Heer
Handfeuerwaffe

G36KA4: Sturmgewehr der Spezialisierten Kräfte

G36KA4: Sturmgewehr der Spezialisierten Kräfte

  • Gewehre
  • Heer
Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
2 MIN

Alle Soldatinnen und Soldaten lernen in der Bundeswehr, mit dem Sturmgewehr G36 zu schießen. Es ist seit 1997 die Standardwaffe der deutschen Streitkräfte im NATO-Kaliber 5,56 x 45 Millimeter. Eine ganz besondere Version der Waffe – das G36KA4 – ist bei den Spezialisierten Kräften und Spezialkräften der Bundeswehr im Einsatz.

Drei Soldaten stürmen mit Gewehren im Anschlag in ein Gebäude.

Das Sturmgewehr G36KA4 ist die Standardwaffe der Fallschirmjäger mit Erweiterter Grundbefähigung. Als Spezialisierte Kräfte des Heeres sind sie Profis für offensive, gezielte Operationen, wie luftgestützte Einsätze.

Bundeswehr/Marco Dorow

Wir legen beide Modelle nebeneinander auf den Tisch. Der erste Blick verrät bereits: Es ist kürzer als das Standardgewehr G36. Im Vergleich zur Basisversion mit einer Gesamtlänge von einem Meter mit ausgeklappter Schulterstütze misst die Kurzversion lediglich 81,4 Zentimeter – voll ausgeklappt. Das macht das G36KA4 gerade für den Einsatz in engen Räumen führig und zudem attraktiv für Luftlandekräfte. Das Gehäuse in leichter, kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffbauweise ist die Basis aller Versionen. Die Funktionsweise der Waffe ist richtungsweisend, denn sie arbeitet nicht mit dem sogenannten Direktgas, wobei heiße Partikel, die bei der Zündung der Patrone entstehen, in den Verschlusslauf geführt werden, um den Verschluss zu bedienen. Beim G36 wird der Antrieb oberhalb vom Rohr über eine Metallstange gesteuert. Es kommen also weniger Dreck und keine heißen Gase in den Verschlusslauf und die Waffe ist dadurch um ein Vielfaches weniger störanfällig.  

Durch diverse Anbaumöglichkeiten ist das Sturmgewehr zudem sehr wandelbar und für die Nutzung verschiedener Zusatzausstattungen ausgelegt. Dazu gehören moderne optische Zieleinrichtungen und Haltegriffe. Auch ein Schalldämpfer kann an der Waffe angebracht werden. Wegen der Eigenschaften ist sie nach wie vor im Heer bei Spezialisten, wie Fallschirmjägern mit Erweiterter Grundbefähigung (EGBErweiterte Grundbefähigung), bei den Kräften des Fallschirmspezialzuges, bei den Fernspähern und weiteren Verbänden im Einsatz. Bei den Spezialkräften wird das G36KA4 aber seit einigen Jahren durch das neue Sturmgewehr G95K abgelöst. Die Waffe mit gedrungener AR-15 Bauweise legt auf die Wertigkeit und Tauglichkeit des Vorgängers noch eine Schippe drauf. So hat sie gegenüber dem G36KA4 wertvolle Unterschiede, die den Soldaten einen Vorteil im Gefecht bieten sollen. Mehr dazu in der Bildergalerie.

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Die Einsatzmöglichkeiten des G36KA4

Das Sturmgewehr G36KA4 ist die Standardwaffe der Fallschirmjäger mit EGBErweiterte Grundbefähigung. Als Spezialisierte Kräfte des Heeres sind sie Profis für offensive, gezielte Operationen, auch für luftgestützte Einsätze.

Drei Soldaten stehen mit ihren Gewehren in Deckung hinter einem Lkw.

Das G36 in der Basisversion

Das G36 ist als Allround-Sturmgewehr konzipiert und verfügt über ein längeres Rohr für präziseres Wirken auf Distanz, ein Reflexvisier, Zielfernrohr und den markanten Tragebügel

Drei Soldaten knien auf einer Schießbahn mit dem Gewehr im Anschlag.

Angepasst an die Bedürfnisse der Spezialkräfte

Einst war das G36 auch die Standardwaffe der Soldaten des Kommandos Spezialkräfte. Für ihre Bedürfnisse wurde das G36 zur Version G36A4 weiterentwickelt. Das A steht für die jeweilige Ausbaustufe.

Zwei Soldaten knien im Nebel auf einem Feld mit umgehängter Waffe.

Präzise und robust - das G95K für Spezialkräfte

Das G95K hat dank der flachen Bauweise einen geringeren Versatz von Rohr und Visierlinie und muss beim Zielen nicht mehr ausgeglichen werden. Die Präzision der High-End-Waffe ist warm extrem hoch.

Zwei Soldaten stürmen mit dem Gewehr im Anschlag in einen dunklen Raum.

EGBErweiterte Grundbefähigung-Fallschirmjäger in Afrika

Bei zahlreichen Übungen und Einsätzen hat sich das G36KA4 bewährt, egal, ob bei extremer Hitze oder in eisiger Kälte am Polarkreis – die Waffe ist unter allen Umständen präzise

Mehrere Soldaten knien mit ihren Gewehren im roten Wüstensand Afrikas.

Training im Schießhaus

Die Konfiguration der Waffe richtet sich immer nach dem Einsatzzweck. Im Fall der EGBErweiterte Grundbefähigung-Kräfte muss die Waffe kurz sein und über eine gewisse Zusatzausstattung verfügen.

Vier eng beieinanderstehende Soldaten stürmen mit ihren Gewehren in ein Gebäude.

Das EOTECH-Visier

Das G36KA4 hat einen flachen Tragebügel mit Adapterschiene, der die Visiereinrichtung hält. Das Visier besteht aus EOTECH-Reflexvisier, Vergrößerungsmodul (klappbar) sowie Laser-Lichtmodul.

Auf dem grauen Betonboden liegt ein schwarzes Gewehr.

Für den selektiven Schuss geeignet

Gerade für den sogenannten selektiven Schuss ist die besondere Visiereinrichtung wichtig. Blitzschnell müssen die Soldaten in der Lage sein, zwischen Ziel und Nicht-Ziel unterscheiden zu können.

Ein Soldat stürmt in einen beleuchteten Raum und zielt mit dem Gewehr auf eine Pappscheibe.

Mit dabei beim Fallschirmsprung

Die Fallschirmspezialzüge sind ebenfalls mit dem G36KA4 ausgestattet. Sie gehören zu den Spezialisierten Kräften und gelangen per Freifallsprung an den Einsatzort. Das kompakte Gewehr ist dabei.

Mehrere Soldaten springen hintereinander aus der Hecköffnung eines Flugzeuges in der Dämmerung.

Winkelschießen des Fallschirmspezialzugs

Optional kann die Waffe mit einem Schalldämpfer ausgestattet werden. Der Dämpfer wird dazu vorn auf der Mündung der Waffe fixiert. Er reduziert das laute Knallgeräusch bei der Schussabgabe.

Ein Soldat steht mit seinem hochgehaltenen Gewehr auf einem verschneiten Felsen im bewaldeten Gebirge.

Getarntes G36KA4

Die Soldaten des Fallschirmspezialzuges haben ihr G36KA4 mit Tarnfarben lackiert. Sie dürfen nicht entdeckt werden, sonst ist die gesamte Operation in Gefahr.

Zwei Soldaten knien mit schweren Rucksäcken im Unterholz.

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von Peter Müller

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