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Wenn der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtrupp eingeflogen wird

Wenn der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtrupp eingeflogen wird

  • ABC-Abwehr
  • Heer
Datum:
Ort:
Celle-Wietzenbruch
Lesedauer:
3 MIN

Ein kleiner Tower, eine Graspiste und ein paar Hallen – die Fallschirmjäger gewinnen das Gelände der „Flugsportvereinigung Celle“. Ihr Auftrag: Sie sollen den Aufbau eines mobilen Dekontaminationspunktes sichern. „ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrsoldaten, Heeresflieger und Infanteristen üben erstmals in dieser Zusammenstellung“, erklärt Major Sven Schuster vom Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit.

Soldaten steigen schnell aus einem am Boden stehenden Hubschrauber aus.

Ein ziviler Sportflugplatz, ein Tower und einige Hallen werden zum Schauplatz eines ebenso herausfordernden wie realistischen Szenarios für Kräfte der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und der Fallschirmjägertruppe.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Schuster leitet diesen erstmaligen, gemeinsamen Übungsdurchgang. Die Soldatinnen und Soldaten des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750 sind für einen möglichen Ernstfall im nationalen Krisenmanagement eingeplant. Ihre Hauptaufgabe ist die Reduzierung der Wirkung von möglichen atomaren, biologischen oder chemischen Kampfmitteln auf die eigenen Truppen und die Infrastruktur.

Mit dieser Übung von Soldaten der Streitkräftebasis und des Heeres wollen wir „den gemeinsamen Einsatz und vor allem die Luftbeweglichkeit der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrsoldaten üben“, so Schuster. Der „Arloh“ ist ein ziviler Sportflugplatz und doch ist es für die Fallschirmjäger, die den Flugplatz sichern sollen, keine einfache Aufgabe. Zur Sicherung müssen wenige Fallschirmjäger viel Gelände abdecken, der Raum ist überdehnt. Es muss alles schnell, präzise und möglichst überraschend funktionieren. Mit den Mehrzweckhubschraubern NHNATO-Helicopter-90 fliegen die Fallschirmjäger in mehreren Wellen ein. ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Aufklärer unterstützen sie.

Realitätsnahe Lage

Vier Soldaten stehen in Sicherungshaltung vor der Tür eines Gebäudes, bevor sie es stürmen.

Die Fallschirmjäger müssen die Gebäude sichern, bevor die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Soldaten mit der Arbeit beginnen können.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Der kleine Flugplatz ist strategisch wichtig. „Der Gegner wird in einer Bunkeranlage vermutet und hat zuvor eine Chemiefabrik überfallen“, beschreibt Schulz die militärische Lage, in der die Soldaten handeln müssen. „Dass eigene Soldaten beim Kampf um diese Bunkeranlage kontaminiert werden, ist nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich.“ Der Kernauftrag lautet deshalb, in unmittelbarer Nähe einen Dekontaminationspunkt aufzubauen.

Gegner ohne Waffen

Ein Soldat signalisiert einem Transporthubschrauber den Absetzpunkt für die Außenlast.

Dekontaminationspunkt als Außenlast: Damit alles ankommt, wo es gebraucht wird, signalisiert ein Soldat dem Mehrzweckhubschrauber den Absetzpunkt für die Außenlast.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Auf dem Gelände werden nur schwache Feindkräfte ausgemacht. Diese werden rasch überwältigt. Nachdem der Tower und die Hallen gesichert sind, bestätigt sich die Vermutung: In den Gebäuden werden gefährliche Materialproben gelagert. Alle Soldaten rund um den „Arloh“ gelten damit als kontaminiert. Der geplante Dekontaminationspunkt wird damit immer wichtiger. Wenig später fliegt ein Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 mit Außenlast auf das Gelände zu: Das Material für den Reinigungs- und Entgiftungspunkt wird abgesetzt und entpackt. „Das Einfliegen des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Materials per Hubschrauber ist dabei nicht alltäglich. Die Variante bewährt sich aber vor allem als rasch verfügbare Lösung bei unzugänglichem und weit entferntem Gelände“, erklärt Schulz.

Ein Parkplatz als Dekontaminationspunkt

Soldaten in Schutzkleidung durchlaufen mehrere Stationen des Dekontaminationspunktes.

Auf dem Parkplatz des Sportflugplatzes können die Soldaten geordnet und sicher durch die Stationen des Dekontaminationspunktes geleitet werden.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Wenig später steht auf dem Parkplatz des „Arloh“ der mobile Dekontaminationspunkt. Aufbau und Betrieb sind für die Soldaten der 4. Kompanie des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750 Routine. Die kontaminierten Soldaten werden einzeln, Schritt für Schritt präzise durch den Dekontaminationsprozess geleitet. Schuhe werden in Wasserbädern gereinigt und grober Schmutz abgebürstet, dann Ausrüstung und Kleidung abgelegt, gereinigt und verpackt. Schließlich duschen die Soldaten, was angesichts der nasskalten Witterung angenehm ist. „Der Prozess dauert, doch ist Sorgfalt essenziell wichtig“, erläutert ein ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Soldat.

Verschiedene Beladeversuche

Soldaten bereiten an einer C160 Transall eine Palette und ein Fahrzeug für den Transport vor.

Fahrzeuge und Material werden für den Transport als Innen- und Außenlast vorbereitet.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Der Leitende, Major Schuster, fasst zusammen: „Das Szenario hat einen hohen Bezug zur Realität. Dass unsere Soldaten mit Kampfstoffen kontaminiert werden, kann auf Unfällen oder auch Zwischenfälle mit einem terroristischen Hintergrund basieren. Es sind verschiedene Situationen denkbar, in denen so ein mobiler Dekontaminationspunkt der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe kurzfristig eingesetzt werden kann und muss“. Auch ein Einsatz im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung ist mehr als realistisch. In der Übung sind auch unterschiedliche Beladeversuche mit dem Material der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe als Außenlast am Hubschrauber, als Innenlast in der C-160 Transall und im Airbus A400M geprobt worden. Diese Übung habe gezeigt, so Schuster, dass eine Verlegung dieser Spezialfähigkeit durch die Luft nicht beiläufig erfolgen könne, sie im Gegenteil einer immensen Planungs- und Vorbereitungszeit bedürfe.

von Andrea Neuer

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