Truppenbesuch an der Wiege der Bundeswehr

Truppenbesuch an der Wiege der Bundeswehr

  • Geschichte
  • Zentrum Innere Führung
Datum:
Ort:
Andernach
Lesedauer:
2 MIN

Am 2. Januar 1956 treten die ersten 1.000 Freiwilligen an drei Standorten ihren Dienst in den neuen bundesdeutschen Streitkräften an. Nicht einmal drei Wochen später wird Andernach Schauplatz des ersten Truppenbesuchs von Bundeskanzler Konrad Adenauer und damit die spätere Krahnenberg-Kaserne zur „Wiege der Bundeswehr“. Der Truppenbesuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer am 20. Januar 1956 gilt als ein bedeutender Moment in der Geschichte der Bundeswehr.

Adenauer, Blank, Heusinger und Laegeler schreiten die Formation der angetretenen Soldaten in Andernach ab.

Bundeskanzler Adenauer besucht die Soldaten der neu aufgestellten Bundeswehr in Andernach 1956. V.l.n.r. Verteidigungsminister Theodor Blank, Generalleutnant Adolf Heusinger, Adenauer, Generalmajor Hellmuth Laegeler.

Bundeswehr / Munker

Antreten an der Wiege der Bundeswehr

Als Anfang 1956 die Soldaten in Andernach ihren Dienst antreten, träumen wohl einige von der großen Karriere in den neuen bundesdeutschen Streitkräften. Unter ihnen ist auch der 20-jährige Artillerie-Offizieranwärter Anton Steer, der seinen Dienst in der Bundeswehr erst 36 Jahre später – als Generalmajor – beenden soll.

Steer und seine Kameraden der noch namenlosen Streitkräfte erfahren in den ersten Wochen Improvisationskunst auf hohem Niveau: Vorschriften, Ausbildungsunterlagen, Material, Bekleidung – all das wächst, wie die Strukturen der Streitkräfte, erst langsam auf. Auch die ersten Unterkünfte sind Provisorien. Im Fall von Andernach handelt es sich um ein von den französischen Streitkräften übernommenes und noch nach frischer Farbe riechendes Barackenlager.

Adenauer auf einem Podest zu den angetretenen Soldaten sprechend

Bundeskanzler Adenauer spricht zu den angetretenen Soldaten. Unter ihnen ist auch Anton Steer.

Bundeswehr / Bundespresseamt

„Auf euch kommt es an!“

Dieses Barackenlager wird rund drei Wochen nach Steers Dienstantritt Schauplatz des ersten Truppenbesuchs von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Unter großem medialen Interesse tritt Adenauer am 20. Januar 1956 in der Andernacher Kaserne vor die versammelten Soldaten von Heer, Luftwaffe und Marine.

Ein Tag, an den sich Anton Steer noch heute lebhaft zurückerinnert.

Generalmajor a. D.außer Dienst Anton Steer: Einer der ersten Rekruten in der Andernacher Krahnenberg-Kaserne.
Transkription des Videos

Gut einen Monat nach Adenauers Rede in Andernach erhalten die Streitkräfte ihren neuen Namen: Bundeswehr. Sie wird 1957 zur Wehrpflichtarmee und in Folge einem wichtigen Baustein der NATONorth Atlantic Treaty Organization im Kalten Krieg. Anton Steer dient der Bundeswehr bis nach der Wiedervereinigung. 1991 ist er in seiner letzten Verwendung Kommandierender General des III. Korps in Koblenz, nur wenige Kilometer entfernt von seinem ersten Standort Andernach. Die heutige Krahnenberg-Kaserne beherbergt als älteste Kaserne der Bundeswehr heute das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr.

Vor der Tür einer weißen Baracke heißt ein Schild in der „Wiege der Bundeswehr“ willkommen.

Die letzte erhaltene Baracke in Andernach. Heute Heimat der Ausstellung „Wiege der Bundeswehr“.

Bundeswehr / Steiger

Daneben ist die Andernacher Liegenschaft Heimat der „Wiege der Bundeswehr“. Die letzte erhaltene Baracke, in der 1956 die ersten Soldaten Unterkunft fanden, steht heute unter Denkmalschutz und bietet mit einer Ausstellung des Fördervereins „Wiege der Bundeswehr“ Interessierten Einblicke in die Gründungszeit der Streitkräfte.

von Christopher Steiger
Blick auf ein weißes Gebäude

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ist eine Ressortforschungseinrichtungen des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Es betreibt militärhistorische Grundlagenforschung sowie militärsoziologische und sicherheitspolitische Forschung für die Bundeswehr.