Bundeswehr und Infrastruktur
Der Organisationsbereich IUD als Enabler moderner Infrastruktur für die Bundeswehr.
Deployment Hub Bremerhaven: Mit 42 Infrastrukturmaßnahmen werden die Bundeswehr, die Freie Hansestadt Bremen und bremenports GmbH & Co. KG das maritime Drehkreuz für die Aufnahme und Verlegung von NATO-Streitkräften bis Ende 2031 ausbauen. Die Grundlage dafür haben sie am 3. November 2026 in Bremerhaven geschaffen.
Historischer Ort: Auf dem Segelschulschiff „Deutschland" unterzeichneten Bundeswehr, Freie Hansestadt Bremen und bremenports die Vereinbarung zum Ausbau des Deployment Hub Bremerhaven
Bundeswehr/Anna BischofsMit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung auf dem Segelschulschiff „Deutschland“ wurde ein wichtiger Meilenstein für den Deployment Hub Bremerhaven erreicht. Zusammen mit den zugehörigen Einzelverträgen legt die Vereinbarung die Grundlage für das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,3 Milliarden Euro.
Geplant sind unter anderem die Sanierung und Modernisierung der Containerkaje, die Verbreiterung des Verbindungskanals zwischen den Hafenbereichen samt Brücke, die Sanierung und Anpassung des „Kaiserhafens“ sowie der Ausbau der Gleisanlagen Speckenbüttel. Da für die Transporte größere Schiffe als bislang den Hafen anlaufen werden, sind sowohl Zufahrten als auch die Kaianlagen an die neuen Anforderungen anzupassen.
Auch die Hafenflächen werden angepasst. Die Fahrzeuge der Bundeswehr sind schwerer als die Fahrzeuge, für die der Hafen bislang ausgelegt ist. Deshalb entstehen Schwerlastflächen und zusätzliche Containerstellplätze. Der Neubau einer Schwerlastbrücke sowie einer Umgehungsstraße soll den reibungslosen Abtransport von Fahrzeugen und Gütern ermöglichen. Die Umgehung steht nach Fertigstellung auch für die zivile Nutzung zur Verfügung und entlastet somit das bestehende Straßennetz.
Im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung ist Deutschland aufgrund seiner zentralen geografischen Lage eine logistische „Drehscheibe“ für die Marschbewegungen eigener und verbündeter Streitkräfte. Hierfür gewährleistet Deutschland die Aufnahme, den Umschlag und den Transport von Material und Personal. Der Operationsplan Deutschland legt unter anderem fest, welche militärischen und zivilen Leistungen dafür national zu erbringen sind.
Aufgrund des Zugangs zur Nordsee, insbesondere durch den Überseehafen Bremerhaven, der bestehenden Infrastruktur und der Anbindung ins Hinterland spielt das Bundesland Bremen hierbei eine besondere Rolle.
Einen ersten politischen Rahmen schuf das Bundesministerium der Verteidigung am 29. September 2026 mit einer gemeinsamen Absichtserklärung mit der Freien Hansestadt Bremen zum Deployment Hub Bremerhaven 2031. Sie ist rechtlich nicht bindend, beschreibt aber wesentliche Leitlinien der Zusammenarbeit.
Für die Bundeswehr unterzeichnete nun die anschließende Verwaltungsvereinbarung Prof. Dr. Roland Börger, Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw). Das Bundesamt ist für zentrale Infrastrukturaufgaben der Bundeswehr verantwortlich und vertritt in seinem Aufgabenbereich deren Interessen gegenüber den Bundesländern und anderen Partnern.
Für die Freie Hansestadt Bremen unterzeichnete Thomas Ehmke, Chef der Senatskanzlei, und für die bremenports GmbH & Co. KG der Geschäftsführer, Robert Howe.
(v.l.) Thomas Emke, Prof. Dr. Roland Börger und Robert Howe unterzeichnen die weitreichende Vereinbarung
Bundeswehr/Anna BischofsBörger lobte die Zusammenarbeit zwischen Stadt, bremenports und Bundeswehr. Gemeinsam konnten 42 Einzelmaßnahmen für die Erfüllung der Anforderungen der NATO sowohl im Hafenbereich als auch auf dem Flughafen Bremen und im Hinterland festgelegt und abgestimmt werden.
Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung beginnt sofort die Umsetzung. Die Infrastrukturmaßnahmen werden teilweise parallel realisiert und sind mit dem Hafenbetreiber abgestimmt, damit der reguläre Hafenbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Der Hafen wird so ausgebaut werden, dass er neben dem normalen Betrieb das Umschlagvolumen für die NATO bewältigen kann.
Zunächst stehen Infrastrukturmaßnahmen im Hafen an. Danach folgen der Flughafen und die Hinterlandanbindung. Dazu gehört beispielsweise, bestehende Brücken für die schweren Fahrzeuge der Bundeswehr auszubauen. Bis Ende 2031 sollen die Maßnahmen vollständig umgesetzt sein. Der Zeitrahmen schafft Planbarkeit für die Bundeswehr und die NATO. Daher auch die Abkürzung DHB31 für „Deployment Hub Bremerhaven 2031“.
„Gerade weil es eben zivil-militärische Projekte sind, sind die Investitionen im Rahmen des DHB31-Projekts besonders wertschöpfend: Wir stärken damit unsere Verteidigungsfähigkeit und zugleich schaffen wir einen Mehrwert für die zivile Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.“
Mit den unterzeichneten Vereinbarungen ist die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit geschaffen. Die Veranstaltung auf der „Deutschland“ markierte damit nicht nur einen formellen Meilenstein, sondern auch den Beginn der nächsten Projektphase.
von Anna Bischofs E-Mail schreiben