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Bosnien und Herzegowina: Die Bundeswehr bei EUFOR Althea

Vor einem Gebäude steht ein Schild mit der Aufschrift EUFOR

Bundeswehr/Martin Riek

Einsätze und Missionen

Bosnien und Herzegowina: Die Bundeswehr bei EUFOR Althea

Die Bundeswehr hat den Auftrag, ein sicheres Umfeld für den Aufbau einer zivilen Friedensordnung zu schaffen und zu erhalten.

Die Bundeswehr hat als Teil der European Union Force Althea (EUFOR Althea) den Auftrag, in Bosnien und Herzegowina die Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes und die Einhaltung des Dayton-Abkommens zu unterstützen sowie die Ausbildung der bosnischen Streitkräfte zu koordinieren.

Das Auseinanderbrechen des Vielvölkerstaates Jugoslawien verursachte in Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien. Die zunehmende Eskalation der Gewalt, massive Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen führten zum Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Ab 1992 wurden mehrere militärische Operationen mit Beteiligung der Bundeswehr auf dem westlichen Balkan durchgeführt.

Die völkerrechtliche Grundlage dazu bildeten die Resolutionen 713 (1991) und 757 (1992) der Vereinten Nationen sowie das Dayton-Abkommen von 1995, welches den Krieg in Bosnien und Herzegowina beendete, die heutigen Grenzen von Bosnien und Herzegowina festlegte und den Staatsaufbau regelte. In Anhang 4 des Friedensabkommens von Dayton ist die heutige Verfassung des Landes, zu dem die Föderation Bosnien und Herzegowina und die Republika Srpska zählen, festgeschrieben. Sie besagt, dass die Macht paritätisch zwischen den drei konstituierenden Völkern bosnische Kroaten, bosnische Serben und Bosniaken aufgeteilt ist.

IFOR, SFOR, EUFOR: Multinationale Friedenssicherung

Mit der UN-Resolution 1031 (1995) beauftragten die Vereinten Nationen die NATO, die im Dayton-Abkommen enthaltenen militärischen Aspekte wie die Umsiedelung der ehemaligen Konfliktparteien – muslimische Bosnier, bosnische Kroaten und nationalistische bosnische Serben – zu überwachen. Damit sollten neue Feindseligkeiten in Bosnien und Herzegowina verhindert und der Frieden der jungen Republik gesichert werden. Hierzu setzte die NATO zunächst die Implementation Force (IFOR) ein, die ab 1996 von der Stabilization Force (SFOR) in Bosnien und Herzegowina abgelöst wurde.

Nach rund neun Jahren beendete die NATO 2004 die SFOR-Operation und übergab die Verantwortung für die weitere Stabilisierung der Republik Bosnien und Herzegowina an die Europäische Union. Die European Union Force Althea (EUFOR Althea) ist die Folgemission der SFOR.

Die Ländergrenzen in Bosnien und Herzegowina mit den deutschen Camps

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr bei EUFOR Althea (Infografik)

Bundeswehr | Stand: Mai 2026 | Kartenbasis: © Mapcreator/OpenStreetMap

Zwei Jahrzehnte EUFOR-Mission auf dem Westbalkan

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzen sich die multinationalen Kräfte der Mission für ein stabiles und sicheres Bosnien und Herzegowina ein. „Forward, Onward, Together – EUFOR European Union Force and Bosnia and Herzegovina“, gemeinsam weiter vorangehen: Dies ist bei EUFOR Auftrag und Leitspruch zugleich.

Die völkerrechtliche Grundlage für die Mission bildet die UN-Sicherheitsratsresolution 2183 vom 11. November 2014. Darin beauftragte der UN-Sicherheitsrat die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, eine multinationale Stabilisierungstruppe als Rechtsnachfolgerin der SFOR-Stabilisierungstruppe einzurichten. Ihr Auftrag ist die weitere Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens in Zusammenarbeit mit der NATO.

Der Einsatz der Bundeswehr

Deutschland hatte 2012 seine Beteiligung an dem EU-Einsatz EUFOR Althea beendet. Doch seit dem 16. August 2022 ist die Bundeswehr zurück in Bosnien und Herzegowina. Bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten sorgen gemeinsam mit ihren multinationalen Partnern für mehr Stabilität in der Region. 

Das deutsche Engagement umfasst 2026 insgesamt 36 Dienstposten, die sich auf das National Support Element (NSE) mit Einsatzwehrverwaltungsstelle, das MNHQ (Multinational Headquarter) im Camp Butmir in Sarajevo und die zwei LOT-Häuser (Liaison and Observation Teams) in Vlasenica im Osten der Republika Srpska und Čapljina im Süden der Föderation Bosnien und Herzegowina verteilen.

Die Bundeswehr wird als Parlamentsarmee grundsätzlich vom Bundestag mandatiert. Dabei handeln die deutschen Streitkräfte im Rahmen und nach den Regeln eines Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit im Sinne von Artikel 24, Absatz 2 des Grundgesetzes. Das Mandat des deutschen Bundestags wird in der Regel fortlaufend um je zwölf Monate verlängert. Das aktuelle Bundestagsmandat gilt bis Ende Juni 2026. 

Fragen und Antworten

Was macht die Bundeswehr bei EUFOR Althea, wie viele Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert und welche Nationen unterstützen die Mission? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:

Die Bundeswehr war bereits von 2004 bis 2012 in Bosnien und Herzegowina im Einsatz. Warum sind wir zehn Jahre später wieder vor Ort?

