Bundeswehr engagiert sich in der NATO auf vielen Ebenen
In Litauen, der Nord- und Ostsee, dem Mittelmeer oder mit Kräften für die Eingreiftruppe NRF – ein Überblick über die Bundeswehr in der NATO.
Das Flugabwehrraketensystem Patriot schützt im Einsatz durch Luftraumüberwachung. Patriot stuft bei einer Gefahr automatisch die Bedrohlichkeit der Lage ein und leitet die Auswertung an die Feuereinheit weiter. Die Radartechnik ist ein Zusammenschluss mehrerer Radargeräte, die auf ein Antennensystem zugreifen.
Schneller als der Schall: Die PAC-3 Lenkflugkörper erreichen bis zu fünffacher Schallgeschwindigkeit. Sie werden von Launcher genannten Patriot-Startgeräten abgefeuert.
Bundeswehr/Dominik Christian FischerFür die Landes- und Bündnisverteidigung leistet die Luftwaffe mit Patriot einen Beitrag zur Handlungsfähigkeit der NATO im Bereich des internationalen Krisenmanagements. Bereits 1989 beschaffte die Bundeswehr das Flugabwehrraketensystem Patriot. Es erkennt automatisch, wer Freund und wer Feind ist und kann Flugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Raketen mit modernster Technik bekämpfen.
Ursprünglich wurde Patriot zu Abwehr von Flugzeugen gebaut. Doch im Wandel der Zeit änderte sich auch das Spektrum der Bedrohungen. Zur Bekämpfung von höher entwickelten ballistischen Raketen wurde das System angepasst und zählt damit zu den modernsten Flugabwehrsystemen der Welt.
Die neueste Weiterentwicklung verfügt über ein moderneres Fernmelde- und Datenverarbeitungssystem und eine Umrüstung der Startgeräte für den Lenkflugkörper PAC-3 (Patriot Advanced Capability). Der bekämpft feindliche Raketen durch einen direkten Treffer, einen Hit-to-kill.
Das Patriot-System besteht aus mehreren Komponenten, die auf Lastkraftwagen montiert sind: Feuerleitstand, Multifunktionsradargerät, Stromerzeugeraggregat, Startgerät und Richtfunktrupp mit Stromerzeuge- und Antennenmastanlagen. Im Feuerleitstand führen Bedienerinnen und Bediener den Feuerkampf. Sie erhalten Anweisungen vom übergeordneten Gefechtsstand. Alle Entscheidungen werden in Absprache und gemeinsam getroffen. Als Besonderheit verfügt der Leitstand über einen kompletten ABC-Schutz, also einen Schutz gegen atomare, biologische und chemische Kampfmittel.
Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist groß: Das Multifunktionsradargerät erkennt und kategorisiert Ziele, während die Entscheidungsgewalt für die Bekämpfung immer beim Bedienpersonal liegt. Das Radargerät verwendet präzise Entfernungs- und Winkelbestimmung. Mit einer Wirkungsreichweite von 68 Kilometern kann Patriot gleichzeitig fünf Ziele bekämpfen. Über das Stromerzeugeraggregat wird das System versorgt. Dazu stehen zwei Generatoren mit 150 Kilowatt Leistung bereit.
Das Startgerät kann bis zu acht Lenkflugkörper aufnehmen. Der Richtfunktrupp ist mit Stromerzeugeranlagen und Antennenmastanlagen ausgestattet. Die maximale Ausfahrhöhe des Antennenmastes beträgt 34 Meter und die Reichweite der Anlage 50 Kilometer.
Aufgaben | Flugabwehr |
|---|---|
Komponenten | Feuerleitstand, Multifunktionsradargerät, Stromerzeugeraggregat, Startgerät mit 4 oder 8 Lenkflugkörpern, Richtfunktrupp mit Stromerzeugeranlagen und Antennenmastanlagen |
Bekämpfungsreichweite | circa 68 km |
Gleichzeitig kontrollierbar | bis zu 50 Ziele |
Gleichzeitig bekämpfbar | bis zu 5 Ziele |
Länge | 5,2 m |
|---|---|
Startgewicht | 312 kg |
Durchmesser | 25 cm |