Mein Partner oder meine Partnerin braucht Hilfe, weigert sich aber... Wer hilft uns?

Mein Partner oder meine Partnerin braucht Hilfe, weigert sich aber... Wer hilft uns?

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Angehörige tröstet einen Soldaten

Niemand kann sagen, was einen genau im Einsatzland erwartet und wie man mit Tod, Verwüstung und Krieg umgehen soll. Im Einsatzland angekommen, muss man sich auf völlig alltagsfremde Situationen einstellen, womöglich ständig steht man unter Anspannung und Stress. Hinzu kommen die etwaigen Gedanken, die man sich um die Liebe zu Hause macht: Läuft zu Hause alles gut? Wird meine Beziehung das überstehen? Hoffentlich entfremde ich mich nicht zu sehr von meinen Kindern. Werden meine Eltern mit dieser Belastung zurecht kommen?

Die psychischen Störungen, die Einsatzsoldaten erleiden können, reichen von einfachen bis hin zu massiven Belastungsreaktionen. Chronische Überforderung äußert sich in körperlicher und emotionaler Erschöpfung, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug, chronischer Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Depressionen, Angst-, Panik- und psychosomatische Störungen sind die Folge. Besonders schwer kann es Soldaten treffen, die potenziell traumatisierende Ereignisse erleben. Sie laufen Gefahr, an der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBSPosttraumatische Belastungsstörung) zu erkranken. Sie ist die schwerste Form aller menschlichen Stressreaktionen.

Für jeden Einzelnen ist es wichtig, die Grenze zu erkennen und zu akzeptieren, an der er alleine nicht mehr zurechtkommt. Schwäche zuzugeben ist des Soldaten Stärke allerdings nicht. Schon gar nicht, wenn es sich um psychische Probleme handelt. Über die Angst reden, das kommt vor, wenn die Soldaten in vertrauter Runde abends zusammensitzen. Dann bahnt sich auch schon mal die eine oder andere Träne der Verzweiflung ihren Weg. Doch Hilfe in Anspruch zu nehmen, das ist ein anderes Paar Stiefel. „Da komme ich schon alleine mit zurecht, da muss ich alleine durch“, sind Gedanken, die den Soldaten bewegen.

Beauftragte für Posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte

Soldaten tun gut daran, sich rechtzeitig helfen zu lassen. Durch eine frühzeitige psychotherapeutische Intervention kann der Entwicklung einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung entgegengewirkt werden, sagen Fachleute. Sobald das Trauma rational und emotional verarbeitet ist, verliert es die Macht über den Patienten. Mit der Einrichtung der Funktion Beauftragter des BMVgBundesministerium der Verteidigung für Posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte, kurz Beauftragter PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, im November 2010, gibt es eine zentrale Stelle im Ministerium, die alle Kräfte und Anstrengungen innerhalb der Bundeswehr bündeln und so ausrichten soll, dass die Verfahren und Hilfsmöglichkeiten bei körperlichen und auch bei psychischen Verwundungen beschleunigt und transparenter werden. Gleichzeitig fungiert der Beauftragte PTBSPosttraumatische Belastungsstörung mit seinen derzeit drei Mitarbeitern als zentrale Ansprechstelle für alle betroffenen Soldatinnen und Soldaten, seien sie aktiv bereits ausgeschieden, auch für zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Angehörigen von Betroffenen. Wenn Sie alleine nicht mehr weiter kommen oder nicht mehr weiter wissen und auch die Kräfte vor Ort nicht mehr weiter wissen, ist der Beauftragte PTBSPosttraumatische Belastungsstörung für Sie da.

Links:

Beauftragte(r) für einsatzbedingte posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte

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