist so das, was bei mir mitschwingt, wenn man dann hier steht und sowohl auf den Reichstag blickt, als auch hier auf das Paul-Löbe-Haus dann schaut. Es ist nicht mein Dienstzimmer hier, aber es ist ein schöner Ausblick.

Ist schon ein toller Arbeitsplatz.

Tim Kullmann: Ja, dann bedanke ich mich recht herzlich Herr General.

Carsten Breuer: Herr Kullmann, sehr gerne. Hat Spaß gemacht.

Tim Kullmann: Für Ihre Mitfahrt. Vielen Dank.

Carsten Breuer: Machen Sie es gut.

Tim Kullmann: Auf Wiedersehen, ciao.

Carsten Breuer: Tschüss.


Und beim nächsten Mal:

Oberst i.G.im Generalstabsdienst: Schaus: Es ist keine Übung, was wir da machen. Wir können nicht sagen, es ist vergeigt worden, wir drehen das Rad nochmal zurück, wir setzen nochmal neu an.

Wenn es vergeigt ist, ist es vergeigt. Das muss man einfach sagen.