Der Rettungstrupp im Einsatz bei MINUSMA
- Datum:
- Ort:
- Gao
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Die Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten ist ein hohes Gut. Sollte auf einer Patrouille etwas passieren, ist schnelle Hilfe gefragt. Bei jeder militärischen Operation ist deshalb spezialisiertes Sanitätspersonal mit besonders ausgestatteten Fahrzeugen dabei.
Die Ausrüstung des Eagle IV BAT ist vergleichbar mit der eines zivilen Krankenwagens in Deutschland
Bundeswehr/Dirk JechowUm die medizinische Versorgung auf militärischen Operationen der Vereinten Nationen sicherzustellen, stellt die Sanitätseinsatzstaffel des deutschen Einsatzkontingentes MINUSMA fünf Teams bereit. Neben drei deutschen beweglichen Arzttrupps (BAT) sind im Camp Castor zwei deutsche Rettungstrupps verfügbar. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Trupparten? Beim BAT ist stets ein Arzt mit der Zusatzqualifikation Notfallmedizin mit an Bord und beim Rettungstrupp ein Notfallsanitäter. Der Rettungstrupp, auch „mobile medical team“ (MMT) genannt, besteht somit aus einem Kommandanten, der ausgebildeter Notfallsanitäter ist, einem Notfallsanitäter sowie dem Kraftfahrer.
Der Hauptarbeitsplatz von Stabsunteroffizier Dennis S. befindet sich hinterm Steuer des Eagle IV BAT
Bundeswehr/Dirk JechowDer Hauptauftrag des Kraftfahrers im Team ist es, den 250 PS-starken Eagle IV BAT sicher zu steuern. Nach einer besonderen viermonatigen Ausbildung ist der Kraftfahrer auch Einsatzsanitäter und unterstützt somit den Notfallsanitäter des Teams, wenn es notwendig ist. „Da unser Dennis in Deutschland auch in der Notaufnahme und im Rettungsdienst arbeitet, ist er für uns hier eine riesige Unterstützung“, erklärt Oberfeldwebel Jennifer R., die Notfallsanitäterin des MMT 1 im deutschen Einsatzkontingent MINUSMA.
Vor jeder Ausfahrt werden alle Geräte und Vorräte überprüft. Kühlpflichtige Medikamente werden erst kurz vor Abfahrt verstaut.
Bundeswehr/Dirk JechowDie Notfallsanitäterin des MMT 1 ist für die sanitätsdienstlichen Aufgabengebiete verantwortlich. Hierzu zählen unter anderem, dass sie lebensbedrohliche Zustände erkennt und behandelt, notfallmedizinische Erstmaßnahmen durchführt sowie – im Rahmen ihrer Kompetenzen – die allgemeinmedizinische Erstversorgung vor Ort sicherstellt. Außerdem priorisiert sie alle medizinischen Maßnahmen und teilt das für die Behandlung zur Verfügung stehende Personal ein. „Das sehr gute Zusammenarbeiten in unserem Trupp und die Vielseitigkeit meiner Aufgaben motivieren mich jeden Tag“, fasst Jennifer R. ihren Job im Trupp zusammen und fügt hinzu: „Stets in der Hoffnung, dass wir nicht aktiv werden müssen.“
Damit der Kommandant jederzeit Verbindung halten kann, werden die Kommunikationsanlagen geprüft
Bundeswehr/Dirk JechowDer Kommandant des Trupps trägt die Gesamtverantwortung und ist gleichzeitig stets Ansprechpartner und Berater des militärischen Führers der Patrouille. Im Ernstfall ist er das Verbindungselement zwischen der Führung vor Ort und der Zelle San. Dort werden die Verwundeten versorgt und der Abtransport zum nächsten Ort der Rettungskette vorbereitet. Der Kommandant bereitet einen großen Teil der sanitätsdienstlichen Meldungen vor, die an die übergeordneten Stellen weitergeben werden. „Da ich bei der Infanterie war, kann ich mich heute als Kommandant des MMT gut in die Führer der Patrouille hineinversetzten und somit ein guter Berater sein“, erklärt Hauptfeldwebel Alexander F., der Kommandant des MMT 1 im deutschen Einsatzkontingent, seine Rolle. Durch das gute Zusammenspiel aller ist eine schnellstmögliche sanitätsdienstliche Versorgung im Ernstfall sichergestellt.
von Dirk Jechow