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WTD 91

Hier erhalten Sie detaillierte Informationen zur Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen. Erfahren Sie mehr zu ihren Aufgaben und Kompetenzen, ihrer organisatorischen Struktur und Erreichbarkeit.

Auftrag der WTD 91

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition (WTDWehrtechnische Dienststellen 91) ist das Technologiezentrum für Waffen und Munition der Bundeswehr und mit einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern der größte instrumentierte Schießplatz Westeuropas.

In den Bereichen Ballistik, Akustik, Optronik und Meteorologie verfügt die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 über die alleinige Fachkompetenz im Rüstungsbereich. Zudem liegt bei ihr die Projektleitung für die gesamte Fachtechnik des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (GeoInfoDBw).

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Sie befindet sich in Meppen (Niedersachsen) und wurde 1957 gegründet.

Aufgaben

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition führt experimentelle und analytische Untersuchungen sowie integrierte Nachweisführungen im Rahmen des Customer Product Management (CPMCustomer Product Management) durch. Darüber hinaus bearbeitet die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 Forschungs- und Technologievorhaben und unterstützt Rüstungsvorhaben fachtechnisch. Werden Waffen und Munition genutzt, ist die Dienststelle verantwortlich für deren technische Betreuung.

Sensortragebogen

Mit dem Sensortragebogen werden Fahrzeuge aus unterschiedlichen Aspektwinkeln vermessen.

Bundeswehr/WTD 91-520

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 untersucht, erprobt und bewertet 

  • Waffen und Waffensystem,
  • Munition aller Art,
  • Raketen,
  • Lenkflugkörper,
  • Drohnen, 
  • akustische Apparaturen,
  • optische und optronische Aufklärungs- und Feuerleitgeräte sowie 
  • meteorologisches und geodätisches Gerät. 

Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Dienststelle sind Schutzbauten und -einrichtungen sowie Angelegenheiten des Panzerschutzes.

Kompetenzen

Die Vielfalt der Aufgaben der Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition erfordert Fachkenntnisse über Waffensysteme und deren Komponenten ebenso wie Expertisen zu Technologien und angewandten Techniken.

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 führt ballistische Grundlagenuntersuchungen auf allen Gebieten der Rohrwaffen durch, einschließlich der Teilbereiche Wirkung und Schutz. Sie misst, analysiert und bewertet die ballistischen Parameter aller in der Bundeswehr eingeführten und zur Einführung vorgesehenen Rohrwaffen und deren Munition. Dazu bedient sie sich modernster Messtechniken und nutzt die Kompetenz des eigenen hochqualifizierten Fachpersonals.

Bei der Innenballistik untersucht und bewertet die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 die Vorgänge während der Schussentwicklung im Rohr.
Bei der Außenballistik untersucht und bewertet sie die Flugmechanik von Rohrwaffen- und Abwurfmunition sowie die Aerodynamik von Lenkflugkörpern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ermitteln aerodynamische Geschosskenndaten, berechnen die Daten für Feuerleitrechner und erstellen Schusstafeln.

Um die äußere Sicherheit beim Schießen zu gewährleisten, ermittelt und definiert die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 für Schieß- und Truppenübungsplätze außerdem die Gefahrenbereiche von Rohrwaffen, Raketen und Lenkflugkörpern sowie das Verhalten von Abprallern.

Außerdem führt die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 im Rahmen von Forschungs- und Technologievorhaben Untersuchungen im Technologiefeld Rohrwaffen durch und arbeitet mit Firmen und Forschungsinstitutionen im In- und Ausland zusammen. 

Das Kalibrierwesen der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 kalibriert Druckmessanlagen, Pendelschießböcke, Gewichtsmassen sowie Waagen, nimmt Vergleichsprüfungen von innen- und außenballistischen Messanlagen vor und prüft Treibladungsanzünder.

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ist nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert und verfügt über folgende Druckkalibrieranlagen:

  • Piezoelektrischer und piezoresistiver Druckaufnehmer
  • Messwertumformer
  • Ladungsverstärker
  • Kalibratoren
  • Manometer

Die Druckkalibrieranlagen der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 sind von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) im Druckbereich bis 10.000 bar kalibriert, die Messunsicherheit beträgt 0,05 % vom Messendwert.

Um gleichbleibende Standards aufrechtzuerhalten, prüfen mobile ballistische Prüftrupps der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 als Bestandteil von Entwicklungs- und Lieferverträgen für Waffen und Munition die innen- und außenballistischen Messeinrichtungen der Auftragnehmer (Firmen) im In- und Ausland.

