Die multinationale Rettungskette bei eFPenhanced Forward Presence
Anerkannte Missionen- Datum:
- Ort:
- Pabrade
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- 2 MIN
Kommt es im Ernstfall für die enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen zu Gefechtshandlungen, ist die Verwundetenversorgung gesichert: Die multinationale Sanitätskompanie ist im Ablauf der Rettungskette bestens geschult. Die Übung der Verwundetenversorgung vom Gefechtsfeld bis zur Rettungsstation – Behandlungsebene 1 – war ein voller Erfolg.
Die niederländischen Einsatzersthelfer stoppen kritische Blutungen und legen venöse Zugänge für die weitere medizinische Behandlung
Armáda České republiky/PAO eFPÜbungsszenario: Niederländische Infanteristen der enhanced Forward Presence Battlegroup Lithuania patrouillieren in einem Dorf in Litauen. Plötzlich werden sie angegriffen: Feindliche Soldatinnen und Soldaten schießen aus verschiedenen Richtungen und verwunden mehrere Soldatinnen und Soldaten. Die Combat First Responder des niederländischen Zuges beginnen sofort mit der Verwundetenversorgung unter dem Feuerschutz der übrigen Soldatinnen und Soldaten.
Mit dem Hubschrauber geht es schneller, denn es gilt der Grundsatz der „goldenen Stunde“: Innerhalb von 60 Minuten sollen Patienten die erste notfallmedizinische Behandlung erhalten
Armáda České republiky/PAO eFPDie besonders geschulten Einsatzersthelfer stellen fest, dass es sieben Patienten gibt, drei davon schwer verwundet. Mit einem 9-Liner fordern sie rasch und präzise medizinische Unterstützung und Transportraum an. Nachdem der Gegner bekämpft ist, landet ein Rettungshubschrauber der litauischen Luftwaffe. Norwegische und belgische Sanitätssoldatinnen und -soldaten übernehmen die Patienten und versorgen sie an Bord weiter. Sie dürfen keine Zeit verlieren: Starke Blutungen müssen schnellstmöglich gestillt werden, um einen tödlichen Blutverlust zu verhindern.
In der Verwundetensammelstelle werden die Patienten von einer Notärztin gesichtet, kategorisiert (triagiert) und anschließend in die Behandlungseinrichtungen gebracht
Bundeswehr/Maurice HeckNach einem etwa zehnminütigen Flug landet der MedEvacMedical Evacuation-Hubschrauber nahe der deutschen Role 1. So wird die Rettungsstation bezeichnet, in der die grundlegende notfallmedizinische Versorgung durchgeführt werden kann. Das Ziel ist es, den Patienten zu stabilisieren sowie seine Weitertransportfähigkeit herzustellen. Die Rettungsstation besteht aus einem Container zur Versorgung schwer verletzter Patienten sowie einem Zelt, in dem maximal vier Patienten behandelt werden können.
Das niederländische Rettungsteam bringt die Patienten im Sanitäts-GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug-Boxer von der Landungszone zur niederländischen Rettungsstation und behandelt kritische Verwundungen
Bundeswehr/Maurice Heck
Ein niederländischer Sanitäter dokumentiert die Behandlung eines Patienten
Bundeswehr/Maurice HeckEin deutscher Notarzt übernimmt die Patienten unmittelbar nach Landung des Hubschraubers. Er führt eine Triage durch, bei der die Patienten nach kurzer Untersuchung entsprechend des Grades ihrer Verwundung und der Dringlichkeit der Behandlung kategorisiert werden. Hierbei wird in die Stufen 1 bis 3 unterschieden: schwer, mittelschwer oder leicht verwundet. Weil mit sieben eingetroffenen Patienten die Behandlungskapazität der deutschen Role 1 überschritten ist, übernehmen niederländische Sanitätsfahrzeuge vom Typ GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug-Boxer drei der Verwundeten und bringen sie in die niederländische Behandlungsebene 1, die sich ein Stück weiter im Gelände befindet.
Für schwer verwundete Patienten steht in der deutschen Behandlungsebene 1 ein Behandlungscontainer bereit, der wie ein deutscher Rettungswagen ausgestattet ist. Hier können zur Not auch kleine Eingriffe durchgeführt werden.
Bundeswehr/Maurice HeckWährenddessen werden in der deutschen Rettungsstation die ersten Verwundeten behandelt. Maximal 15 Minuten dauert im besten Fall die Behandlung durch die beiden Notärzte und die Notfall- sowie Einsatzsanitäter. Wunden werden versorgt, eine Thoraxdrainage angelegt und schmerzstillende Medikamente verabreicht. Nachdem die Verwundeten für ihren Weitertransport stabilisiert worden sind, werden sie zur ersten chirurgischen Behandlung in die Behandlungsebene 2 oder Behandlungsebene 3 – ein Rettungszentrum beziehungsweise ein Einsatzlazarett – verlegt. Das beruhigende Fazit? Die multinationale Rettungskette der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen funktioniert!
In der Behandlungseinrichtung der Ebene 1 befinden sich neben Materialien zur Wundversorgung und Atemwegssicherung auch diverse Gerätschaften zur Diagnostik und Überwachung
Bundeswehr/Maurice Heck
In der deutschen Behandlungsebene 1 arbeiten zwei Notärzte, zwei Notfallsanitäter, vier Einsatzsanitäter und eine medizinische Fachangestellte
Bundeswehr/Maurice Heck
Im sogenannten Schockcontainer können unter anderem folgende Eingriffe durchgeführt werden: Thoraxdrainagen, Intubationen und blutstillende Maßnahmen. Dazu stehen immer je eine Notärztin oder ein Notarzt sowie ein Notfallsanitäter bereit.
Bundeswehr/Maurice Heck
Die Zusammenarbeit mit der litauischen Luftwaffe ist eine besonders lehrreiche Übung, sowohl für die Sanitätskräfte als auch für die Piloten. Abläufe wie die Patientenübergabe, aber auch die Behandlung an Bord können geübt werden.
Bundeswehr/Maurice Heck
Zwischen Hubschrauber und Rettungsstation werden die Patienten vom Sanitätspersonal getragen
Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Der Mi-8 der litauischen Luftwaffe dient neben der MedEvacMedical Evacuation-Rolle auch als Search and Rescue-Hubschrauber und kann mehrere liegende Patienten auf Tragen und weitere sitzend transportieren
Bundeswehr/Maurice Heck