Ostsee – Schutz kritischer Unterwasser-Infrastruktur
Mit der Mission Baltic Sentry verstärkt die NATONorth Atlantic Treaty Organization ihre Präsenz in der Ostsee, um potenzielle Akteure und Saboteure abzuschrecken.
Die NATONorth Atlantic Treaty Organization verstärkt ihre Präsenz in der Arktisregion – für freie Schifffahrtsrouten im Nordatlantik und zum Schutz der Bündnispartner im Norden der Allianz. Offizieller Name der Mission: enhanced Vigilance Activity Arctic Sentry.
Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Arktis wächst. Der Klimawandel eröffnet neue Schifffahrtsrouten und ermöglicht den Zugang zu natürlichen Ressourcen, die bisher unter dem ewigen Eis verborgen waren. Zunehmend bestimmen geopolitische Überlegungen und wirtschaftliche Interessen die Entwicklung der Arktis. Russland beansprucht als größter Anrainerstaat eine Vormachtstellung. China investiert in strategische Infrastruktur und treibt Forschungsaktivitäten in der gesamten Region voran. Die NATONorth Atlantic Treaty Organization muss deshalb Vorsorge treffen.
Um die Stabilität in der Region zu sichern, hat das Bündnis daher am 13. Februar 2026 die Mission Arctic Sentry („Wächter der Arktis“) gestartet. Sie dient unter anderem dazu, wichtige Schiffsrouten im Nordatlantik freizuhalten – für eine freie Handelsschifffahrt und als Rückversicherung der nördlichen Bündnispartner der Allianz. Die Maßnahmen sind vorerst für einen Zeitraum von zwölf Monaten angesetzt.
Die Sicherheit in der Arktis und im Hohen Norden ist für uns als NATONorth Atlantic Treaty Organization, als Europäer, aber auch für Nordamerika von essenzieller Bedeutung.
Arctic Sentry ist in erster Linie eine Überwachungsaktivität. Kräfte der NATONorth Atlantic Treaty Organization sollen dauerhaft stärker präsent sein, auch um jederzeit ein aktuelles Lagebild zu haben. Das gilt in allen Dimensionen – an Land, in der Luft, auf See, im Weltraum und im Cyber- und Informationsraum. Arctic Sentry zählt wie Baltic Sentry im Ostseeraum zu den Maßnahmen erhöhter Wachsamkeit (enhanced Vigilance Activity), mit denen das Bündnis auf Russlands Angriffskrieg in der Ukraine reagiert. Die Maßnahmen dienen dem Schutz der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Nord- und Ostflanken.
Auch die Bundeswehr trägt mit ihren Fähigkeiten zu Arctic Sentry und somit zur Stabilität und Sicherheit in der Arktis bei. Sie wird dabei in den kommenden Monaten voraussichtlich auf Kräfte aus allen ihren Bereichen zurückgreifen. Zunächst wurden am 13. Februar 2026 ein Tankflugzeug A400M sowie vier Eurofighter-Kampfjets nach Keflavik auf Island verlegt. Von dort aus unterstützen diese beim Schutz des Luftraumes (Air Policing) und bei der Luftbetankung alliierter Luftfahrzeuge.
Deutschland hat sein Engagement für Sicherheit in der Arktisregion und im Nordatlantik schon in den vergangenen Jahren intensiviert. Mit Dänemark, Norwegen und Kanada besteht bereits die Maritime Sicherheitspartnerschaft, die auch weiteren Nationen offensteht. Dabei geht es unter anderem um gemeinsame Rüstungs- und Beschaffungsprojekte wie ein gemeinsames U-Boot-Projekt mit Norwegen. Zudem beteiligt sich die Bundeswehr regelmäßig an nationalen und NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übungen in der Region, beispielsweise an der Cold Response-Übungsserie in Norwegen.