Der Lehrstab für den Umgang mit Munition und Explosivstoffen der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 führt Lehrgänge zum Erwerb der entsprechenden Sach- und Fachkunde durch. Neben Bundeswehrangehörigen bildet die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition Angehörige der Kampfmittelräumdienste der Länder, Polizeifeuerwerker, Sprengstoffermittler und -entschärfer des MADMilitärischer Abschirmdienst  und BKABundeskriminalamt  mit angeschlossenen Dienststellen des BMIBundesministerium des Innern und der Länder (GSG 9 und SEK) sowie Firmenangehörige und Institutsmitarbeiter aus.

Zu den Aufgaben der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 gehört es auch, vorhandene Technik optimal an die Fähigkeiten, Grenzen, Bedürfnisse und sonstigen Gegebenheiten der Nutzerinnen und Nutzer anzupassen. 

Hierzu weist die Wehrtechnische Dienststelle den technischen Systemen und Menschen Aufgaben und Funktionen zu, die sich an den jeweiligen Kundenvorgaben orientieren. Dabei werden humanbezogene Bewertungsverfahren und -kriterien sowie Belastungsgrenzwerte festgelegt.

In diesem Zusammenhang untersucht die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 verschiedenste Aspekte wie 

  • Körper- und Bedienkräfte
  • Mensch-Maschine-Interaktion
  • Sichtbereiche
  • Beleuchtung
  • Schock (Minenschutz, Crash Tests, Rückstoß)
  • Biomechanik
  • Wundballistik
  • Habitabilität (Klima, Staub, Feuchtigkeit)
  • Vibrationen
  • toxische Substanzen
  • Bediensicherheit und technische Sicherheit
  • Verstaukonzepte und Beladung

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 misst, prüft, simuliert, bewertet und optimiert dazu Arbeitsplätze und Arbeitsplatzumgebungen, Bedienungsabläufe und Informationsdarbietungen sowie Belastungen und Beanspruchungen des Personals. 

In „Out-Of-Area“-Einsätzen, sprich Bundeswehr Einsätzen außerhalb Deutschlands und des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebietes , werden Soldatinnen und Soldaten zunehmend durch Minen bedroht. Daher wird die Minenräumung immer wichtiger.

Die Spezialistinnen und Spezialisten der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 führen in enger Zusammenarbeit mit dem Zünderlabor   der Dienststelle experimentelle Untersuchungen von Minenräumsystemen durch.
 

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition befasst sich unter anderem mit verschiedenen Aspekten der Akustik. 

Die Fragestellungen reichen dabei von der Ausbreitung des Schalls in Gebäuden und im Freien, in Bauwerken sowie Räumen über die Beurteilung von geeigneten Schallschutzmaßnahmen bis hin zu möglichen Übertragungswegen von akustischen Signalen einschließlich der zugrundeliegenden Technik wie elektroakustische Kommunikationssysteme.

Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Wirkung des Schalls auf den menschlichen Organismus und dessen Psyche.

Im Rahmen derart vielfältiger Tätigkeiten ist auch die Kalibrierung von akustischen Mess- und Prüfgeräten Bestandteil dieses Kompetenzbereichs.

Das Fachpersonal der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 für den Schießbetrieb berät bei der Planung von Schießen und Sprengen im Schießplatz hinsichtlich Erreichung der Versuchsziele, der zeitlichen Einplanung und Steuerung von Schießen und Sprengen sowie der Erfüllung der sicherheitstechnischen Vorgaben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der wehrtechnischen Dienststelle nutzen im Schießbetrieb regelmäßig folgende Waffen und Waffensysteme:

  • gepanzerte Waffensysteme
  • Maschinenkanonen, kleine Kaliber
  • Artilleriewaffen, große Kaliber
  • Mörser
  • Panzerfäuste
  • Raketen
  • Flugkörper und 
  • Drohnen

Unter „Schweren Rohrwaffen“ versteht man Waffen mit einem Kaliber von mehr als 75 Millimetern, wie zum Beispiel Kampfpanzer, Artilleriewaffen, Mörser und Seezielgeschütze oder Selbstschutzanlagen. 
In diesem Bereich managt die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 Versuche, erprobt Komponenten, überprüft Waffensysteme auf Grundlage nationaler sowie internationaler Leistungsanforderungen und führt Verträglichkeitsuntersuchungen von Systemanteilen bei Kampfwertsteigerungen und Nutzungsdauerverlängerungen durch.

