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Krisenmanagement

LÜKEX 26: Gemeinsam gegen die Folgen von Hitze und Dürre

Übung

LÜKEX 26: Gemeinsam gegen die Folgen von Hitze und Dürre

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Jahrelang zu wenig Regen, danach eine wochenlange Hitzewelle:  Das ist das Szenario der ressort- und länderübergreifenden Krisenmanagementübung LÜKEX 26. Vom 4. bis zum 6. November 2026 proben Bund, Länder, Hilfsorganisationen, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Bundeswehr den gemeinsamen Umgang mit den Folgen einer extremen Dürrelage.

Militärfahrzeuge fahren in einer Kolonne über eine Straße.

Für die Gesamtverteidigung muss der verlässliche Betrieb der Drehscheibe Deutschland auch in einer zivilen Krisenlage sichergestellt sein. Daher ist auch die Planung von Truppenverlegungen Übungsbestandteil.

Bundeswehr/Jana Neumann

Als historisches Vorbild des Szenarios diente die Dürre von 1971 bis 1976. Die Datengrundlage bildeten die Hitzesommer 2015, 2018 und 2019. Das Szenario ist fiktiv, seine Auswirkungen wären es nicht. Auf sechs Jahre mit zu wenig Niederschlag folgt eine wochenlange Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad. Flüsse und Talsperren erreichen bundesweit neue Niedrigwasserrekorde. Ernteausfälle lassen die Lebensmittelpreise steigen. Kommunen warnen vor Wasserknappheit. Kliniken und Rettungsdienste kommen an ihre Belastungsgrenze. Zugleich erfordert die sicherheitspolitische Lage den Transport einer größeren Anzahl militärischer Kräfte durch Deutschland.

Geplant und koordiniert wird LÜKEX 26 – die zehnte dieser Übungsreihe – durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das in Deutschland für die zivile Sicherheit und den Bevölkerungsschutz zuständig ist. Rund 180 Organisationen beteiligen sich in diesem Jahr – so viele wie noch nie. Über den gesamten Zeitraum wirken mehrere Tausend Menschen mit.

Hand in Hand durch die Krise

Eine Krise hält sich nicht an Zuständigkeiten. Die Übung führt daher Akteurinnen und Akteure aus Bereichen zusammen, die den Alltag unmittelbar prägen: Inneres, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Verkehr – und die Bundeswehr. Neben Behörden und Blaulichtorganisationen sind auch Unternehmen als Betreiber kritischer Infrastruktur beteiligt. Denn im Ernstfall müssen zahlreiche Stellen schnell und abgestimmt handeln und möglichst nahtlos ineinandergreifen. LÜKEX 26 soll deshalb auch zeigen, wo Schnittstellen funktionieren und wo Abläufe verbessert werden müssen. Im Fokus steht daher die Zusammenarbeit der Krisenstäbe. Es rücken keine Einsatzfahrzeuge aus.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2004 regelmäßig an LÜKEX. Eine besondere Rolle spielen dabei die Landeskommandos in den einzelnen Bundesländern als Mittler zwischen Bundeswehr und Ländern. In der Amts- und Katastrophenhilfe nach Artikel 35 Grundgesetz sind sie die erste Ansprechstelle, beraten zivile Entscheidungsträgerinnen und -träger zu Umfang und möglichen Grenzen der Unterstützungsleistungen durch die Bundeswehr. Sie koordinieren zivile Hilfeleistungsersuchen und übernehmen Abstimmungsaufgaben zwischen eingesetzter Truppe und zivilen Katastrophenschutzstäben.

Eine Schlüsselfunktion übernehmen auch die Kreis- und Bezirksverbindungskommandos in den Landeskommandos, die sich aus Reservistendienstleistenden der Region zusammensetzen und Teil des territorialen Netzwerks sind. Das Ziel: Im Ernstfall schneller reagieren zu können nach dem Prinzip „In der Krise Köpfe kennen“ und etablierte Netzwerke nutzen.

Truppenverlegungen unter Krisenbedingungen

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen LÜKEX ist die parallele Verlegung größerer Truppenteile über die Drehscheibe Deutschland an die NATO-Außengrenzen. Damit wird die enge Verbindung zwischen ziviler und militärischer Sicherheitsvorsorge sichtbar. Denn militärische Transporte nutzen dieselben Straßen, Schienen und Wasserstraßen wie zivile Versorgung und Rettungsdienste. Eine Dürrelage kann diese Verkehrswege zusätzlich belasten. Sinkende Pegel schränken die Binnenschifffahrt ein, während extreme Hitze Gleisanlagen und Straßenbeläge beschädigen kann. Um zivile wie militärische Transporte sicherzustellen, sind daher auch die Passierbarkeit beziehungsweise Nutzbarkeit von Verkehrswegen, ihre Priorisierung bei Engpässen und die Planung belastbarer Ausweichrouten Bestandteil der Übung. So verbindet LÜKEX 26 den zivilen Bevölkerungsschutz mit der Landes- und Bündnisverteidigung als Teil der Gesamtverteidigung.

von Norman Möller

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