Eurofighter der Luftwaffe helfen beim Schutz der AWACS-Frühwarnflugzeuge
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Geilenkirchen
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Die in Geilenkirchen stationierten 14 AWACS-Frühwarn- und Kontrollflugzeuge vom Typ E-3A gehören zu den wichtigsten Aufklärungsmitteln der NATO und sind im Kriegsfall entsprechend gefährdet. Wie können sie vor Angriffen geschützt werden?
Die beiden Eurofighter des „Richthofen“-Geschwaders in Formation mit dem AWACS
Bundeswehr/Stefan PetersenLangsam schieben sich die beiden Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ an den großen hellgrauen Jet mit dem Radardom auf dem Rumpfrücken heran. Das AWACS – die Abkürzung steht für Airborne Warning And Control System, zu Deutsch „Luftgestütztes Warn- und Kontrollsystem“ – ist auf einem Ausbildungsflug. Nur die Cockpit-Crew ist an Bord und übt Luftbetankung. Das eigentliche Herz der von der zivilen Boeing 707 abgeleiteten E-3A, das Missions-Deck, ist leer. Hier sitzen auf Einsatzflügen die Spezialisten aus bis zu 19 NATO-Nationen. Die können mit den empfindlichen Sensoren der von 1982 bis 1985 für durchschnittlich 75 Millionen Dollar pro Stück angeschafften und zwischenzeitlich mehrfach modernisierten Maschinen mehrere hundert Kilometer weit sehen – aus einer Flughöhe von knapp zehn Kilometern.
Die 14 in Geilenkirchen bei Aachen stationierten AWACS sind ein enorm wertvolles Werkzeug der NATO, um Bewegungen in der Luft und am Boden weit innerhalb des Gebiets eines Gegners aufklären und eigene Flugzeuge im Einsatz führen zu können. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine werden regelmäßig Flüge an die Ostflanke des Bündnisses durchgeführt, um dort Übungen mit Kampfflugzeugen – auch mit denen der neuen Mitglieder Schweden und Finnland – zu leiten, und das Lagebild jenseits der Grenze zu aktualisieren. Entsprechend wichtig ist der Schutz der Jets. Dafür reichen die zwei Eurofighter der mit je zwei Luftkampfraketen IRIS-T bewaffneten Alarmrotte, die in Laage bei Rostock für diese Übung gestartet ist, jedoch bei weitem nicht aus.
„Vier Eurofighter wären das Minimum, um eine zeitweilige Deckung zu erreichen“, sagt Oberstleutnant Stefan M. vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage. „Aber die können auch nur einer Bedrohung aus der Luft begegnen. Die beste Verteidigung ist die Distanz zu einer drohenden Gefahr.“ Das bestätigt auch Brigadegeneral Stefan Neumann, Kommandeur der NATO E-3A Component in Geilenkirchen, und ergänzt die Komponente „Abstand“ um „Wachsamkeit“: „Das AWACS kann viel zum eigenen Schutz beitragen. Die Sensoren erlauben eine frühzeitige Erkennung von Bedrohungen, so dass wir rechtzeitig reagieren können. Bestmöglicher Schutz ist immer nur durch ein Zusammenspiel aller Kräfte gegeben.“ Ganz nach dem NATO-Motto „Stronger together“ – „Gemeinsam stärker“. Denn mangels eigener Bewaffnung kann sich eine E-3A nicht allein wehren, wenn man von der Selbstschutzanlage absieht.
So sind die Eurofighter auch nur für die Fotos so nah an das AWACS herangeflogen. Was zudem den Alarmrotten-Piloten die seltene Gelegenheit gab, den 46 Meter langen hellgrauen Riesen mit seiner Spannweite von 44 Metern und dem Radar mit neun Metern Durchmesser auch einmal aus der Nähe zu sehen. Und die Luftbetankungsübung zu beobachten, mit der die E-3A ihre Reichweite von rund 10.000 Kilometern verlängern und viele, viele Stunden an Brennpunkten in der Luft bleiben kann – als wachsames Auge und Ohr der NATO.
Das AWACS nimmt von einem Tankflugzeug der US Air National Guard Treibstoff auf
Bundeswehr/Stefan Petersen