Zusätzlich untersucht die Wehrtechnische Dienststelle besondere Vorkommnisse und technische Sofortmeldungen.

Um wehrtechnische Untersuchungen und Schadensprognosen durchzuführen, verwendet die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 Simulationen und Simulationstechnik und entwickelt diese gegebenenfalls auch weiter. 

Mit Simulationsanwendungen werden unter anderem reale Untersuchungen vorbereitet. Sie erhöhen außerdem die Sicherheit und ermöglichen genauere Aussagen zum Systemverhalten durch den Vergleich realer Messdaten mit Simulationsergebnissen. Dadurch können an der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 etwa ballistische Flugbahnen unter Berücksichtigung der ambienten Wetterdaten oder die Detonationswirkung bei Sprengungen vorausberechnet werden.

Als weiteren Schwerpunkt auf dem Gebiet der Simulationstechnik erarbeitet die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 Standards, um räumlich verteilte Simulatoren und bei Bedarf auch reale Waffensystemkomponenten zu vernetzen. Vernetzungstechnologien haben großes Potenzial für die Weiterentwicklung von Waffensystemen und sind notwendig für die vernetzte Operationsführung (NetOpFü) der Streitkräfte. 

Bei der Werkstoffuntersuchung führt die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 mit hohem Aufwand erprobungsbezogene Stoff- und Gefügeprüfungen durch, um die qualitative und quantitative Zusammensetzung von Munitions- und Waffenbauteilen zu bestimmen. Bei den metallografischen- und chemisch-analytischen Untersuchungen werden dazu Schleif- und Poliermaschinen, Nasstrennmaschinen, Diamantdrahtsägen, Härteprüfmaschinen, Mikrohärteprüfgeräte und Mikroskope mit Bildaufnahmeeinrichtungen eingesetzt und spezielle Prüfabläufe absolviert.

Geschichte der WTD 91

Im Jahr 1876 errichtete die Firma Alfred Krupp nördlich der niedersächsischen Kleinstadt Meppen einen Schießplatz. Dieser wurde mit einer mehrjährigen Unterbrechung in Folge des Weltkriegs 1914–1918 bis in das Jahr 1944 dazu genutzt, Geschütze und Kanonen jeglicher Art und jeglichen Kalibers zu entwickeln und zu erproben. Nach dem Kriegsende 1945 wurden die vorhandenen erprobungsrelevanten Einrichtungen zerstört und demontiert.

1957 übernahm die Bundesrepublik Deutschland das Gelände und richtete die „Erprobungsstelle für Waffen und Munition“ ein, die 1987 ihre aktuelle Bezeichnung „Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition (WTDWehrtechnische Dienststellen 91) “ erhielt. Das heutige Areal ist 30 km lang und fünf bis sieben Kilometer breit. Die Gesamtfläche beträgt zirka 192 km². 

1986 wurde auf dem Gelände der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ein Naturschutzgebiet eingerichtet. Die sogenannte Tinner Dose  ist ein in Nordeuropa einzigartiges erhaltenes Hochmoorgebiet mit einer ökologisch sehr wertvollen Flora und Fauna. Das Gebiet ist 3.200 Hektar groß.

Im November 2000 wurde ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt und die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 nach Norm DIN ISO 9001:2000 zertifiziert. Dieser hohe Qualitätsstandard wurde 2003 durch erneut bestätigt bzw. rezertifiziert .

Organisatorische Strukturen der WTD 91

Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition gliedert sich in eine Stabsstelle, vier Geschäftsbereiche sowie einen technisch-betrieblichen und einen wirtschaftlich-administrativen Servicebereich.

Die dem Dienststellenleiter zugeordnete Stabsstelle der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 beinhaltet mit Controlling, Auftragsplanung sowie Kosten- und Leistungsverantwortung die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Steuerungselemente.

In den Geschäftsbereichen befinden sich die operativen Geschäftsfelder der Dienststelle. Hier werden hauptsächlich fachtechnische und erprobungsbezogene Aufgaben sowie Forschungs- und Technologievorhaben durchgeführt.

Die Werkstätten, das Munitionsarsenal, die Betriebs- und Schutzdienste sowie ein Lehrstab für Munition gehören zum technisch-betrieblichen Servicebereich der WTDWehrtechnische Dienststellen 91. Die Verwaltungselemente der Dienststelle sind im wirtschaftlich-administrativen Servicebereich zusammengefasst.

