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Die Spezialisten der Spurensicherung bei MINUSMA

Die Spezialisten der Spurensicherung bei MINUSMA

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Das Weapons Intelligence Team, kurz WIT bei MINUSMA in Mali wertet Vorfälle mit Waffen, Munition oder Sprengstoffen aus. Die Spezialisten ziehen Rückschlüsse auf den Tathergang und leiten daraus Empfehlungen für das eigene Handeln ab. Ihr Aufgabengebiet umfasst auch das Auswerten von Anschlägen mit improvisierten Sprengfallen (IEDs). Bei der Untersuchung werden Augenzeugen befragt, Beweismittel gesichert und die Abläufe am Ereignisort nachvollzogen.

Ein Team und keine One-Man-Show

Drei Soldaten mit schwerem Gepäck und Kamera stehen in der Wüste

Jede Menge Ausrüstung unterstützt das Team im Einsatz: vom Reagenzglas bis zur Fotokamera

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Jede Minute zählt: Nach einem Anschlag soll das WIT am Ort des Geschehens so schnell wie möglich herausfinden, wie sich die gegnerischen Kräfte verhalten und welche Mittel sie eingesetzt haben. Darüber hinaus gilt es, das Verhalten der eigenen Kräfte zu betrachten. Das Team besteht aus fünf Spezialisten, deren Fachwissen einander bestens ergänzt. Der Offizier ist Führer des Teams und gleichzeitig für die taktische Bewertung verantwortlich. Der Kampfmittelabwehrfeldwebel bringt sein IED-Fachwissen ein, zwei Feldjäger bringen die Expertise der Beweismittelsicherung und Dokumentation mit. Außerdem ist ein Experte des Militärischen Nachrichtenwesens Teil des Teams. Er ist für das Befragen der Zeugen sowie das anschließende Berichtswesen zuständig.

Sichergestellte Beweismittel werden zur weiteren Auswertung in ein Labor gebracht. Dazu gehört beispielsweise, Fingerabdrücke und DNA zu ermitteln oder die Art des Sprengstoffs zu bestimmen. „Am Ende sollte das WIT dem Kontingentführer möglichst nach 24 Stunden erläutern können, wie der Gegner vorgegangen ist und ob wir darauf reagieren müssen“, fasst Oberstleutnant Daniel B. zusammen. Er ist als Kampfmittelabwehroffizier bei MINUSMA eingesetzt.


Mehrstufige Auswertung für eine schlüssige Beweiskette

Zwei Soldaten bereiten in einem Labor Proben zur Analyse vor

Die technische Auswertung im Labor erlaubt Rückschlüsse auf die verwendeten Sprengstoffe

Bundeswehr/Stefano Guagliano

Die Konzepte der NATO sehen eine mehrstufige Auswertung von IED-Vorfällen vor. Auf Level 1 kümmert sich das WIT am Ereignisort um die Spurensicherung. Die Laborauswertung im Einsatz findet auf Level 2 statt. Hier ermitteln die Experten, wie genau der verwendete Sprengstoff zusammengesetzt ist. Level 3 sieht weitere Auswertungen in Deutschland vor. „Es ist zum Beispiel auf der taktischen Ebene wichtig, innerhalb kürzester Zeit Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob der Gegner seine Verfahren geändert hat“, so Oberstleutnant Daniel B.  

Für das Vorgehen des WIT hat sich die Bundeswehr an den Vorgaben der NATO orientiert und die Fähigkeiten interoperabel aufgebaut. Daniel B. erklärt: „Wir arbeiten in Mali intensiv mit den WITs unserer multinationalen Partner zusammen.“


Unmittelbarer Nutzen für MINUSMA

Eine behandschuhte Hand schiebt eine Tüte mit fünf rostigen Hülsen auf einen Schreibtisch

Alle sichergestellten Beweismittel werden nach Abschluss der Untersuchung an den United Nations Mine Action Service (UNMAS) übergeben

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Bei MINUSMA haben derzeit nur Schweden und Deutschland solch ein Spezialteam. Damit auch die Fälle außerhalb des eigenen Einsatzraumes ausgewertet werden können, verfügt das deutsche Einsatzkontingent im Camp Castor über ein spezielles Labor.

„Die EOD-Kräfte, also die Kräfte der Kampfmittelbeseitigung, übergeben die sichergestellten Beweismittel an den United Nations Mine Action Service (UNMAS) in Gao, in dessen Auftrag wir die Auswertung durchführen. Unser abschließender Bericht stellt für die gesamte Mission eine wesentliche Grundlage dar. Zum einen, um die IED-Bedrohung zu bewerten, zum anderen, um die eigene technische Ausstattung sowie Verhaltensweisen anzupassen“, fasst Daniel B. zusammen.

In ihren Berichten machen die Teammitglieder auf Details aufmerksam, mit deren Hilfe man zum Beispiel Zusammenhänge zwischen verschiedenen Vorfällen herstellen kann. Aber auch die Herkunft der benutzten Komponenten kann so nachvollzogen werden. „Darauf aufbauend kann die Mission Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass improvisierte Sprengfallen überhaupt hergestellt oder im Operationsraum eingebracht werden“, so der Experte weiter. Damit wird der Schutz aller Missionsangehörigen wesentlich verbessert.

Die Zukunft des Weapons Intelligence Teams

Ein Soldat mit dem blauen Barett der Vereinten Nationen steht vor einer Landkarte

Durch die vielen IED-Anschläge und ‑Funde sind Daniel B. und sein Team rund um die Uhr beschäftigt

Bundeswehr/Michael Zacher

„Derzeit haben wir beim deutschen Einsatzkontingent ein Weapons Intelligence Team, dessen Mitglieder diese Aufgabe zusätzlich zu einem anderen Hauptauftrag übernehmen. So lange die meisten IED-Vorfälle außerhalb unseres Einsatzraumes liegen, kommen wir mit diesem Kräfteansatz gut klar“, so Daniel B. Bei den bisherigen IED-Vorfällen habe sein Team seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis stellen können. „Ich bin mir sicher, dass es WITs in Zukunft auch in anderen Einsätzen der Bundeswehr geben wird.“


von PAO MINUSMA

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