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Übung Swift Response: Sprungeinsatz mit Angriff

Übung Swift Response: Sprungeinsatz mit Angriff

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Seedorf
Lesedauer:
4 MIN

Mit einer Air Maneuver Task Force, bestehend aus dem niederländischen 11 Infanteriebataillon „Garde Grenadiers en Jagers“ und der 6. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf, hat die Division Schnelle Kräfte (DSKDivision Schnelle Kräfte) an der Großübung Swift Response 2021 teilgenommen.

Deutsche Soldaten marschieren am Boden, drei Hubschrauber kreisen am blauen Himmel darüber.

Bis zu 25 Hubschrauber, darunter CH-47 Chinook, UH-60 Blackhawk und auch Kampfhubschrauber AH-64, beteiligen sich an der Übung Swift Response.

Bundeswehr/DSK

Die Division Schnelle Kräfte entsendet zu der internationalen Großübung Swift Response 2021 in Rumänien sowohl ihre niederländischen als auch deutschen Kräfte. Swift Response ist eine durch die U.S. Army Europe geführte Übung, an der sich dieses Jahr rund 7.000 Fallschirmjäger aus zehn NATO-Ländern beteiligen. Neben dem Hauptschauplatz in Rumänien gibt es auch Übungsanteile in Estland und Bulgarien. Damit erhalten die Soldaten der niederländischen 11 Luchtmobielen Brigade (11 LMB) und des deutschen Fallschirmjägerregiments 31 die einzigartige Option, in zwei Wochen fast alle Formen der Luftbeweglichkeit zu üben. Es werden Lastabwürfe-, Luftlande- (Tactical Air Landing Operations, kurz TALO) und Luftangriffsoperationen, englisch Air Assault, realisiert. Ziel der Übung ist es, integrierte Luftlande- und Landoperationen der beteiligten Streitkräfte zu trainieren, inklusive gemeinsamer Luftunterstützung und Spezialoperationen gegen eine gegnerische Streitkraft mit ähnlichen Fähigkeiten.

Szenario der Bündnisverteidigung

Die multinationale Luftlandeübung wird von der amerikanischen 82nd Airborne Division aus Fort Bragg im USUnited States-Staat North Carolina geleitet und umfasst drei sogenannte Joint Forcible Entry Operations in den oben genannten Übungsländern. Die NATO übt hierbei ein Artikel 5-Szenario der Bündnisverteidigung, bei dem Truppen auch über weite Strecken als schnelle Reaktionskräfte eingeflogen und in einem vom Feind beherrschten Gebiet abgesetzt werden. Die 11 LMB beteiligt sich mit circa 650 Soldaten an dem Joint Forcible Entry in Rumänien. Die deutschen Kräfte umfassen rund 140 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31. Hinzu kommen Fallschirmjäger der polnischen 6th Airborne Brigade und des rumänischen 495. Fallschirmjägerbataillons. Zur Dienstaufsicht schauen unter anderem Generalmajor Joe Jarrard, Deputy Commanding General der U.S. Army Europe and Africa, sowie Generalmajor Iulian Berdila, Inspekteur des rumänischen Heeres, während der Übung vorbei.

Start der Übung Anfang Mai

Ein Hubschrauber schwebt über freiem Gelände und setzt ein Artilleriegeschütz ab.

Eine Haubitze M777 155 mm der USUnited States-Armee wird durch einen Transporthubschrauber Boeing CH-47 Chinook eingeflogen.

Bundeswehr/NATO

Zurück zur Übung. Bereits am 8. Mai werden die niederländischen Pathfinder der 11 LMB als einer der ersten Kräfte ins Feld geführt. Mit ihren Fallschirmen springen sie aus den Transportmaschinen C-130 Hercules der niederländischen Luftwaffe im Freifallsprung ab und gleiten auf diese Weise unhörbar ins Aufklärungsgebiet. Ihr Auftrag: Als Divisionstruppen und Vorauskräfte sollen sie den Boden für die 82nd Airborne Division bereiten. Dabei erkunden sie die Abwurfzonen und Landeplätze und sichern so die Luftlandeoperation von rund 650 Fallschirmjägern aus den Niederlanden, Deutschland, Polen, Rumänien und den Vereinigten Staaten. Am Boden müssen sie eine 24-stündige taktische Übung meistern, bei der auch schweres Gerät, wie gezogene Haubitzen des Typs M777, Kaliber 155 mm, Schützenpanzer MLI-84M des rumänischen Heeres und diverse Geländefahrzeuge HMMWV (Humvee) der USUnited States-Armee zum Einsatz kommen.

Hubschrauberanlandung

Deutsche Soldaten in Gefechtsanzug rennen am Boden, im Hintergrund steht ein rumänischer Schützenpanzer.

Deutsche Fallschirmjäger gehen gegen einen rumänischen Schützenpanzer MLI-84 vor, der den Feind darstellt.

