Umrüstung der Waffen
Nach der Belehrung durch den Leitenden rüsten die Schützen ihre Gewehre zur Nutzung spezieller Übungsmunition um. Heute wollen sie mit Kunststoffgeschossen Ziele in einem Tal bekämpfen.
Infanteristen müssen den scharfen Schuss in jedem Gelände beherrschen. Extreme Höhenunterschiede und rutschiger Boden machen den Kampf im verschneiten Gebirge allerdings zu einer Herausforderung, die gezielt trainiert werden muss. An der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald bilden erfahrene Gebirgsjäger die Truppe für den riskanten Schuss in der Felswand aus.
Beim Winkelschießen sind Gebirgsjäger in ihrem Element. Aber auch andere Kräfte der Bundeswehr, wie die Infanteristen des Fallschirmspezialzuges aus Seedorf, brauchen diese wertvolle Fähigkeit für ihren Einsatz.
Bundeswehr/Jessica SchlagDas ungewöhnliche Schießtraining ist ein optionaler Teil der maßgeschneiderten Winterkampfausbildung der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald. Gerade für Spezialisierte Kräfte, wie die Soldaten vom Fallschirmspezialzug aus Seedorf, ist diese Ausbildung besonders wichtig. Sie müssen autark hinter feindlichen Linien operieren können, unter allen erdenklichen geografischen und klimatischen Bedingungen.
Das Übungsgelände in der Nähe von Mittenwald bietet optimale Bedingungen für die waghalsigen Schießübungen. In einer felsigen Schlucht können unterschiedliche Anschlagsarten mit der Waffe ausprobiert werden. „Bei einem Winkelschießen geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und ein Gefühl für die extremen Höhenunterschiede, die ungewöhnlichen Winkel und den sehr losen Untergrund zu bekommen“, erklärt der Leitende der Ausbildung, Oberleutnant Pascal E.* Wie kann ich die Gegebenheiten, wie Bäume und Felsvorsprünge, nutzen? Wie lange habe ich Trittsicherheit und ab wann beginne ich zu rutschen? Diese Fragen sind Teil der Übung. So läuft das Winkelschießen Schritt für Schritt ab.
*Name zum Schutz des Soldaten geändert
Waghalsig und rutschig: Der scharfe Schuss im Gebirge muss geübt sein. Beim sogenannten Winkelschießen auf dem Übungsplatz in Mittenwald erfahren die Soldatinnen und Soldaten der Luftlandebrigade 1, wie sie sich mit der Waffe an der Felswand …
Nach der Belehrung durch den Leitenden rüsten die Schützen ihre Gewehre zur Nutzung spezieller Übungsmunition um. Heute wollen sie mit Kunststoffgeschossen Ziele in einem Tal bekämpfen.
Die Abkürzung PT steht für Plastic Training. Diese Munition entfaltet eine erheblich geringere Wirkung im Ziel als Gefechtsmunition, ist aber für den Übungszweck völlig ausreichend.
Beim Winkelschießen nutzen die Soldaten eine Kletterausrüstung, um sich durch ein Seil zu sichern. So können Grenzbereiche ohne Gefahr ausprobiert werden.
Aus mehreren Stelllungen heraus bekämpfen die Schützen Ziele in einer Schlucht. Über einen Seilsteg gelangen sie beispielsweise in einen Felsvorsprung.
Anspruchsvoll beim Winkelschießen ist die Bewegung im Gelände. Die Schützen müssen mit ihrer Ausrüstung über rutschigen Untergrund auf- und absteigen. Dabei verhindert das Seil den Totalabsturz.
Beim Schießen können die Schützen verschiedene Winkel ausprobieren. Sie nutzen Skistöcke, Bäume und Felsen, um sich daran abzustützen. Gesichert werden sie durch zwei Karabiner an einem Seil.
Die Soldaten gehen immer in Zweierteams in die Stellungen, von denen am felsigen Hang gleich mehrere verteilt sind. Beim Klettern zählt wie immer: Teamarbeit.