GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise 2026
Die Landespolizei Schleswig-Holstein informiert über die bundesweite Terrorabwehrübung von Polizei und Bundeswehr.
Was muss getan werden, wenn Extremisten den deutschlandweiten Aufstand wagen? Wenn in mehreren Bundesländern gleichzeitig Terroralarm ausgelöst wird, die örtlichen Sicherheitsbehörden an ihr Limit kommen und die Bundeswehr zur Unterstützung gerufen wird? Dieses Szenario wird bei „GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise 2026“ vom 16. bis zum 19. März 2026 geprobt.
Das Land und seine Menschen schützen: Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos der bayerischen Polizei und Soldaten der Bundeswehr bei der ersten GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise-Terrorabwehrübung im März 2017
Getty Images/Philipp GuellandDeutschland muss sich als wirtschaftlich stärkstes Land Europas und wegen seiner Rolle als logistische Drehscheibe für NATONorth Atlantic Treaty Organization-Truppen gegen hybride Bedrohungen wappnen: Drohnenüberflüge über Verkehrsflughäfen, Sabotageakte an kritischen Infrastrukturen – insbesondere in der Ostsee – und die Enttarnung sogenannter „Wegwerf-Agenten“ zeigen, dass Deutschland und seine Institutionen Akteuren gegenüberstehen, die der Bundesrepublik Schaden zufügen wollen – allerdings unterhalb der Schwelle kriegerischer Auseinandersetzungen.
Ziel der GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise 2026 ist es, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bundeswehr weiter zu stärken und die Reaktionsfähigkeit auf komplexe Bedrohungslagen in realistischen Szenarien zu testen.
Ein solches Szenario wird bei der Übung GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise – der „Gemeinsamen Terrorabwehr-Exercise“ – von der Polizei mit Hilfe der Bundeswehr durchgespielt. Angenommen wird, dass eine rechtsextreme Terrorgruppe in Schleswig-Holstein mehrere zeitlich abgestimmte Anschläge auf Ziele an der Ostsee plant. Als die Pläne auffliegen, stellt sich heraus, dass auch in mehreren anderen Bundesländern Terrorzellen aktiv sind. Das Szenario geht in der Folge davon aus, dass in Baden-Württemberg ein Staudamm und mehrere Brücken gesprengt werden und es zu Plünderungen kommt, während sich gleichzeitig die Hinweise auf einen Terroranschlag in der Großstadt Hamburg verdichten. Die Lage spitzt sich weiter zu: Die Polizei stößt an ihre Grenzen, der Katastrophenfall wird ausgerufen, die Innenbehörden fordern Unterstützung durch die Bundeswehr an.
Damit sich die Polizei auf ihre Arbeit konzentrieren kann, unterstützen die Streitkräfte sowohl mit Aufklärungs- und Transportkapazitäten als auch mit technischer und logistischer Expertise. Beispielsweise stellt die Bundeswehr NH90-Hubschrauber und Sturmboote zur Verfügung, um Bereitschaftspolizisten an ihre Einsatzorte zu bringen. Auch Spezialkräfte der Bundeswehr werden eingesetzt, um an der Verhinderung von Terroranschlägen im GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise-Szenario mitzuwirken.
Damit das Zusammenspiel der Sicherheitsbehörden gelingt, müssen Lageinformationen zwischen den Führungsebenen systematisch ausgetauscht und das taktische Vorgehen miteinander abgestimmt werden. Auch geht es darum, die Befehlsketten von Polizei und Bundeswehr für den Fall eines Terrorangriffs zu harmonisieren – alles das wird bei GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise einstudiert. Grundlage für die Unterstützung durch die Bundeswehr ist der Artikel 35 des Grundgesetzes, wonach sich Land und Bund im Fall von besonderen Lagen gegenseitig helfen können.
Rund ein Jahr wurde die Übung vorbereitet. Zentrum des Geschehens ist das Bundesland Schleswig-Holstein, vor allem die Ostsee rund um die Kleinstadt Heiligenhafen. Aber auch in den Landkreisen Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie in den Städten Kiel, Neumünster und Lübeck wird geübt. Daneben werden auch Teile des Nord-Ostsee-Kanals und Buchten an der Ostsee zu GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise-Schauplätzen, um den Schutz maritimer kritischer Infrastrukturen zu üben.
Außerhalb von Schleswig-Holstein wird von GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise wenig zu spüren sein. Neben der Landespolizei von Schleswig-Holstein sind aber auch die Polizeien von Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bei der Antiterror-Übung dabei. Bundeskriminalamt, Bundespolizei und Technisches Hilfswerk sind ebenfalls vertreten.
Für den Einsatz der militärischen Kräfte der GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise-Übung trägt das Operative Führungskommando der Bundeswehr die Verantwortung. Beteiligt sind neben dem Landeskommando Schleswig-Holstein auch Soldatinnen und Soldaten vom Kommando Spezialkräfte Marine, vom Seebataillon und vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51. Bundesweit sind mehr als 2.500 Kräfte von Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk bei GETEXGemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise im Einsatz, allein in Schleswig-Holstein üben 1.500 Frauen und Männer.
von Timo Kather