Bundeswehr/DSK

Nach der Luftlandung beginnt die Luftangriffsoperation Falcon Response unter dem Kommando der niederländischen 11. Brigade. Hier kommen im Schwerpunkt die deutschen Kräfte zum Einsatz. Die durch Spezialisten anderer Seedorfer Kompanien verstärkte 6. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 führt eine Luftlandeoperation per Sprungeinsatz mit anschließendem Angriff durch sowie eine weitere Luftlandeoperation per Hubschrauberanlandung (Air Assault) als Scheinangriff. Damit wollen sie unter anderem ihren internationalen Kameraden den Rücken für die eigentliche Angriffsoperation freihalten. Amerikanische und rumänische Hubschrauber, darunter UH-60 Black Hawks, Pumas, und CH-47 Chinooks, unterstützen diese 48-stündige Operation. Insgesamt sind 25 Hubschrauber an der Übung beteiligt. Damit ist Falcon Response eine der größten Air Assault-Übungen in Europa in den vergangenen Jahren.

Interoperabilität ist eine Herausforderung

Zahlreiche Fallschirmjäger mit Ausrüstung laufen auf einen Hubschrauber zu, der auf einem Feld steht und gleich starten wird.

Deutsche und niederländische Fallschirmjäger steigen in einen Transporthubschrauber CH-47 der USUnited States-Armee, um ausgeflogen zu werden.

Bundeswehr/DSK

Innerhalb der NATO werden verschiedene Kommunikationsmittel eingesetzt. Das macht die Verständigung zwischen den Partnern oft zu einer Herausforderung. Während der Übung Swift Response gelingt es den Niederländern erstmals technisch, alle internationalen Partner miteinander kommunizieren zu lassen. Dies wäre ohne die intensive Zusammenarbeit zwischen den niederländischen, amerikanischen, polnischen und rumänischen Kameraden nicht möglich. Durch die Verknüpfung verschiedener Computernetzwerke gelingt es, die Planung und Vorbereitung der Übung digital umzusetzen. Auch die verschiedenen Funksysteme werden miteinander integriert. Dies ermöglicht es dem niederländischen Kommandeur, seine polnischen Kameraden in Krakau mittels Hochfrequenz- und taktischer Satellitenkommunikationssysteme über den Kampfverlauf zu informieren.

„Ein Ziel war es, die Zusammenarbeit im Hinblick auf Planung und Durchführung zu erproben und zu verbessern. Dieses Ziel haben wir aus meiner Sicht erreicht“, so Major Martin Klusmann, Chef der 6. Kompanie aus Seedorf. Die schon lange bestehende Kooperation deutscher und niederländischer Kameraden in der DSKDivision Schnelle Kräfte erweist sich wieder einmal als besonders eingespielt. Der Verband ist daher beispielhaft für die weitere Verzahnung der NATO-Armeen.

Vier Soldaten schweben mit ihren Fallschirmen unterhalb eines Flugzeuges, aus dem sie gesprungen sind.

Ein Transportflugzeug C-130 Hercules der niederländischen Luftwaffe setzt deutsche Fallschirmjäger ab.

Bundeswehr/DSK

Brigadegeneral Grzegorz Grodzki, Brigadekommandeur der 6. polnischen Luftlandebrigade: „Wir müssen miteinander reden. Wir müssen miteinander kommunizieren und uns gegenseitig verstehen. Das ist der einfachste Weg, um Interoperabilität herzustellen. Übungen wie Swift Response erhöhen unsere Fähigkeiten und Bereitschaft. Es ist eine große Chance, stärker zu werden.“

Swift Response war der Auftakt der jährlichen Gesamtgroßübung Defender Europe. Bei dieser Übung arbeiten NATO-Verbündete und andere Partnerländer zusammen. Sie dient der Stärkung der Bereitschaft und der Festigung von Verfahren zwischen den USAUnited States of America, der NATO und anderen internationalen Partnern für die Landes- und Bündnisverteidigung.

Defender Europe in 30 Übungsgebieten

Zahlreiche Fallschirmjäger landen bei blauem Himmel mit ihren Fallschirmen auf einem grünen Feld.

Insgesamt sind rund 7.000 Fallschirmjäger an der Übung Swift Response beteiligt.

Bundeswehr/DSK

In diesem Jahr werden an Defender Europe mehr als 28.000 Soldaten aus 26 Nationen nahezu zeitgleiche Operationen starten. Diese werden sich in über 30 Übungsgebieten in mehr als einem Dutzend Ländern, vom Baltikum bis zur strategisch wichtigen Balkan- und Schwarzmeerregion, ereignen. Generalmajor Joe Jarrad erklärt: „In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt von Defender Europe 21 beim Aufbau der Einsatzbereitschaft und Interoperabilität mit der NATO und einer größeren Anzahl von Verbündeten und Partnern über ein größeres Einsatzgebiet.“

von DSK 

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