Die Bundeswehr war bereits von 2004 bis 2012 an der EU-Mission EUFOR Althea beteiligt. Nach dem Abzug unterstützte die Bundesregierung EUFOR weiterhin politisch. Dann waren die deutschen Streitkräfte vorübergehend nicht an der Mission beteiligt, bis der Deutsche Bundestag am 8. Juli 2022 das Mandat zur Fortführung der Mission deutscher Soldatinnen und Soldaten bei EUFOR Althea beschloss. Hintergrund für die erneute militärische Beteiligung bei EUFOR Althea ist die aktuelle politische Entwicklung in Bosnien und Herzegowina. Die ethnische Spaltung zwischen Bosniaken und bosnischen Kroaten auf der einen und bosnischen Serben (Republika Srpska) auf der anderen Seite dominiert die Politik und erschwert Fortschritt und Reformen.

Gleichzeitig besteht vor dem Hintergrund des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Gefahr, dass die Russische Föderation über die Destabilisierung des Balkans Dissense in der Europäischen Union fördert und vorantreibt. Vor allem mit Blick auf die Wahlen im Oktober 2026 in der Republik werden weitere Spannungen befürchtet. Eine freie und gleiche Wahl ist von essenzieller Bedeutung für eine demokratische Zukunft der Region. Die Präsenz der multinationalen Kräfte von EUFOR Althea soll hierzu beitragen.

Welchen Auftrag hat die Bundeswehr in Bosnien und Herzegowina?

Die Bundeswehr hat vier Aufgabenfelder. Dazu zählen der Beitrag zur Unterstützung und Koordination der Ausbildung der bosnischen Kräfte sowie die Wahrnehmung von Führungs-, Verbindungs-, Beobachtungs- und Unterstützungsaufgaben. Hinzu kommt, bei der Aufrechterhaltung eines sicheren Umfelds sowie der Einhaltung der Anhänge 1-a und 2 des Dayton-Friedensabkommens zu unterstützen.

Wie viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind bei EUFOR Althea eingesetzt?

Das Mandat sieht den Einsatz von bis zu 50 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten in Bosnien und Herzegowina vor. Diese sorgen gemeinsam mit ihren multinationalen Partnern für Stabilität in der Region.

Welche anderen Nationen sind an EUFOR Althea beteiligt?

Aktuell sind rund 1.500 internationale Soldatinnen und Soldaten aus 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie sechs Nicht-EU-Mitgliedstaaten bei EUFOR Althea beteiligt.

Was sind die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz?

Völkerrechtlich leiten sich die Befugnisse zur Durchführung EUFOR Althea aus der UN-Sicherheitsratsresolution 2183 (2014) ab. Zuletzt wurde diese durch die Resolution 2795 vom UN-Sicherheitsrat 2025 verlängert. In dieser Resolution beauftragt der UN-Sicherheitsrat die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für weitere zwölf Monate eine multinationale Stabilisierungstruppe (EUFOR Althea) als Rechtsnachfolgerin der SFOR-Stabilisierungstruppe einzurichten.

Das UN-Mandat für die EU-geführte Operation EUFOR Althea in Bosnien und Herzegowina ist ein bewaffneter Kampfeinsatz, der auf dem Friedensabkommen von Dayton basiert und seit 2004 jährlich durch den UN-Sicherheitsrat erneuert wird. Die NATO arbeitet bei dieser Mission zusammen mit der EU an der Umsetzung des UN-Mandats.

Der Einsatz der Bundeswehr im Rahmen dieser Mission wurde vom Bundestag erstmals am 26. November 2004 gebilligt. Das aktuelle Bundestagsmandat gilt bis Ende Juni 2026.

Wie groß ist das Einsatzgebiet bei EUFOR Althea?

Das Einsatzgebiet umfasst das Staatsgebiet von Bosnien und Herzegowina und den darüber liegenden Luftraum. Angrenzende Räume können mit Zustimmung des jeweiligen Staates zu Zwecken des Zugangs und der Versorgung genutzt werden. Transit- und Überflugrechte richten sich nach den bestehenden internationalen Bestimmungen.

Wo sind deutsche Einsatzkräfte in Bosnien und Herzegowina stationiert?

Das deutsche Engagement umfasst 2026 insgesamt 36 Dienstposten, die sich auf das NSE (National Support Element) mit Einsatzwehrverwaltungsstelle, das MNHQ (Multinational Headquarters) im Camp Butmir in Sarajevo und die zwei LOT-Häuser (Liaison and Observation Teams) in Vlasenica im Osten der Republika Srpska und Čapljina im Süden der Föderation Bosnien und Herzegowina verteilen.

Wie viele Soldatinnen und Soldaten sind in Kampfhandlungen gefallen?

Seit Beginn der Mission 1995 sind 20 Bundeswehrangehörige ums Leben gekommen.

Wie kann ich etwas an Einsatzkräfte in Bosnien und Herzegowina schicken?

Je nach Standort können Sie folgende Adressen nutzen, um Post oder Pakete zu schicken:

Camp Butmir:
Dienstgrad, Vorname, Name
Einheit Sarajevo 
über Feldpost
64298 Darmstadt

LOT-Haus Vlasenica:
Dienstgrad, Vorname, Name
Einheit Vlasenica 
über Feldpost
64298 Darmstadt

LOT-Haus Čapljina :
Dienstgrad, Vorname, Name
Einheit Čapljina 
über Feldpost
64298 Darmstadt

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