MANTIS-Waffensysteme an die Slowakei abgegeben
Ausrüstung und Technik- Datum:
- Ort:
- Berlin
- Lesedauer:
- 1 MIN
Die Bundeswehr hat das Waffensystem vom Typ MANTIS nicht mehr in der Nutzung. Die zwei letzten Einheiten des Systems wurden an die Slowakei abgegeben und verbessern dort die Fähigkeiten in der Luftverteidigung. Das durch die Abgabe frei gewordenen Personal soll nun für den Einsatz am neu einzuführenden System IRIS-T SLM geschult werden.
Die Feuereinheit eines MANTIS-Waffensystems der Flugabwehrraketengruppe 61 bei einer Übung in Österreich (Archivbild)
Bundeswehr/Lars KochDie zweite und letzte unentgeltliche Lieferung von MANTIS-Systemen an die Slowakei erfolgte im Oktober. Damit soll die Luftverteidigung an der NATO-Ostflanke vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine dauerhaft gestärkt werden. Die Übergabe erfolgte in Nitra an die 11. slowakische Luftwaffenbrigade.
Mit MANTIS lassen sich im 360-Grad-Radius und einer Tiefe von bis zu drei Kilometern Städte, Feldlager oder Objekte der kritischen Infrastruktur schützen. Bekämpft werden können Raketen, Artillerie- und Mörsergeschosse. Die Lieferung aus Deutschland umfasste auch fünf Luftraumüberwachungsradare sowie die Ausbildung von über 40 slowakischen Soldaten zum Betrieb und zur Wartung der Waffensysteme.
Von der Bundeswehr wird MANTIS damit nicht mehr genutzt. Das bisher dafür eingesetzte Personal wird für die Bedienung des neuen bodengebundenen Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM frei. Das Waffensystem besteht aus einem Gefechtsstand, einem Radargerät und mehreren Startgeräten zum Verschießen der Lenkflugkörper und ist für den sogenannten Nahbereichsschutz ausgelegt. Mit ihm können gegnerische Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper oder Drohnen auf eine Distanz von bis zu 40 Kilometern bekämpft werden.
In der Ukraine ist das Waffensystem bereits unter Gefechtsbedingungen im Einsatz. Ihm wird eine hervorragende Leistungsfähigkeit bescheinigt. Die ersten der bereits bestellten IRIS-T-SLM-Systeme sind für die Flugabwehrraketengruppe 61 in Todendorf vorgesehen.
von Johannes Friedemann