Heer

Neue Ausstattung für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Soldaten

Neue Ausstattung für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Soldaten

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Frankenberg
Lesedauer:
3 MIN

Von Kopf bis Fuß, von der Mütze bis zu den Socken: Die Frauen und Männer der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ erhalten als erste die neue persönliche Ausrüstung für die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ). Die Soldatinnen und Soldaten sind 2023 Teil der Schnellen Eingreiftruppe der NATO und müssen innerhalb von wenigen Tagen an jeden Ort oder Krisenherd verlegbar und somit entsprechend ausgerüstet sein

Ein Soldat zieht einen Handschuh über seine rechte Hand.

Vom Handschuh bis zum Stiefel – rund 40 verschiedene Artikel erhalten die Soldaten der VJTFVery High Readiness Joint Task Force .

Bundeswehr/Sven Fischer

„Das Wichtigste für den einzelnen Soldaten ist neben der Waffe die Bekleidung und die persönliche Ausrüstung“, so Stabsfeldwebel Michael Mager. Er ist der Kompanietruppführer der Fernmeldekompanie der Panzergrenadierbrigade 37 und einer der ersten Soldaten, die den neuen „Kampfbekleidungssatz Streitkräfte“ erhalten. Es komme besonders darauf an, dass die neue Bekleidung zweckmäßig ist, erklärt der Stabsfeldwebel. „Die Uniform muss sich gut tragen lassen und die Taschen der Uniform sollen gut zu erreichen sein, auch unter einer Schutzweste.“ Die Zusatzausstattung für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 umfasst verschiedenste Artikel. Von Handschuhen über Protektoren bis hin zum Schlafsack für den Einsatz im tropischen Gebiet ist alles dabei. Allein die neue Kampfbekleidung besteht aus 25 Einzelartikeln.

Komplexes, modular aufgebautes Bekleidungssystem

Ein Soldat steht hinter einem vollgepackten Einkaufswagen. Im Wagen befinden sich die neuen Ausrüstungsgegenstände.

Die Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 erhalten den Kampfbekleidungssatz Streitkräfte im bekannten Fünf-Farben-Tarndruck.

Bundeswehr/Sven Fischer

Ähnlich dem „Zwiebelschalenprinzip“ können die verschiedenen, aufeinander abgestimmten Bekleidungsschichten miteinander kombiniert werden. So wird die Leistungsfähigkeit der Soldaten unter allen äußeren Einflüssen in den verschiedenen Klimazonen gewährleistet. Flammschutz, Tarnung, Antistatik, Vektorenschutz, Kälte- und Nässeschutz sowie ergonomische Passform stellen nur die wesentlichen Hauptfunktionen des Kampfbekleidungssatzes Streitkräfte dar.

Allein für den Kampfanzug, also die äußere Schicht, gibt es drei Varianten. Ihn gibt es  wahlweise als „Kampfanzug Jacke“, „Kampfanzug Jacke lang“, auch bekannt als „SMOCK“, und dem Combatshirt. An den Beinen folgt schließlich der „Kampfanzug Hose“. Je nach Lage, Auftrag und klimatischen Bedingungen kann der Soldat so die für ihn angenehmste Bekleidung wählen. Alle Bekleidungskomponenten des Systems können in verschiedenen Kombinationen untergezogen getragen werden. So passt sich jeder Soldat individuell seinem Auftrag und körperlichem Befinden an.

36 Konfektionsgrößen im Angebot

Die zusätzliche Ausrüstung ist auf dem Boden ausgelegt.

Das Grundgewebe des Kampfanzuges ist mit einer Vektorenschutzausrüstung versehen. Diese bietet durch einen enthaltenen Wirkstoff Schutz vor stechenden und blutsaugenden Insekten wie Gelbfiebermücken und Zecken.

Bundeswehr/Sven Fischer

In der Frankenberger Servicestation der BwBundeswehr Bekleidungsmanagement GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung schiebt Stabsfeldwebel Mager derweil seinen Einkaufswagen zur nächsten Station. An jeder Station derselbe Ablauf: „Welche Größe?“ Anprobieren. Passt. Oder auch nicht. „Wir nehmen uns für jeden Kunden die Zeit, die wir brauchen“, so Jana Frohwein, die Leiterin der Servicestation in Frankenberg. „Schließlich sollen Soldaten mit der neuen Ausrüstung wohlfühlen, nichts soll drücken oder kneifen“, so Frohwein. Für die Außenschicht stehen 36 Konfektionsgrößen zur Verfügung. Für die untergezogenen Kälte- und Nässeschutzartikel kann unter sieben Größen gewählt werden. Somit wird für jeden Soldaten der höchstmögliche Tragekomfort und die optimale Passform gewährt. Als Kompanietruppführer ist Mager nicht nur im Außendienst, sondern auch im Innendienst tätig. „Nun kann ich meine Uniform dem Auftrag entsprechend noch zweckmäßiger wählen“, so der 45-Jährige.

Wildwuchs wird beendet

Ein Soldat probiert einen schwarzen Nässeschutzanzug an.

Der Unterzieh-Nässeschutz kann als dritte Bekleidungsschicht unter dem Kampfanzug getragen werden. Dazu gehören die Unterwäsche, kurz oder lang, der Unterzieh-Kälteschutz und die Unterwäsche Mehrschicht.

Bundeswehr/Sven Fischer

Die Uniform schützt nicht nur vor Witterungseinflüssen oder feindlicher Aufklärung. Darüber hinaus kennzeichnet sie die Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“ mit besonderen Rechten und Pflichten. Sie ist notwendige Bedingung für den Kombattantenstatus, also die Kennzeichnung als Teilnehmer an einem bewaffneten Konflikt. Durch die Nutzung privat beschaffter Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände entstand in der Vergangenheit eine Art „Wildwuchs“ zu Lasten der Einheitlichkeit und vor allem der Sicherheit. Viele Soldaten beschafften sich persönliche Ausrüstungsgegenstände. Der in den letzten Jahren gebildete Konsens im Geländedienst „Zweckmäßigkeit vor Einheitlichkeit“ ist mit dem neuen Kampfbekleidungssatz Streitkräfte hinfällig, da Zweckmäßigkeit nun auch Einheitlichkeit im Äußeren bedeutet.

Die neue persönliche Ausstattung für die Soldaten der VJTFVery High Readiness Joint Task Force stellt sicher, dass jeder Einzelne seinem individuellen Auftrag mit einer zweckmäßigen und an die Lage anpassbaren Bekleidung nachkommen kann.

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Eine Zivilistin in blau-grauer Kleidung schaut freundlich in die Kamera.

Jana Frohwein, die Leiterin der Servicestation in Frankenberg: „Es muss alles gut sitzen. Nur so können sich die Soldaten auf den Auftrag konzentrieren.“

Bundeswehr/Sven Fischer
Ein Soldat steht hinter einem Einkaufswagen, darin befinden sich die neuen Ausrüstungsgegenstände.

40 Artikel umfasst der Kampfbekleidungssatz Streitkräfte.

Bundeswehr/Sven Fischer
Eine Soldatin probiert eine Feldmütze auf.

Die Servicestation in Frankenberg rüstet als erste die Soldaten für Litauen aus.

Bundeswehr/Sven Fischer

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von Andre Klimke

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