Wie Natur und Umwelt trotz Übungsbetrieb geschont werden
Der Umweltschutz kommt bei der Bundeswehr auch während militärischer Übungen nicht zu kurz. Um die Natur zu schonen, wird viel Aufwand betrieben.
Wenn auf Truppenübungsplätzen in Litauen Panzer rollen und Streitkräfte aus verschiedenen Nationen gemeinsam üben, entsteht militärische Einsatzbereitschaft. Was zurückbleibt, ist verbrauchtes Material. Für die Abfallwirtschaft gelten klare Regeln, welche die Bundeswehr als Gastnation einhalten muss. Denn Umweltschutz gilt auch im Ausland.
Um die fachgerechte Entsorgung zum Schutz der Umwelt kümmert sich Sophia G.
Bundeswehr/Kevin ErbeIm Inland wie im Ausland gilt für die Bundeswehr: Die Belange des Umweltschutzes sind zu beachten. Deshalb gibt es in der Bundeswehrverwaltungsstelle (BWVSt) in Litauen zwei Mitarbeitende für genau diesen Aufgabenbereich.
Öl, Sanitätsmaterial, alte Reifen, Metalle, Batterien und vieles mehr werden auf dem Sammelplatz für Abfälle und Kleinmengen gefährlicher Abfälle angenommen. „Die Truppe ist hier, um zu üben. Dabei fallen verschiedenste Abfälle an. Und die werden hier in Litauen nicht einfach weggeworfen“, sagt Sophia G. Sie ist Sachbearbeiterin für den Umweltschutz bei der Bundeswehr und kümmert sich gemeinsam mit einer Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft in der zur BWVSt Litauen gehörenden Außenstelle Rukla um den Umweltschutz in Litauen.
Damit Umweltstandards eingehalten werden, gibt es auf dem Abfallsammelplatz klare Strukturen. Die angenommenen Abfälle müssen hier vorab korrekt getrennt, gesammelt und dokumentiert werden. Verschiedene Container und spezielle Gefahrstoffbehälter sorgen dafür, dass Abfälle sicher und temperaturgeschützt gelagert werden können und gegen unbefugten Zugriff gesichert sind. Anschließend organisiert das Team für den Umweltschutz die fachgerechte Entsorgung über zertifizierte litauische Fachunternehmen im Rahmen des Host Nation Supports.
Kein Bürojob: Oft ist die tatkräftige Beamtin in Arbeitskleidung auf dem Abfallsammelplatz und packt mit an
Bundeswehr/Kevin ErbeZum Arbeitsbereich gehören auch vorbeugende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und -prävention, etwa die Beratung der Truppe und die Bereitstellung spezieller Materialien, wie zum Beispiel Ölauffangwannen oder Bindemittel. „Wir versuchen damit Umweltschäden zu verhindern“, erklärt Sophia G. „und wenn beim Üben mal ein Baum beschädigt wird, kümmern wir uns auch darum, diesen Schaden ordentlich aufzunehmen.“
Deutsches Recht, litauisches Recht und europäische Vorgaben greifen ineinander. Der strengeren Regelung wird dabei grundsätzlich Vorrang gewährt. Im Bereich Abfallwirtschaft erleichtert das EU-Recht die Zusammenarbeit, der
Besonders in einem multinationalen Umfeld ist Abstimmung auch auf diesem Gebiet entscheidend. Unterschiedliche Nationen bringen eigene Abläufe und Erfahrungen mit. Dennoch gilt vor Ort ein gemeinsamer Anspruch: Umweltstandards und deren Einhaltung sind wichtig. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit litauischen Entsorgungsunternehmen. Dabei gilt es, vor allem sprachliche Hürden pragmatisch zu lösen. „Dann verständigen wir uns auch schon mal mit Händen und Füßen.“, erzählt Sophia G. lachend.
Umweltschutz bedeutet natürlich nicht nur Abfallwirtschaft. Auch vorbeugende Maßnahmen und die Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Truppe spielen eine wichtige Rolle, damit sichergestellt wird, dass militärische Ausbildung und der Schutz der Umwelt kein Widerspruch sind.
von Melanie Schneider E-Mail schreiben