Details zur organisatorischen Struktur der Dienststelle finden Sie im Organigramm (PDF, 229,2 KB).

Einrichtungen

Zur Durchführung ihrer Aufgaben verfügt die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition über eine vielfältige Ausstattung mit mobilen und ortsfesten Einrichtungen. Diese können grundsätzlich auch von externen Auftraggebern genutzt werden.

Für ihre Aufgaben in den Bereichen Schießen und Sprengen verfügt die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 unter anderem über folgende Einrichtungen:

  • sechs Haupt- sowie 21 Einzelfeuerstellungen mit einer maximalen Schussreichweite von in der Regel bis zu 26 km
  • drei Materialbeschussstände, in denen Material von Plastikfolie über Schutzgläser und Gerätebaugruppen bis hin zu einem kompletten Kampfpanzer beschossen und angesprengt werden kann
  • acht umwallte Feuerstellungen, um Waffen bis Kaliber 155 mm zu erproben
  • zehn voll instrumentierte gedeckte Feuerstellungen zur Erprobung von Maschinenkanonen und der zugehörigen Munition für maximale Schussentfernungen bis zu 600 m
  • fünf Sprengplätze für ein maximal zulässiges Sprengstoffgewicht von 1.000 kg Trinitrotoluol (TNT).
  • eine Steilfeueranlage für „Recovery Schießen“ (Hierbei wird Munition der realen Schussbelastung ausgesetzt und für weitere Untersuchungen geborgen.)

Bei Bedarf können auf dem gesamten Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle neue temporäre oder permanente Feuerstellungen eingerichtet werden.

Zur Infrastruktur der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 gehören rund 700 Gebäude und Anlagen (Bürogebäude, Feuerstellungen, Schießstände, Labore, Werkstätten, Hallen, Munitions- sowie Beobachtungsbunker etc.) auf 10.000 Hektar bundeseigener und 10.000 Hektar angepachteter Fläche. Darin enthalten sind auch der eigene Flugplatz der Wehrtechnischen Dienststelle und die Messplattform „Turm Sandheim“.

Die Grasbahn des Flugfeldes der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ist 630 Meter lang sowie 60 Meter breit und hat eine Tragfähigkeit von 5,7 Tonnen. Ebenso wie der angrenzende Hubschrauberlandeplatz ist der Flugplatz der Wehrtechnischen Dienststelle für Starts und Landungen von Leichtflugzeugen und Hubschraubern geeignet. Der Luftraum über dem Gelände der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ist Flugbeschränkungsgebiet mit der Bezeichnung ED-R  34 A, B und C und kann für Schieß- und Flugversuche genutzt werden.

Der Turm Sandheim wurde 1965 gebaut und ist mit seiner Messplattform ein wichtiger Bestandteil des Sicherheits-, Überwachungs- und Messverbundsystems der WTDWehrtechnische Dienststellen 91. Der Turm ist 60 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 18,5 Metern.

Im Labor für Spreng- und Zündstoffe der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 werden Sprengstoffe sowie Zünd- und Anzündstoffe untersucht, charakterisiert und analysiert. Dabei prüft das Labor der wehrtechnischen Dienststelle etwa das thermische Verhalten und die Qualität der Stoffe und ermittelt, wie stabil und verträglich einzelne Explosiv- mit Munitionswerkstoffe sind.

Der Messverbund der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 vermisst Geschossflugbahnen. Da radarbasierte und optronische Messsysteme unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen, werden sie an der Wehrtechnischen Dienststelle zum Messverbundsystem „Radar-optronische-Messsysteme“, zusammenfügt und über Lichtwellenleiter  und Richtfunkstrecken verbunden.

Zum Messverbund der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 gehören bis zu drei Radargeräte, drei stationäre Kinotheodoliten des Typs EOTS -E, eine Multisensor-Plattform MSP-2000 und zwei mobile Kinotheodoliten.

Wenn keine realen Fahrzeuge verfügbar sind, wird an der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 der Schutz gegen Panzerabwehrminen an Minenschutzprüfständen getestet. Geprüft werden hierbei Komponenten und Fahrzeugsegmente bis hin zu kompletten Bodenstrukturen unter realen Ansprengbedingungen. Das heißt, es werden offen oder verdeckt verlegte Blastminen, projektilbildende Minen sowie Sprengstoffzylinder, die Minen simulieren, gesprengt.

