„Unsere Kampfschwimmer sind gegen den Widerstand feindlicher Kräfte an Bord gegangen“, umreißt er die Lage. „Dabei sind Kameraden verwundet worden, die nun vom SOMST (Special Operations Medical Support Team) versorgt und evakuiert werden müssen.“ Der Haken dabei: Das Schiff ist bislang nicht feindfrei gemeldet. Es ist also Vorsicht geboten. Das SOST (Special Operations Surgical Team) hat in der alten Offiziersmesse der „Karlsruhe“ die MTF (Medical Treatment Facility) eingerichtet, um die Verwundeten schnell transportfähig zu machen.
In der Regel ist das SOST nicht direkt in der Gefahrenzone, sondern an einem anderen Ort, zum Beispiel auf einem eigenen oder alliierten Schiff untergebracht. In der Übung findet alles auf der „Karlsruhe“ statt. Leider braust pünktlich zum Übungsbeginn ein Sturmtief über Norddeutschland. Die geplante Anlandung des SOMST mit dem Hubschrauber auf dem Achterdeck musste wegen extremer Böen ebenso entfallen wie die Evakuierung der Verwundeten mit dem Schlauchboot.
Die Aktivitäten im Inneren des Schiffes sind davon nicht betroffen. Und so arbeitet sich bald das SOMST durch die „Karlsruhe“. Es schlängelt sich, bepackt mit Waffen, medizinischer Ausrüstung und einer Spezialtrage, durch die engen und verbauten Gänge und Räume – und das alles unter Eigensicherung. Ein Kampfschwimmer hat die Männer an der ABC-Schleuse unterhalb des Achterdecks empfangen. Mit seiner Hilfe finden sie schnell den ersten Verwundeten in einer Kajüte.
Die leichte Verwundung ist ein Fall für den Einsatzsanitäter, entscheidet Oberstabsarzt Michael Behrens*. Er ist erst seit 2020 beim KSM und als ehemaliger Leistungsschwimmer und Chirurg ein Seiteneinsteiger. An den Übungen schätzt er besonders die militärische Taktik, die er hier kennenlernt und im Einsatz brauchen wird. „Denn auch als Arzt darf ich für die Kampfschwimmer kein Klotz am Bein sein“, sagt Behrens. Er lässt den Verwundeten zum SOST in die alte Offiziersmesse der Fregatte bringen, wo dieser weiter medizinisch versorgt wird.