Heer

Gebirgsversorger üben für den Ernstfall

Gebirgsversorger üben für den Ernstfall

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Wildflecken
Lesedauer:
2 MIN

Zwei Wochen übten die Gebirgsversorger auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken das Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung. Vier Kompanien und alle Stabsabteilungen des Gebirgsversorgungsbataillons 8 waren in Wildflecken und trainierten den Ernstfall.

An einem Waldweg stehen zwei Militärfahrzeuge. Darauf und daneben befinden sich Soldaten mit Waffen im Anschlag

Die Gebirgsversorger müssen im Ernstfall darauf vorbereitet sein, dass sie angegriffen werden und sich verteidigen.

Bundeswehr/Marcel Becker

Im Übungsszenario stand die Verteidigung eines Versorgungspunktes im Fokus. Im Versorgungspunkt wird Logistik betrieben, das heißt, Soldaten reparieren Fahrzeuge, fordern Materialien an, halten es vor und vieles mehr. Währenddessen überwacht ein Alarmposten die Umgebung. Bei Sichtung von Feindkräften werden alle Soldaten und Soldatinnen im Versorgungspunkt alarmiert und müssen schnell die zugewiesenen Stellungen beziehen.

Das Gefecht beginnt

Geübt wird im scharfen Schuss. Der Gruppenführer muss die ihm unterstellten Soldaten führen: „Rechte Halbgruppe Feuer auf erkannten Feind!“. „MG; feindliches Fahrzeug im Vorfeld vernichten!“, ruft er.

Die Nachbesprechungen und Befehlsausgaben erfolgen dann mithilfe eines sogenannten Geländesandkastens. In Minitaturform bildet er das Gelände real ab. Der Gruppenführer kann mit ihm den „Plan des Gefechts“ bildlich darstellen und den Soldaten veranschaulichen, wie sie sich in bestimmten Szenarien zu verhalten haben.

Eine Gruppe Soldaten stehen vor einer Modelllandschaft mit Gebäuden und Geländemarkierungen.

Der Gruppenführer weist seine Soldaten am Sandkasten ein.

Bundeswehr/Marcel Becker

In der zweiten Woche wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht und das Gefecht mit Fahrzeugen geübt. Neben dem komplexen Gefechtsschießen erfolgte die Waffenausbildung. Dabei wurden die Grundlagen im Umgang mit der Handgranate, Panzerfaust, Granatpistole sowie dem kürzlich in die Truppe eingeführten Maschinengewehr MG 5 vermittelt. Zudem standen Ausbildungen zum Thema „Leben im Felde“ auf dem Lehrplan. 70 Soldaten der 3. Kompanie des Gebirgsversorgungsbataillons 8 aus Füssen verbrachten eine Woche im Biwak - in behelfsmäßigen Schlafplätzen angelehnt an die eigenen Fahrzeuge oder im Wald.

Fahrsicherheitstraining mal anders

Ein großer Militärlastwagen hat sich in einem Waldstück im schlammigen Untergrund festgefahren.

Auf der Geländelehrbahn trainieren die Fahrer und Besatzungen auch mit schwierigem Untergrund klarzukommen. In diesem Fall hat sich ein LkwLastkraftwagen festgefahren.

Bundeswehr/Marcel Becker

Mit der Kraftfahrweiterbildung läutete das Wochenende einen besonderen Ausbildungsabschnitt ein. Logistik und somit auch der Transport von Material unter schwierigen Geländebedingungen ist eine wichtige Fähigkeit der Versorger. Auf der Geländelehrbahn galt es die Fahrzeuge über Eisenbahngleise, sandigen, steinigen oder auch sehr schlammigen Untergrund zu bewegen. Hin und wieder konnten sich die Fahrzeuge nicht mehr selbstständig aus dem matschigen Untergrund befreien. Daher war eine dauerhafte Bergebereitschaft unabdingbar. Ein Fahrzeugkran stand zur Verfügung, um die festgefahrenen Lastkraftwagen herauszuziehen. Auch eine KfzKraftfahrzeug-Marschausbildung bei Nacht, bei der nur mit Tarnlicht gefahren wurde, war Teil des Ausbildungsprogramms und sehr fordernd. 

Motivierte Soldaten

Ein Kranfahrzeug und ein Militärlastwagen stehen hintereinander.

Mithilfe eines Fahrzeugkrans wird ein LkwLastkraftwagen, der im Schlamm feststeckt, geborgen.

Bundeswehr/Marcel Becker

Rund 220 Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsversorgungsbataillons 8 waren an dem Truppenübungsplatzaufenthalt beteiligt. Eine gute Gelegenheit für den Kommandeur der Gebirgsversorger, Oberstleutnant Sascha Müller, das Können seiner Soldaten zu begutachten. Sein Fazit: „Die Motivation eines jeden einzelnen war deutlich spürbar. Die gewonnenen Erkenntnisse der Ausbildungsabschnitte helfen uns bei den Aufgaben im kommenden Jahr“, so Müller.

von Marcel Becker

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