Lebensretter: NATO-Soldaten trainieren in Litauen die Dekontamination von Verwundeten
- Datum:
- Ort:
- Gaižiūnai
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Für die ABC-Abwehr- und Sanitätskräfte der multinationalen NATO-Battlegroup in Litauen stand ein besonders wichtiges Thema an: die Dekontamination von verwundeten Soldatinnen und Soldaten. Dabei müssen im Ernstfall alle Handgriffe sitzen.
Ein ABC-kontaminierter Verwundeter wird in einem Sanitätsfahrzeug zur Dekontaminationseinrichtung gebracht
Bundeswehr/PAO eFPDie Übung beginnt: Ein ABC-kontaminierter Verwundeter wird mit einem GTK Boxer in der Sanitätsvariante zur Dekontaminationseinrichtung gebracht. Jetzt ist volle Konzentration gefragt. Der Patient muss schnellstmöglich von Gefahrenstoffen befreit und für die Weiterversorgung stabilisiert werden.
In der mobilen Einrichtung muss das Sanitätspersonal gemeinsam mit den ABC-Abwehrkräften gewährleisten, dass Kampfstoffe nicht in medizinische Bereiche gelangen. Die Zusammenarbeit der ABC-Abwehr- und der Sanitätskräfte der multinationalen NATO-Battlegroup der enhanced Forward Presence (eFP) in Litauen muss regelmäßig trainiert werden, um einen reibungslosen Ablauf im Ernstfall gewährleisten zu können.
Die Soldatinnen und Soldaten transportieren den Patienten auf einer Feldtrage aus dem GTK Boxer zur ersten Behandlungsstation. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits alle relevanten Informationen über den Patienten an das nachfolgende Personal übermittelt.
Im ersten Schritt wird eine Sichtung durchgeführt, bei der die Verwundungen des Soldaten untersucht und priorisiert werden. „Die Sichtungen, bei mehreren Verletzten die Triage, sind der entscheidende Schritt, um eine effektive und geordnete Behandlung und Evakuierung sicherzustellen“, erklärt ein Soldat der Sanitätskräfte. „Unsere Priorität liegt darin, die schwerstverwundeten Patienten schnellstmöglich zu versorgen.“ Als Nächstes folgt die medizinische Erstversorgung, bevor die eigentliche Dekontamination beginnt. Eine Wundversorgung findet in dieser Phase allerdings nur statt, wenn der Patient unbedingt stabilisiert werden muss.
Unter schwierigen Bedingungen arbeiten die ABC-Abwehr- und die Sanitätskräfte ihr Schema ab. Während des gesamten Verfahrens tragen die Soldatinnen und Soldaten ihre ABC-Schutzausstattung. „Unter Vollschutz ist die physische und kognitive Belastung für die Soldatinnen und Soldaten natürlich enorm. Der Körper verliert mehr Flüssigkeit und die Feinmotorik ist durch die Schutzhandschuhe ebenfalls eingeschränkt“, so der Zugführer der ABC-Abwehrkräfte. Aber sicher ist: Der Eigenschutz ist unerlässlich.
Nach der medizinischen Erstversorgung wird der Patient entkleidet und gründlich gereinigt. „Die Sicherheit unserer Truppen steht immer an erster Stelle, durch die effektive Dekontamination minimieren wir das Risiko einer sogenannten Kontaminationsverschleppung“, so ein Teilnehmer der Übung. Nach Abschluss dieser Maßnahmen folgt die abschließende Behandlung in der letzten Station. „Der Verwundete ist hier unter dauerhafter Beobachtung, bis er in eine weitere Sanitätseinrichtung transportiert werden kann“, so ein Teilnehmer der Übung.
Ein kontaminierter Patient wird mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen versorgt. Die Sanitäter arbeiten gemeinsam mit den ABC-Abwehrkräften zusammen, um ihre Kameradinnen und Kameraden bestmöglich zu behandeln.
Bundeswehr/PAO eFPVor allem im multinationalen Umfeld muss die Kommunikation stimmen. Darum ist es unerlässlich, Ausbildungen wie diese auch in englischer Sprache durchzuführen, um mit allen NATO-Partnernationen zusammenarbeiten zu können und im Ernstfall Patientinnen und Patienten jeder Nation zu versorgen.
Die Soldatinnen und Soldaten der eFP-Battlegroup in Litauen haben ihre psychische und physische Belastbarkeit bei der Übung bewiesen.