Heer

Einsatzvorbereitung: Schnelle Rettung aus der Luft

Einsatzvorbereitung: Schnelle Rettung aus der Luft

  • Einsatzvorbereitung
  • Heer
Datum:
Ort:
Celle-Wietzenbruch
Lesedauer:
2 MIN

In unwegsamem Gelände liegt ein verwundeter Soldat. Der Feind könnte jederzeit zuschlagen. Daher muss, sobald die Räder des Rettungshubschraubers den Boden berühren, alles schnell gehen. Soldaten von Heer, Luftwaffe, Streikräftebasis und Sanitäter trainieren im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle den Transport Verwundeter für einen Afghanistaneinsatz.

Ein Hubschrauber wirbelt beim Landevorgang roten Rauch auf, mit dem die Landestelle kurz zuvor markiert worden war.

Heer und Luftwaffe im Schulterschluss: Ein H145 LUH überwacht aus der Luft die Landezone (nicht zu sehen), während der NHNATO-Helicopter-90 an einer markierten Stelle landet.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Orangeroter Rauch markiert bereits die Landestelle, als wenig später zwei Hubschrauber auftauchen. Einer von ihnen, ein H145 LUH (Light Utility Helicopter), ist die sogenannte Chase-Maschine. Sie überwacht das Gelände und ist für die Sicherheit verantwortlich, während die zweite Maschine, ein Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 in der MedEvacMedical Evacuation-Rolle, landet. MedEvacMedical Evacuation steht für Medical Evacuation und bezeichnet den von medizinischem Personal begleiteten, qualifizierten Verwundetentransport, in Abgrenzung zum behelfsmäßigen Verwundetentransport (Casualty Evacuation) durch Kameraden und Ersthelfer. Dass Soldaten verwundet werden, wünscht sich im Einsatz niemand, kann aber durchaus eintreten. Jenseits einer festen Infrastruktur mit Straßen und Krankenhäusern ist für einen Schwerverletzten dann jede Minute wertvoll.

Training spezieller Szenarien

Ein Hubschrauber ist gerade gelandet. Mehrere Soldaten springen nacheinander heraus. Die Rotorblätter rotieren.

Sanitäter und Feldjäger verlassen einen Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90, um einen verwundeten Soldaten zu versorgen und ihn später auszufliegen.

Bundeswehr/Andrea Neuer

„Das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit Celle unterstützt diesmal die Ausbildung der Luftfahrzeugbesatzungen für die Einsatzvorbereitung. Das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ ist mit der Planung, Vorbereitung und Durchführung des gemischten Einsatzes von Hubschraubern des Heeres und der Luftwaffe in der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Resolute Support in Afghanistan beauftragt. Sie trainieren in speziellen Szenarien die Zusammenarbeit mit den Sanitätskräften sowie mit der Truppe am Boden. Aber auch mit den Feldjägern müssen die Abläufe bei derart zeitkritischen Operationen vertraut sein“, erklärt Hauptmann Tim Wein. Im aktuellen Übungsdurchgang führt er taktisch als Zugführer und koordiniert die Unterstützung des Übungszentrums.

Zusammenspiel der Kräfte muss klappen

Zwei Soldaten hocken neben einem am Boden liegenden verletzten Soldaten, zwei andere hocken etwas abseits und sichern die Lage.

Der Ersthelfer übergibt den Verwundeten an den Sanitäter. Feldjäger und Sicherungssoldat sichern die Übergabe ab.

Infanteristen, Sanitäter und Feldjäger arbeiten eng zusammen.

Als Fallschirmjäger kennt Wein die Perspektive der Infanterie gut. Konzentriert beobachtet er, wie zwei Soldaten eine Sanitäterin auf dem Weg vom NHNATO-Helicopter-90 zum Verletzten sichern. Die rotierenden Rotorblätter wirbeln Gräser, Sand und Schmutz durch die Luft, denn der Hubschrauber bleibt jederzeit bereit zum Abheben. Die Patientenübergabe geht Dank eines formalisierten Übergabeverfahrens, genannt MIST-Report (Mechanism of injury - Injury or illness sustained -  Symptoms and vital signs -  Treatment given), schnell und die Maschine ist nach wenigen Minuten wieder in der Luft.

Luftbeweglichkeit sei niemals als Einzelleistung möglich, sagt Wein. Synergien und das Zusammenwirken von Kräften am Boden und in der Luft spielten in den Übungsdurchgängen in Celle immer eine entscheidende Rolle. Denn mehrere Akteure bedeuteten zwangsläufig auch einen höheren Grad an Komplexität. „Die Infanteriekräfte müssen sich auf die Arbeitsweisen der Luftfahrzeugbesatzungen einstellen und umgekehrt. Im Einsatz gibt es kaum Zeit, sich zusätzlich abzusprechen“, erklärt Wein.


von Andrea Neuer

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