Heer

Von den Bergen in die Wüste

Von den Bergen in die Wüste

  • Einsatzvorbereitung
  • Heer
Datum:
Ort:
Altmark
Lesedauer:
2 MIN

Die Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 haben sich auf dem Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt für ihren Auslandseinsatz vorbereitet. Ab September werden sie die Hauptkräfte des 15. Deutschen Einsatzkontingentes in Mali stellen.

Ein Soldat steht hinter einem Gefechtsfahrzeug und schaut durch das Visier eines Gewehres.

Ein Soldat sichert die Umgebung nach dem Absitzen von einem Gefechtsfahrzeug.

Bundeswehr/Kevin Greenhalgh

Für die Gebirgsjäger aus Bad Reichenhall begann die Einsatzvorbereitung in der Altmark mit einer vierzehntägigen Phase der Isolation, um das Infektionsrisiko mit Corona gering zu halten. Dabei konnten die Soldaten bereits vor Ort innerhalb ihres Trupps üben. Dann erst folgte ihre Ausbildung im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Letzlinger Heide. Der Übungsplatzaufenthalt verlängerte sich dadurch für die Soldaten von zwei auf vier Wochen. Die Soldaten trainierten nun als Gefechtsverband das Zusammenspiel der Einsatzkräfte und zwar so, wie sie später auch gemeinsam in Mali agieren werden.

Schutz- und Sicherungsaufgaben in Gao

Soldaten stehen vor einer nachgebauten Feldlagerabsperrung und bewachen das Gebiet.

Ein Zug der Schutzkompanie bewacht das Feldlager und wartet auf einen Gast.

Bundeswehr/Kevin Greenhalgh


Im malischen Gao werden die Gebirgsjäger der 4. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 das Camp Castor sichern und als Schnelle Eingreiftruppe agieren. Zusätzlich übernehmen sie Schutz- und Sicherungsaufgaben bei den Aufklärungsoperationen der Gebirgsaufklärer aus Füssen. Unterstützt werden die Gebirgsjäger dabei von den Gebirgsversorgern, einem Kampfmittelabwehrzug, den Sanitätskräften und einem litauischen Sicherungszug.

Die Soldaten üben in der Altmark Situationen, die den Verhältnissen im Einsatzgebiet gleichen. So sichern sie das Feldlager und wehren feindliche Angriffe ab. Sie bergen ausgefallene Gefechtsfahrzeuge oder führen eigene isolierte Soldaten zurück. Die Gebirgsjäger gehen auf Patrouille und lernen, wie man Gespräche mit der örtlichen Bevölkerung führt, um wichtige Informationen zur Lageaufklärung zu gewinnen. Als ein Fahrzeug im Konvoi durch eine improvisierte Sprengfalle angesprengt wird, wehren die Infanteristen einen feindlichen Hinterhalt ab. Die Gebirgsaufklärer erkunden unbekanntes Gebiet und setzen dafür auch ihre Aufklärungsdrohnen ein.

Kampfgemeinschaft für Mali

Gefechtsfahrzeuge fahren in Kolonne durch ein bewaldetes Gebiet zu ihrem Einsatzort.

Die Schnelle Eingreiftruppe, Quick Reaction Force genannt, wird zum Schutz eines ausgefallenen Fahrzeuges außerhalb des Feldlagers alarmiert.

Bundeswehr/Kevin Greenhalgh

Der Abschluss und Höhepunkt der gesamten Übung ist die mehrere Tage andauernde und durchgehende Einsatzübung mit allen Kräften, die nach Mali fliegen. Dabei simuliert das Gefechtsübungszentrum des Heeres unterschiedliche Szenarien und Vorfälle, wie sie auch im Einsatzland möglich sind. Die Schiedsrichter des Übungszentrums beobachten jedes taktische Handeln der Gebirgsjäger und werten es im Anschluss mit allen Beteiligten aus. Dadurch erreicht das GÜZ eine Optimierung der Kampfhandlungen der Truppen.

Die intensivere und längere Übungszeit hat die Qualität der Einsatzvorbereitung erhöht. Ab September werden sich die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 im Norden Malis dann unter Wüstenbedingungen als eingeschworene Kampfgemeinschaft beweisen können.

von Kevin Greenhalgh

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