Neben der Wirksamkeit von Minenschutzanordnungen und Panzerplatten werden mit den Minenschutzprüfständen auch die Leistungen von verschiedenen Minen und der Einfluss der Verlegung, insbesondere der Bodenverhältnisse und der Verlegetiefe, ermittelt.

An der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 stehen zwei Minenschutzprüfstände zur Verfügung. 

Im Minenschutzsimulator der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 wird beispielsweise ein simuliertes Fahrzeug – bestehend aus dem Prüfling und Zusatzgewichten – an Ketten aufgehängt und kann sich nach der Ansprengung in sechs Freiheitsgraden bewegen.

So werden folgende Daten und Messwerte gewonnen:

  • Schäden am Prüfling
  • Beschleunigungsmessungen
  • Hochgeschwindigkeitsaufnahmen 
  • bei Einsatz eines Dummies: Verletzungswahrscheinlichkeiten

Am Minenschutzsprengtisch der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 wird der von Sprengstoffschwaden (bei verdeckt verlegten Minen auch von Bodenpartikeln, zum Beispiel Sandkörnern) auf den Prüfling übertragene Gesamtimpuls gemessen. Der dabei übertragene Impuls ist entscheidend für die am Prüfling bzw. Fahrzeugboden entstehenden Schäden.

Auf diese Weise werden folgende Daten und Messwerte gewonnen:

  • Schäden am Prüfling
  • Gesamtimpuls 
  • Beschleunigung und/oder Dehnung auf dem Prüfling und dem Aufnahmerahmen
  • Weg-Zeit-Verlauf und Geschwindigkeits-Zeit-Verlauf der auftretenden Verformung. Das Ergebnis ist ein indirektes Maß für den spezifischen Impuls. 

An der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 wird eine Vielzahl von mobilen Mess- und Registriergeräten für folgende Anwendungsgebiete eingesetzt:

  • Bodenwettermessungen in Feuerstellungen und Zielgebieten
  • Windkomponentenmessungen entlang der Schussbahnen an mehreren Punkten der Geschossflugbahn 
  • Wolkengattung, Bedeckungsgrad, gegenwärtiges Wetter, Windschätzung und Sichtweitenschätzung
  • Klimamessungen in Gebäuden, Fahrzeugen, Sheltern und Zelten
  • Unterstützung und Beteiligung an meteorologischen Messkampagnen von Universitäten, technischen Hochschulen und Instituten
  • mobile Höhenwettermessungen

Die nationale Prüfstelle für Infanteriemunition ist eine komplexe, von der NATONorth Atlantic Treaty Organization zertifizierte Einrichtung der WTDWehrtechnische Dienststellen 91. Sie ist mit Schießständen, umfassender ballistischer Messtechnik, erfahrenem Fachpersonal sowie einer Waffenkammer, in der alle NATONorth Atlantic Treaty Organization Hand- und Faustfeuerwaffen sowie Prüfrohre vorgehalten werden, ausgestattet. 

Als Teil der Prüfungen wird an der Wehrtechnischen Dienststelle 91 die uneingeschränkte Austauschbarkeit und die Standardisierung aller Gefechtsmunitionen der Kaliber 9 mm, 7,62 mm sowie 5,56 mm aus den verschiedenen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partnerländern nachgewiesen.

Darüber hinaus gehören zu den Aufgaben der Prüfstelle auch fachtechnische Untersuchungen an Munition für Hand- und Maschinenwaffen kleinen und mittleren Kalibers. Außerdem unterstützt sie Studien sowie Forschungs- und Technologieaktivitäten und überwacht Munition. 
Hierzu erfasst und bewertet die Prüfstelle unter anderem folgende ballistische Parameter:

  • Geschossgeschwindigkeit
  • Trefferbilder
  • Flugzeit
  • Vorrohrsicherheit
  • Ansprechempfindlichkeit
  • Laufzeit (Zünder-Selbstzerlegung)
  • Leuchtspur
  • Kadenz
  • Gelatinebeschuss

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 besitzt eine 830 Meter lange Raketenschlittenbahn, auf der beispielsweise großkalibrige Gefechtsköpfe in realen Geschwindigkeitsbereichen gegen Ziele beschleunigt werden können. Den Antrieb übernehmen im Regelfall eingeführte Triebwerke von Raketenwaffensystemen. Auf der Raketenschlittenbahn der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 können Massen zwischen 500 und zirka 1.500 Kilogramm bis auf doppelte Schallgeschwindigkeit beschleunigt werden.

