Heer

Gefechtsübung vor dem Einsatz

Gefechtsübung vor dem Einsatz

  • Einsatzvorbereitung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
2 MIN

Rund 150 Soldaten in vier Zügen sind ab September in Mali. Die Soldatinnen und Soldaten aus der 4. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 werden vorrangig Aufgaben im Objektschutz wahrnehmen. Für das 15. Deutsche Einsatzkontingent ist das Gebirgsjägerbataillon der Leitverband. Die Einsatzvorbereitung läuft auf Hochtouren.

Drei bewaffnete Soldaten laufen im Feuergefecht durch Rauch.

Auch abgesessen von ihren Fahrzeugen müssen die Soldaten das Gefecht beherrschen.

Bundeswehr/Andreas Gruber

„Schon seit Beginn des Jahres steht bei den Reichenhaller Jagern alles unter dem Zeichen der Einsatzvorbereitung“, so Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Dennis Jahn. Den Höhepunkt der Ausbildung und zugleich Abschluss signalisiere die Kompaniegefechtsübung, erklärt er.

Schnelle Reaktionskräfte für den Ernstfall

Zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge fahren mit Abstand hintereinander auf einer Forststraße.

Mit den Waffenanlagen der Gefechtsfahrzeuge sichern die Soldaten den Fahrzeugmarsch.

Bundeswehr/Andreas Gruber

Für den Ernstfall wird ein Zug als „Schnelle Eingreiftruppe“ eingesetzt. Parallel stellt das Gebirgsjägerbataillon 231 zu den Objektschutzkräften auch das Personal für die Operationszentrale im Einsatz. Die Objektschutzkräfte haben den Auftrag, Tag und Nacht verfügbar zu sein, um jederzeit auf Vorfälle zu reagieren. Schwerpunkt dieser Ausbildung ist der Marsch mit Fahrzeugen, um auf solche Zwischenfälle zu reagieren. Die Soldaten müssen unterwegs reagieren. An den Fahrzeugen defekte Reifen wechseln, Gleitschutzketten anlegen oder die Antriebsachse austauschen. Aufgrund der angenommenen Bedrohungslage ist dabei auch besonders das taktische Verständnis der Zug- und Gruppenführer gefragt. Bei hohem Koordinierungsaufwand müssen verschiedene Standardverfahren abgerufen und auf neue Lageänderungen reagiert werden.

Vorgaben des Völkerrechts

Sieben Soldaten hocken und stehen um einen Geländesandkasten herum, der auf dem Waldboden unter Bäumen aufgebaut ist.

Am Geländesandkasten erklärt der Zugführer den Soldaten das weitere taktische Vorgehen.

Bundeswehr/Dennis Jahn

Der UNUnited Nations-Einsatz MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali unterliegt der Mandatierung. Die Soldaten sind in Mali an völkerrechtliche Vorgaben gebunden. Diese Rules of Engagement regeln etwa den Umgang mit Zivilisten und Feindkräften. Jeder Soldat muss diese Regeln kennen und sein Handeln danach ausrichten. An der Station, die diese Regeln behandelt, werden die Soldaten in eine Ortschaft versetzt. Dort soll der Zug Informationen von der Bevölkerung gewinnen. Während der Gesprächsaufklärung nähert sich beispielsweise eine Person mit einer Waffe. Zunächst sollen die Soldaten den bewaffneten Zivilisten verbal konfrontieren, deeskalierend wirken und ein Warnschuss abgeben. Die Lage spitzt sich zu, der Zivilist eröffnet das Feuer und weitere Bewaffnete tauchen auf. In dieser Situation kommt es darauf an, den Feind zu bekämpfen, auszuweichen und unter Feinddruck Verwundete zu versorgen.

Bestmöglicher Schutz für unterwegs

Ein Patrouillensoldat läuft in Afrika an einem typischen Dorfhaus vorbei.

Der Einsatz in Mali wird in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Mit guter Ausbildung bereiten sich die Gebirgsjäger darauf vor.

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Soldaten, einen Konvoi während der Fahrt zu schützen. An der letzten Station üben sie intensiv diese Sicherung des Marsches. Minen, Sprengfallen und Hinterhalte stellen auch in Mali eine Bedrohung dar. Der Zugführer muss entscheiden, in welcher Reihenfolge die Fahrzeuge fahren. Jedem Soldaten ist ein Sicherungsbereich zugewiesen. Plötzlich kommt es während des Marsches zu einem Fahrzeugausfall. Überdies werden völlig unerwartet die Soldaten aus einem Hinterhalt angegriffen. Die Soldaten verlassen zügig ihre Fahrzeuge und nehmen den Feuerkampf auf. Verwundete werden versorgt und ihr Abtransport wird koordiniert. Genau in diesen Ausbildungssituationen werden die Grundlagen gelegt, um in wahren Bedrohungssituationen professionell reagieren zu können.

Fazit des Leitenden, Oberstleutnant Jahn: „Mit dieser Kompaniegefechtsübung konnten wir die Einsatzzüge und die Kräfte der Operationszentrale erfolgreich ausbilden und trainieren lassen. Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel im Rahmen der Einsatzvorbereitung erreicht. Die Einsatzkräfte des Gebirgsjägerbataillons 231 sind somit für die bevorstehende Abschlussübung im Gefechtsübungszentrum Heer im Juli 2020 sehr gut vorbereitet.“


von David Matei

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