Duale Berufsausbildung bei der Bundeswehr
In den Ausbildungswerkstätten erlernen junge Menschen zivile Berufe mit Zukunft.
Die bis zu 150 Auszubildenden in Weener werden in insgesamt vier verschiedenen Berufen unterrichtet. Die duale zivile Ausbildung legt den Fokus auf projektorientierte Arbeitsweisen, um von Beginn an eine praxisnahe Ausbildung sicherzustellen. Die berufliche Grundausbildung der Ausbildungswerkstatt erfolgt in Kooperation mit regionalen Berufsschulen.
Die Ausbildungswerkstatt in Weener
BundeswehrDie Bundeswehr steht für Sicherheit, Souveränität und Schutz – im In- und Ausland. Damit sie ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen kann, braucht sie neben Soldatinnen und Soldaten auch qualifizierte zivile Fachkräfte. In den Ausbildungswerkstätten der Bundeswehr lernen junge Menschen, komplexe Geräte und Systeme zu warten, zu prüfen und instand zu setzen.
Die Ausbildungswerkstatt in Weener bietet jedes Jahr 40 engagierten Personen die Chance, einen technischen Beruf mit Zukunft zu erlernen. Moderne Technik, erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ein kollegiales Umfeld sorgen dafür, dass Theorie und Praxis optimal zusammenfinden. Das ganze Gebäude ist barrierefrei.
In der Ausbildungswerkstatt Weener werden jährlich vier Berufe mit einem technischen Schwerpunkt ausgebildet.
Nach erfolgreichem Abschluss ist eine Weiterbeschäftigung bei der Bundeswehr möglich: als ziviler Mitarbeiter beziehungsweise zivile Mitarbeiterin, in der Beamten- oder in der militärischen Laufbahn.
Die Ausbildungswerkstatt Weener bietet mit circa 3.700 Quadratmetern Bruttogrundfläche Platz für praxisorientierten Unterricht, moderne Werkstätten und vielfältige Projektflächen. Die Projekte werden in der Ausbildungseinrichtung in Einzel- oder Gruppenarbeit durchgeführt und orientieren sich am Ausbildungsrahmenplan des jeweiligen Berufs.
Hier gibt es Möglichkeiten, früh Verantwortung zu übernehmen. Auch kleinere Aufgaben, zum Beispiel die Einrichtung und Konfiguration eines Druckers oder anderer Geräte, sind zwischendurch möglich. Alle Arbeitsplätze in der Ausbildungswerkstatt sind berufsspezifisch ausgestattet und höhenverstellbar. Die Abschlussprüfung erfolgt über die Industrie- und Handelskammer (IHK).
Elektronikerinnen und Elektroniker (m/w/d) für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Betriebs-, Produktions- und Verfahrensanlagen, von Schalt- und Steueranlagen über Anlagen der Energieversorgung bis zu Einrichtungen der Kommunikations- und Beleuchtungstechnik. Sie programmieren, konfigurieren und prüfen Systeme und Sicherheitseinrichtungen. Sie organisieren die Montage und weisen die künftigen Anwenderinnen und Anwender in die Bedienung bei Übergabe der Anlagen und Systeme ein.
Die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker für Betriebstechnik dauert dreieinhalb Jahre.
Die Auszubildenden verbringen das dritte Ausbildungsjahr in einem regionalen Industriebetrieb. Hier erleben sie praxisnah industrielle Fertigung und wirken bei Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung von automatisierten Fertigungsanlagen mit.
BundeswehrFachinformatikerinnen und Fachinformatiker (m/w/d) der Fachrichtung Systemintegration planen und konfigurieren IT-Systeme. Als Dienstleisterin und Dienstleister richten sie diese Systeme entsprechend den Kundenanforderungen ein und betreiben beziehungsweise verwalten sie. Dazu gehört auch, dass sie bei auftretenden Störungen die Fehler systematisch und unter Einsatz von Experten- und Diagnosesystemen eingrenzen und beheben. Sie beraten bei Auswahl und Einsatz der Geräte, lösen Anwendungs- und Systemprobleme und erstellen Systemdokumentationen. Für die angehenden Facharbeiter steht in der Ausbildungswerkstatt eine große Serverinfrastruktur nur für die Ausbildung zur Verfügung. Zusätzlich gibt es dedizierte Hardware für nahezu alle beruflichen Spezialanwendungsfälle. Neben einer umfangreichen Netzwerkausstattung stehen ebenso Mess- und Prüfmittel für den Aufbau von Kabelanlagen zur Verfügung. Die Ausbildung zur Fachinformatikerin oder zum Fachinformatiker für Systemintegration dauert drei Jahre.