Das Umweltsimulationszentrum der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 verfügt über folgende Einrichtungen zur Simulation unterschiedlicher Umweltbedingungen:

  • Regensimulator
  • Sand-Staubkammer
  • Sonnensimulator
  • Unterdruckklimakammer
  • Vibrationsanlage 

Die in die Bundeswehr einzuführenden Laser müssen in Gefahrenklassen eingeteilt werden. Dazu ermittelt die Wehrtechnische Dienststelle 91 in ihrem Laserlabor und einem 100 Meter langen Messtunnel verschiedene Laserdaten. Nach den Bestimmungen der Norm DIN EN 80625-1 müssen Bestrahlung, Bestrahlungsstärke, Betrachtungswinkel, Impulsdauer und -energie,  Impulsmuster und -wiederholfrequenz sowie Leistung, Strahldivergenz, Strahldurchmesser und -form von Lasern ermittelt werden. Zusätzlich werden die sicherheitstechnischen Anforderungen und Kennzeichnungen überprüft.

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ermittelt jedoch nicht nur die zur Klassifizierung erforderlichen Laserdaten, sondern führt auch systemtechnische Untersuchungen durch.

Personalstruktur der WTDWehrtechnische Dienststellen 91

Bei der Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition sind aktuell rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon sind zirka 25 Prozent Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler oder Ingenieurinnen und Ingenieure unterschiedlicher Fachrichtungen. 

Das hochqualifizierte Personal der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 kommt aus unterschiedlichsten Fachrichtungen wie Maschinenbau, Physik, Elektrotechnik und Elektronik, Informatik und Informationstechnologie, Chemie, Luft- und Raumfahrt sowie Vermessungswesen. Ausgestattet mit modernstem technischem Equipment gewährleisten die Beschäftigten der WTDWehrtechnische Dienststellen 91 die kompetente Bearbeitung ihrer Aufträge. Damit ist die Dienststelle ein leistungsfähiger Partner für technische Expertisen und Untersuchungen.

Die Wehrtechnische Dienststelle bietet außerdem fast 30 Berufsausbildungsplätze in den Bereichen Chemie, Fotografie, Industriemechanik, Mechatronik, Tischlerei sowie Elektronik für Geräte und Systeme.

  • 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • davon 25 % Naturwissenschaftliche Fachkräfte

  • ca. 30 Berufsausbildungsplätze

Geländesperrungen

Hier informieren wir Sie über aktuelle Geländesperrungen der Wehrtechnischen Dienstelle für Waffen und Munition (WTDWehrtechnische Dienststellen 91).

Anreise zur WTD 91

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Aus südlicher oder westlicher Fahrtrichtung fahren Sie über die Bundesautobahnen A 30 oder A 31 bis zur Autobahnausfahrt Meppen. Fahren Sie dort ab und folgen Sie der Bundesstraße B 402 nach Meppen. In Meppen achten Sie bitte auf die Ausschilderung Wehrtechnische Dienststelle.

Aus nördlicher oder nordwestlicher Fahrtrichtung fahren Sie über die Bundesautobahnen A 1 bis zur Autobahnausfahrt Cloppenburg. Fahren Sie dort ab und folgen Sie den Bundesstraßen B 72 und B 213 in Richtung Lingen, bis Sie Haselünne erreichen. Dort wechseln Sie auf die Bundesstraße B 402 nach Meppen. In Meppen achten Sie bitte auf die Ausschilderung Wehrtechnische Dienststelle.

Der Bahnhof Meppen wird werktags von etwa 6 Uhr bis 22 Uhr mindestens stündlich aus Richtung Münster und Emden angefahren.

Zur WTDWehrtechnische Dienststellen 91 gelangen Sie ab dem Bahnhof mit dem Taxi in fünf Minuten oder zu Fuß in zirka 25 Minuten.

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 ist nicht an regelmäßig fahrende öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Amtliche Besucher werden durch die Fahrbereitschaft vom Bahnhof abgeholt beziehungsweise dorthin gebracht.

Fahrbereitschaft: 
Tel.: +49 59 31 43-2444 

Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 kann mit Linienflügen über die Flughäfen Münster/Osnabrück, Bremen und Düsseldorf oder auch – für internationale Verbindungen – Amsterdam-Schiphol erreicht werden.

Kontakt zur WTD 91

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