Heer

Reservisten unterwegs mit Eutiner Aufklärern

Reservisten unterwegs mit Eutiner Aufklärern

  • Aufklärung
  • Heer
Datum:
Ort:
Schleswig-Holstein
Lesedauer:
3 MIN

Auf dem Truppenübungsplatz Wüstenei lädt das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ aus dem schleswig-holsteinischen Eutin zu den „Goldgelben Tagen“. Die Veranstaltung der Heeresaufklärer ist für Gäste aus den Patengemeinden und Reserveoffiziere des Bataillons viel mehr als eine Gelegenheit, scharf zu schießen.

Ein Zivilist schießt sitzend mit dem Sturmgewehr. Neben ihm steht ein Soldat.

Beim Schießen erhalten die Gäste Gelegenheit, mit dem Gewehr G36 scharf zu schießen. Ein aufmerksamer Aufklärer steht dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Bundeswehr/Timm Ritter

„Feindliche Schützen rechts vor uns! Wir durchstoßen, Feuer!“, schallt es durch die Lautsprecher des Funkgeräts. Der letzte Teil des Befehls geht beinahe im losratternden Maschinengewehrfeuer unter. Die drei Transportpanzer Fuchs, mit denen sich die angereisten Reserveoffiziere des Aufklärungsbataillons 6 auf dem Truppenübungsplatz Wüstenei bewegen, geben Gas. Eine feindliche Schützengruppe wird durchstoßen und dabei mit Maschinengewehr niedergehalten. Das heißt: Die Panzer fahren mit voller Geschwindigkeit am Feind vorbei, weiter Richtung Aufklärungsziel. Diese Station ist nur eine von vielen, mit denen der nördlichste Heeresverband der Bundeswehr am 20. und 21. August bei den „Goldgelben Tagen“ ein spannendes Programm für Gäste und Reservisten auf die Beine gestellt hat.

Mit LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung, Fuchs und Fennek

Zwei Soldaten und ein Zivilist stehen an einer Drohne LUNA, die auf eine Gestell aufgebaut ist und schauen sie an.

Neben Spähwagen Fennek und Transportpanzer Fuchs ist auch die Drohne LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung vor Ort.

Bundeswehr/Timm Ritter

Am ersten Tag steht Schießen auf dem Plan. Gäste aus den Patengemeinden der Kompanien, des Bataillons und der Garnisonsstadt Eutin haben die Möglichkeit, sich mit den Waffen und dem Gerät ihrer Soldaten vertraut zu machen und scharf zu schießen. Den Besuchern stehen neben dem Spähwagen Fennek und dem Transportpanzer Fuchs auch die Aufklärungsdrohne LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung (Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung) zur Besichtigung bereit.

Vor dem Schießen gibt es, wie bei der Bundeswehr üblich, zunächst eine ausführliche Einweisung in die Waffe, ohne scharfe Munition – eine Sicherheitsbestimmung. Erst danach geht es zum scharfen Schuss. Mit dem Sturmgewehr G36 wird auf eine Pappscheibe geschossen. So kann jeder Gast seine Zielgenauigkeit überprüfen. Dafür bekommen alle Teilnehmenden eine Urkunde von der jeweiligen Patenkompanie.

Alte Hasen und junge Soldaten

Ein Soldat liegt auf einer Bastmatte und feuert mit einem Gewehr. Neben ihm kniet ein Ausbilder.

Sogar mit dem bewährten Sturmgewehr G3, das viele der älteren Reservisten noch aus dem täglichen Dienst kennen, wird geschossen.

Bundeswehr/Dennis Diekneite

Am zweiten Tag stehen die Reserveoffiziere des Bataillons im Fokus und solche, die es werden wollen. Bataillonskommandeur Oberstleutnant Tobias Aust begrüßt bei Sonnenschein die Gäste auf dem Übungsplatz. Von jungen Offizieranwärtern im Dienstgrad Hauptgefreiter bis zu ehemaligen „alten Hasen“, die ihre aktive Zeit schon Jahrzehnte hinter sich wissen, ist alles vertreten. Entsprechend groß ist das Generationenspektrum der gezeigten Waffen. Vom verlässlichen Klassiker, dem Sturmgewehr G3, bis hin zum modernden Maschinengewehr MG5 kann vieles im scharfen Schuss bedient werden. Für die jungen Soldaten ist es das erste Schießen mit dem G3, für die erfahreneren Kameraden hingegen das Schießen mit dem MG5 Neuland. Durch den Generationenaustausch, bester Stimmung und durch das Wirken erfahrener Ausbilder sind die Trefferergebnisse durchweg zufriedenstellend.