Elektronikerinnen und Elektroniker (m/w/d) für Geräte und Systeme steuern und überwachen Abläufe in der Herstellung und Instandhaltung von informations- oder kommunikationstechnischen Geräten. Sie nehmen Systeme und Geräte in Betrieb und halten sie instand. Sie erstellen Fertigungsunterlagen, richten Fertigungs- und Prüfmaschinen ein, installieren und konfigurieren Programme oder Betriebssysteme und wirken bei der Qualitätssicherung mit. Zudem beraten sie Kundinnen und Kunden und weisen Benutzerinnen und Benutzer in die Handhabung der Geräte ein. Neben der Laborumgebung mit aktuellen Mess- und Prüfgeräten steht den Auszubildenden eine Platinenfertigung mit eigener Ätzanlage sowie Platinenfräse zur Verfügung.
In den Werkstätten werden adaptive Fertigungen mit 3D-Druckern sowie komplexe Schaltungen mit Mikrocontrollern realisiert. Die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker für Geräte und Systeme dauert dreieinhalb Jahre.
Die Elektroniker für Geräte und Systeme haben in der Ausbildungswerkstatt Weener einen eigenen Ätzraum zur Herstellung von Platinen für verschiedene Projekte
BundeswehrMechatronikerinnen und Mechatroniker (m/w/d) stellen einzelne mechatronische Komponenten her und montieren sie zu Systemen und Anlagen. Die fertigen Anlagen nehmen sie in Betrieb und programmieren sie oder installieren zugehörige Software. Dabei richten sie sich nach Schaltplänen und Konstruktionszeichnungen und prüfen die Anlagen sorgfältig, bevor sie sie an ihre Kundinnen und Kunden übergeben. Außerdem halten sie mechatronische Systeme instand und reparieren sie. In der Ausbildungswerkstatt steht den Auszubildenden nicht nur ein umfangreicher Maschinenpark zu Verfügung, welcher eine elektrohydraulische Kantbank und Schlagscheren beinhaltet, sondern auch eine Vielzahl von Bohrmaschinen, Drehbänken und Fräsen. Neben adaptiven Fertigungen mit 3D-Druckern gibt es außerdem fortschrittliche Schweißkabinen. Die Ausbildung zur Mechatronikerin oder zum Mechatroniker dauert dreieinhalb Jahre.
Einmal im Jahr findet in der Ausbildungswerkstatt der Tag der Ausbildung statt. Hier können sich Interessierte vor Ort über die Werkstatt und die Ausbildungsinhalte informieren. Zusätzlich werden den Besucherinnen und Besuchern die hier ausgebildeten Berufe in Form von Projekten vorgestellt. Hier ist für jedes Altersspektrum etwas dabei. Von der Hüpfburg für die ganz Kleinen, über Bastelprojekte für die Kinder, bis hin zu Fachinformationen für die Großen.
Ausbildungsbeginn ist immer der 1. August eines Jahres. Interessierte können sich über das Bewerbungsportal der Bundeswehr bewerben. Voraussetzung ist mindestens ein qualifizierter Abschluss der Haupt- oder Realschule (oder ein vergleichbarer Abschluss). Ein besonderer Fokus wird auf die Leistungen in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik gelegt.
und sofern vorhanden:
Die Ausbildungswerkstatt Weener ist eine von insgesamt 28 Ausbildungsstätten der Bundeswehr. Ob bei der Luftwaffe in Wunstorf, bei der Marine in Flensburg oder beim Heer in Aachen – überall lernen junge Menschen praxisnah, wie man technische Systeme analysiert und komplexe Systemfehler behebt.
von Timon Röpke E-Mail schreibenRostocker Str. 12, 26826 Weener