UNMISS: Friedenssicherung im jüngsten Staat der Welt
Seit 2011 unterstützt die Bundeswehr die UN-Mission im Südsudan.
Seit 2011 unterstützt die Bundeswehr die UN-Mission im Südsudan.
Im Mittelpunkt der UN-Mission UNMISS (United Nations Mission in Sudan) stehen der Schutz der Zivilbevölkerung, die Unterstützung beim Staatsaufbau und die Förderung von Frieden in der Region. Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des 2011 gegründeten Staates.
Als der Südsudan am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärte, war die Hoffnung auf einen Neuanfang groß: Der neue Staat versprach Frieden, Stabilität und Fortschritt. Vorangegangen waren jahrzehntelange Kämpfe zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem christlichen Süden des Landes. Zwei langjährige Bürgerkriege (1955–1972 und 1983–2005) hatten über zwei Millionen Menschenleben gefordert. Das 2005 unterzeichnete Friedensabkommen zwischen der sudanesischen Regierung und der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung ebnete schließlich den Weg für Verhandlungen. Die bis 2011 bei UNMISS (United Nations Mission in Sudan) eingesetzten deutschen Soldatinnen und Soldaten leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieses Konflikts.
Einsatzgebiet der Bundeswehr bei UNMISS (Infografik)
Bundeswehr | Stand: Juni 2026 | Kartenbasis: © Mapcreator/OpenStreetMapIm Dezember 2013 stürzte des Land erneut in einen verheerenden Bürgerkrieg. Dieser Machtkampf kostete Zehntausenden Menschen das Leben und trieb Millionen weitere in die Flucht. Die Lage im Südsudan ist seither von zahlreichen Konflikten gekennzeichnet. Zusätzlich erschwert wird die humanitäre Notlage von anhaltenden Konflikten in den Nachbarstaaten und den Grenzgebieten. Auch die wirtschaftliche Situation ist kritisch. Drei Viertel der Bevölkerung – rund neun Millionen Menschen – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Insgesamt führen die innenpolitische Lage und die wirtschaftliche sowie humanitäre Situation im Land zu einer anhaltend angespannten Sicherheitslage. Daher ist das Engagement der Vereinten Nationen von besonderer Bedeutung.
Die Vereinten Nationen reagierten auf den erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs, indem sie die UNMISS (United Nations Mission in South Sudan) gründeten. Am 8. Juli 2011 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1996 (2011) für die Blauhelmmission. Der Deutsche Bundestag stimmte einer Beteiligung Deutschlands noch im selben Jahr zu.
Die UN-Mission diente zunächst der Unterstützung beim Aufbau staatlicher Strukturen und der Förderung von Menschenrechten im Südsudan. Mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 2013 wurde das Mandat erweitert. Die Aufgaben von UNMISS umfassen nun zusätzlich den Schutz der Zivilbevölkerung sowie von Personal und Einrichtungen der Vereinten Nationen im Land, die Dokumentation der Menschenrechtssituation vor Ort, die Sicherstellung des Zugangs zu humanitärer Hilfe, die Umsetzung des Friedensvertrags, die Unterstützung des politischen Prozesses sowie die Sicherstellung von freien Wahlen.
Der Einsatz der Bundeswehr basiert auf einem Bundestagsmandat und ist Teil des deutschen Engagements zur multilateralen Krisenprävention und Friedenssicherung. Die Bundeswehr beteiligt sich hier vor allem mit Einzelpersonal in Stäben und Hauptquartieren der UN und entsendet Expertinnen und Experten zur Wahrnehmung von Verbindungs-, Beratungs-, Beobachtungs- und Unterstützungsaufgaben. Zuletzt stimmte der Bundestag der Fortsetzung der Blauhelmmission bis zum 30. Oktober 2026 zu.
Archivbild: Eine Patrouille durchfährt ein Dorf, in dem der Nil über die Ufer getreten ist während der Mission UNMISS im Südsudan
Bundeswehr/Michael Manthe
Eine Patrouille durchfährt den Dschungel im Südsudan
UN Photo/PAO UNMISS Bundeswehr
Archivbild: UN-Beobachter mit Kindern eines Dorfes während eines Fußballturniers im Südsudan
BundeswehrWas macht die Bundeswehr bei UNMISS, wie viele Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert und welche Nationen unterstützen die Mission? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:
Kernauftrag der Bundeswehr bei UNMISS ist es, die Bevölkerung zu schützen, die Menschenrechte zu wahren sowie ein sicheres Umfeld für die zukünftige Rückkehr der Vertriebenen zu fördern. Zusätzlich sorgt sie für den Zugang zu humanitärer Hilfe und die Sicherheit beziehungsweise die Bewegungsfreiheit des UN-Personals. Sie untersucht und dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und leistet Hilfe bei der technischen Ausrüstung sowie der Ausbildung truppenstellender Nationen.
Die Mandatsobergrenze, also die maximale Anzahl der bei UNMISS eingesetzten deutschen Soldatinnen und Soldaten, liegt bei 50 Personen.
UNMISS ist eine multinationale Mission mit Beteiligung von rund 60 Nationen. Jedes Land bringt unterschiedliche Fähigkeiten ein, die gemeinsam dazu beitragen, ein sicheres Umfeld und die Bewegungsfreiheit aller Menschen und Gemeinschaften im Südsudan aufrechtzuerhalten.
Das Einsatzgebiet von UNMISS erstreckt sich über das gesamte Staatsgebiet des Südsudans.
Ein typischer Kontingentzeitraum beträgt in der Regel zwölf Monate. Unabhängig davon haben die Soldatinnen und Soldaten unterschiedlich lange Einsatzeiträume. Die genaue Einsatzdauer kann je nach Funktion, Dienstposten und militärischer Planung variieren.
Das aktuelle Bundestagsmandat zum Einsatz deutscher Truppen bei UNMISS umfasst das gesamte Staatsgebiet im Südsudan. Die eingesetzten deutschen Soldatinnen und Soldaten befinden sich im Missionshauptquartier in der Hauptstadt Juba und als UN-Beobachter auf wechselnden Stützpunkten im gesamten Staatsgebiet.
Bislang haben keine Soldatinnen oder Soldaten während eines Einsatzes im Südsudan ihr Leben verloren.
Dienstgrad, Vorname, Name
DEU A VN Einsatz UNMISS, SSD
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