Jetzt wird aufgeklärt

Ein Soldat sitzt im Inneren eines Panzers und blickt auf einen Bildschirm.

Wo ist der Feind? Im Inneren des Spähwagens Fennek wird beobachtet, was die hochauflösenden Optiken von der Umgebung aufnehmen.

Bundeswehr/Dennis Diekneite

Was ebenso zum Thema Aufklärung gehört, erfahren die Reserveoffiziere bei den nächsten Stationen. Den Feind mit eigenen Augen zu sehen, ist nur ein Teil einer Wahrnehmung eines einzelnen Sensors. Aufklärer arbeiten daher mit verschiedenen Sensoren in einem abgestimmten System zusammen. Das macht das Aufklärungsergebnis für den militärischen Führer am Ende verlässlich. Es gehört weit mehr dazu, ein richtiges Aufklärungsergebnis zu erhalten.

Aufklärung ist eng mit dem MEDMediterranean, dem militärischen Erkennungsdienst, verbunden. Aufklärer müssen wissen, was sie sehen, so auch, um welche Fahrzeuge es sich handelt. Beispielsweise gibt es bei Fahrzeugen für jedes Modell Indikatoren, wie den Abstand der Räder oder die Form des Panzerturms. Bei der MEDMediterranean-Station können die Gäste ihr eigenes Wissen über feindliche und eigene Fahrzeuge testen.

Anpirschen mit dem Spähwagen Fennek

Eine Soldatin steht mit einem Fernglas auf dem Dach eines Spähwagens und schaut ins Gelände.

Der Kommandant hat entschieden: Die Beobachtung erfolgt zur besseren Übersicht vom Dach des Spähwagens Fennek aus.

Bundeswehr/Dennis Diekneite

Er ist extrem leise, wenn er sich mit seinen Optiken an die Beute anpirscht, der Spähwagen Fennek. Gerade die sensiblen Augen des Fahrzeugs, die BAABeobachtungs- und Aufklärungsausstattung, was für Beobachtungs –und Aufklärungsausstattung steht, begeistert die Gäste. Die BAABeobachtungs- und Aufklärungsausstattung ist eine hochmoderne Optik, die bei Bedarf teleskopartig auf dem Dach des Fahrzeugs ausgefahren werden kann. So sind Objekte aus der Deckung heraus erkennbar. Doch es wird auch klar: Manchmal hilft auch der traditionelle Blick durch das Fernglas, um Feinde aufzuklären.

Mit den Spähern unterwegs

Zwei Panzer stehen hintereinander auf einem hellbraunen Sandweg. Auf ihnen sind mehrere Soldaten.

Aufgesessen auf dem Transportpanzer Fuchs erwartet die Gäste auf dem Parcours der Späher ein Hinterhalt.

Bundeswehr/Dennis Diekneite

Währenddessen machen sich die leichten, abgesessenen Späher an ihrer Station bereit. Abgesessene Späher sind die Augen des Kommandeurs am Boden, ganz nah am Feind. Sie sind meist unauffällig zu Fuß unterwegs und gelangen dorthin, wo Fahrzeuge nicht mehr fahren können. Bis in das Operationsgebiet gelangen sie entweder mit ihrem Transportpanzer Fuchs oder mit dem Fallschirm. Mit den Spähern erleben die Gäste aufgesessen auf dem Radpanzer einen Spähparcours über den Übungsplatz, eine staubige Angelegenheit. Die Überraschung: Am Ende lauert eine feindliche Schützengruppe im Hinterhalt. Jetzt heißt es: durchstoßen.

von Lennart Linke

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