MINUSMA
Seit 2013 engagierte sich die Bundeswehr im Einsatz MINUSMA in den westafrikanischen Staaten Mali und Niger.
Seit 2016 betreibt die Bundeswehr den Lufttransportstützpunkt Niamey. Nun endet der Betrieb zum Ende August 2024.
Zwei Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M stehen in der Parkposition auf dem Flugfeld auf dem Lufttransportstützpunkt in Niamey
Bundeswehr/Julia DahlmannAcht Jahre lang hat das Personal des Lufttransportstützpunktes in Niamey dazu beigetragen, Rettungskette und Versorgung des deutschen Einsatzkontingents der UN-Mission MINUSMA zu gewährleisten. Am 31. Mai 2024 endete das MINUSMA-Mandat des Deutschen Bundestages. In den letzten Monaten organisierte das Stützpunktpersonal daher vor allem die Rückführung von Personal und Material des Bundeswehreinsatzes MINUSMA im Nachbarland Mali.
Um den Lufttransportstützpunkt in Niamey nach dem Ende des MINUSMA-Mandats weiter nutzen zu können, sind die zuständigen Ministerien im Niger und in Deutschland im Mai 2024 in einen Austausch getreten. Wie bei allen Auslandseinsätzen und anerkannten Missionen verfolgte Deutschland dabei unter anderem das Ziel, den Status von Recht und Gesetz für deutsches Personal im Ausland klar zu definieren. Durch eine solche Definition erhalten die Soldatinnen und Soldaten die für ihren Auftrag notwendige Sicherheit, weil Rechtsnormen und mögliche Strafverfolgung klar geregelt sind.
Deshalb hatten beide Staaten bereits Anfang Juni 2024 ein Interimsabkommen für ein Quartal beschlossen, um die Details einer längerfristigen Stationierung zu definieren. Eine für beide Seiten vertretbare Einigung konnte dabei letztlich nicht erzielt werden. Daher entschied sich die Bundesregierung am 6. Juli für eine geplante Rückverlegung mit Ablauf des Interimsabkommens.
Die bis zum Schluss verbliebenen rund vier Dutzend Frauen und Männer, die seit dem Ende des Bundestagsmandats MINUSMA nicht mehr am Lufttransportstützpunkt, sondern am deutschen Stützpunkt Niamey ihren Auftrag erfüllten, waren bereits erfahren in der Organisation einer Rückverlegung eines rund 1.000-köpfigen Einsatzkontingents. Die Erfahrungen aus der Rückverlegung des MINUSMA-Kontingentes im Jahr 2023, die innerhalb des Kontingents an die Nachfolgenden weitergegeben wurde, kam ihnen hierbei zugute. Nun lautete ihr Auftrag, ihre eigene Rückverlegung umzusetzen.
Hierbei mussten sowohl die eigene Versorgung als auch der Eigenschutz aller Rückverlegungsmaßnahmen bis zur letzten Etappe aufrechterhalten werden.
Ein Soldat der Kampfschwimmer erklärt nigrischen Soldaten den Ablauf einer Übung im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung in Niamey
Bundeswehr/Archiv
Nigrische Soldaten tragen einen Übungspatienten während einer Übung im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung in Niamey
Bundeswehr/ArchivIm August 2024 endet also die Präsenz der Bundeswehr in der Sahelzone – nach über einem Jahrzehnt. Angefangen von der Europäischen Trainingsmission in Mali 2013, über die UN-Mission MINUSMA in Mali, GAZELLE und TORIMA im Niger, dem logistischen Hub in Dakar im Senegal, hatte die Bundeswehr zeitweise mehr als 1.000 Männer und Frauen im Einsatz.
Neben dem Betrieb des Stützpunktes enden auch die Ertüchtigungsprojekte sowie die militärische Kooperation, die mehrere deutsche Ministerien gemeinsam unterhielten. Was bleibt, ist die bilaterale Zusammenarbeit an Projekten im Bereich der Entwicklungspolitik. Aus diesem Grund bleibt das Band der gegenseitigen Ausbildungsunterstützung bestehen. Ebenso wird gewährleistet, dass nigrische Soldaten, die in Ausübung ihrer Tätigkeit verwundet werden, auch in deutschen Bundeswehrkrankenhäusern behandelt werden könnten.
Die Soldatinnen und Soldaten wurden unter anderem von Staatssekretär Hilmer in Wunstorf empfangen
Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Staatssekretär Nils Hilmer dankte den Soldatinnen und Soldaten und würdigte die erbrachten Leistungen während eines Abschlussantretens
Bundeswehr/Cora MohrdieckDie Bundeswehr hat ihren Auslandseinsatz in Niamey beendet. Die letzten Kräfte des Deutschen Stützpunktes Niamey landeten unter Führung von Oberstleutnant Oliver Unger am 30. August auf dem Fliegerhorst in Wunstorf. Empfangen wurden die Soldatinnen und Soldaten von Staatssekretär Nils Hilmer, dem stellvertretenden Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalmajor Andreas Hoppe, dem stellvertretenden Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Konteradmiral Jörg Klein, sowie dem Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62, Oberst Markus Knoll. Sie würdigten die erbrachten Leistungen während eines Abschlussantretens auf dem Flugfeld.
Ein Soldat erstellt aus einem Hubschrauber Luftbilder von Niamey und Umland während einer Übung im Jahre 2020
Bundeswehr/Marc Tessensohn
Land und Leute – Aufnahmen der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz während einer Patrouille in Niamey
Bundeswehr/Jana Neumann
Die Unterkünfte der deutschen Soldatinnen und Soldaten befanden sich in geschützten Containern auf dem Lufttransportstützpunkt in Niamey
Bundeswehr/Claas Gärtner
2021: Soldaten entladen geliefertes Material aus einem Transportflugzeug Airbus A400M nach der Landung im Rahmen der UN-Mission
Bundeswehr/Stephan Voges
2023: Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte gemeinsam mit seinem nigrischen Amtskollegen Alkassoum Indattou eine Veranstaltung während seiner Einsatzreise nach Niamey
Bundeswehr/Norman Jankowski
2024: Für einen reibungslosen Ablauf sorgen die Soldatinnen und Soldaten gemeinsam. Die letzten Meter muss das Material mit einem Gabelstapler bewegt werden.
Bundeswehr/PAO Niger
Ein Transportflugzeug A400M wird auf dem Lufttransportstützpunkt in Niamey mit Material beladen
Bundeswehr/PAO Niger