Die Reserve immer mitdenken

Die Reserve immer mitdenken

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN
Vizeadmiral Joachim Rühle im Interview.

Mit der Strategie der Reserve hat das Reservistenwesen der Bundeswehr ein festes Fundament erhalten, auf dem die Bundeswehr in den kommenden Jahren sukzessive aufbauen möchte

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Seien Sie Multiplikatorin und Multiplikator und Motivatorin und Motivator, um mehr Reservistinnen und Reservisten an uns zu binden!

Mit der Strategie der Reserve hat das Reservistenwesen der Bundeswehr ein festes Fundament erhalten, auf dem die Bundeswehr in den kommenden Jahren sukzessive aufbauen möchte. Bis 2032 soll die Strategie der Reserve umgesetzt werden.

Unser oberstes Ziel ist und bleibt dabei, die Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte in den kommenden Jahren in jeglicher Hinsicht zu verbessern – das gilt für die aktiven Soldatinnen und Soldaten und eben auch für die Reserve. Verbessern werden sich für die Reservistinnen und Reservisten eine angepasste Ausbildung, aufgabenorientierte Ausrüstung und die Infrastruktur.

Zudem haben wir die Besoldung und Zuschläge an die der aktiven Truppe angepasst, zivile Qualifikationen nutzen wir künftig stärker und Reserveleistungen können künftig auch in Teilzeit geleistet werden. Die Freiwilligkeit für den Reservistendienst im Frieden bleibt dabei selbstverständlich unverändert erhalten. 

Ich appelliere an alle militärischen Führungskräfte, gehen Sie frühzeitig auf die Freiwillig Wehrdienst Leistenden, Soldatinnen und Soldaten auf Zeit und Berufssoldatinnen und -soldaten, die den aktiven Dienst der Bundeswehr verlassen, zu und gewinnen Sie sie als beorderte Reservistinnen und Reservisten. Denn genau diese Kameradinnen und Kameraden möchten wir mittel- bis langfristig mindestens sechs Jahre weiter an uns binden. Deren gute Ausbildung, deren Fähigkeiten sowie Fertigkeiten und deren Potenzial wollen wir über den aktiven Dienst hinaus für die Reserve gewinnbringend nutzen. Planen Sie sie bedarfsorientiert und möglichst heimatnah auf Dienstposten in der Reserve ein. So stehen uns im Bereitschafts-, Spannungs- oder Verteidigungsfall Reservistinnen und Reservisten als gut ausgebildetes Personal für den Aufwuchs der Streitkräfte zur Verfügung. Nur eine einsatzbereite Reserve ist ein glaubwürdiger Beitrag, um den Frieden in Europa und in der Welt zu sichern. Zusätzlich können künftig auch bislang ungediente deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Reservedienstleistende werden. In mehreren Modulen durchlaufen sie eine militärische Grundausbildung, lernen den Umgang mit Waffen, Fernmelde und ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Gerät, absolvieren Märsche und erhalten eine Sanitätsausbildung. 

Das Rohr eines Kampfpanzers Leopard.

Stategie der Reserve in der Praxis - Üben mit Großgerät auch für Reservistinnen und Reservisten

Bundeswehr - Detlef Schachel

Deren Motivation ist meist der Wille, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Für dieses freiwillige Engagement erhalten sie von uns das militärische Rüstzeug, um künftig als Wach- oder Sicherungssoldatin oder -soldat in der Reserve dienen zu können. Seien Sie Ansprechpartner und Multiplikator für diese hochmotivierten Menschen, ermöglichen Sie ihnen den Weg in unsere Streitkräfte. 

Mir ist bewusst, dass uns die Umsetzung nicht von heute auf morgen gelingen wird. Parallel zu mehr Reservistinnen und Reservisten, deren bessere Einplanung sowie Ausbildung, zusätzliches Material und angepasste Infrastruktur erfordern, steigen auch die Managementaufgaben, werden mehr Kapazitäten gebunden – daher wachsen diese Strukturen auch bei der aktiven Truppe. Umso wichtiger ist es für mich, dass wir all die vorgesehenen Veränderungen gut und breit kommunizieren. Hierzu zähle ich auch unsere lebenserfahrenen Reservistendienst Leistenden als Mittler für die Interessen unserer Bundeswehr in der Gesellschaft und zu ihren Arbeitgebern. Nur wenn wir alle gemeinsam an unseren Zielen arbeiten, können wir gestalten. 

Sie alle wissen, dass bereits heute viele Reservistendienst Leistende einen großen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr leisten. Wir festigen sowohl die Einsatzbereitschaft als auch das Zugehörigkeitsgefühl dieser Kameradinnen und Kameraden weiter, indem wir die Reserve künftig immer von Anfang an mitdenken und noch enger einplanen.

Mit großem Engagement und Herzblut haben wir das Fundament für die Strategie der Reserve erstellt, nun müssen wir sie mit Leben füllen.

Denken Sie Reserve immer mit.


Dieser Meinungsartikel ist erschienen in „if – Zeitschrift für Innere Führung“, Nr. 1/2020

von Joachim  Rühle

Mehr Informationen zur Strategie der Reserve

Die Bundesministerin der Verteidigung Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf der Jahrestagung der Reserve am 18. Oktober 2019 in Berlin die neue Strategie der Reserve als Folgepapier der Konzeption der Reserve von 2012 in Kraft gesetzt. 

Die Ziele und Vorgaben der Strategie der Reserve werden schrittweise und im Einklang mit der Entwicklung des Fähigkeitsprofils der Bundeswehr mit Ausrichtung auf das Jahr 2032+ umgesetzt. Dafür bildet ein Implementierungsplan die Grundlage der weiteren Arbeit.

Kampfpanzer Leopard im Beobachtungshalt

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