Luftwaffe

Herbstferien, Corona und 18h Fahrt durch Deutschland

Herbstferien, Corona und 18h Fahrt durch Deutschland

  • Resilient Guard
  • Luftwaffe
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In mehreren Kolonnen fahren seit dem 09. Oktober die Fahrzeuge des Waffensystems PATRIOT in Kolonnen quer durch Deutschland: Von der Nord- und Ostseeküste aus Husum und Bad Sülze in die bergige Eifel.

Das Waffensystem PATRIOT.

Das Waffensystem PATRIOT. Startgeräte, Radar und die für die Auftragserfüllung notwendigen Führungs- und Unterstützungskomponenten

Bundeswehr/Lars Koch

Ohne Planung ist alles nichts.

Es ist ein herbstlicher Freitagmorgen in Norddeutschland. Die Temperaturen näheren sich der 0-Grad-Grenze und der Nebel steht auf den Straßen. LKWLastkraftwagen-Motoren werden gestartet und Lichtkegel erhellen den noch dunklen Parkplatz. Während die Natur erwacht, sind die Flugabwehrsoldaten der Luftwaffe schon seit Stunden auf den Beinen. Es steht mal wieder eine große Verlegung an. Für die in der Kälte stehenden Soldaten heißt es gleich „Abmarsch“. Einmal 750km quer durch Deutschland. Doch was für den außenstehenden Betrachter als einfacher Beginn einer Übung aussieht, ist nur durch eine akribische Planung im Vorhinein möglich. „Die Fahrten von über 230 Fahrzeugen zu organisieren ist sehr anspruchsvoll, gerade in der Ferienzeit“, erklärt Hauptmann Christoph. 

LKW parkend aufgestellt.

Vorbereitung des Abmarschs. Die Planung der Übung ist auch für die Logistik eine besondere Herausforderung

Bundeswehr/Lars Koch

„Das können wir nur als Team schaffen. Bei einer Verlegung im Straßenmarsch dieser Größenordnung müssen wir gruppenübergreifend zusammenarbeiten, sodass wir alle Fahrzeuge aus Husum und Bad Sülze in die Eifel bekommen.“ Christoph ist Transportoffizier des Flugabwehrraketengeschwaders 1. Jedes Mal, wenn eine PATRIOT-Einheit den Standort verlässt, sind er und seine vielen Unterstützer aus den einzelnen Flugabwehrgruppen gefragt. 

Soldat salutiert den wegfahrenden LKWs

Die Marschkolonne setzt sich in Bewegung. Um 6 Uhr starteten die ersten Fahrzeuge

Bundeswehr/Dominik Fischer
LKW Kolone auf der Autobahn.

Über 230 Fahrzeuge werden vom 09. bis 12. Oktober über 750km Strecke aus Norddeutschland in die Eifel zurücklegen

Bundeswehr/Lars Koch


 

Konzentriertes Fahren und ausreichend Ruhe

Die Fahrzeuge sind dieses Wochenende in 21 Kolonnen aufgeteilt. Sie befinden sich auf einer Marschroute ausgehend den Heimatstandorten der PATRIOTen, über die deutschen Autobahnen und in den Übungsraum der nächsten Woche - in der Eifel. Doch eine Kolonne schafft eine Strecke von 750km nicht wie ein Autofahrer in acht Stunden. Sie kann immer nur so schnell sein, wie ihr langsamstes Fahrzeug auf der jeweiligen Strecke fahren kann. So fährt jede der 21 Kolonnen circa 18 Stunden, über zwei Tage verteilt, um Ihren Ziel-Übungsplatz zu erreichen. Vier Pausen, Fahrerwechsel, eine Übernachtung und über 900 Lunchpakete sind für diese Verlegung notwendig; und das alles unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen. 

„Aber nicht nur Corona stellte uns vor die ein oder andere Aufgabe. Es ist auch nicht einfach, während der Ferienzeit geeignete Rastplätze für Fahrerwechsel zu finden und somit die Einhaltung der Lenk-und Ruhezeiten sicherzustellen“, beschreibt Hauptmann Christoph. Doch was macht die Flugabwehr eigentlich in der Eifel? Deutschland nimmt in der NATO eine Führungsrolle innerhalb der bodengebundenen Luftverteidigung ein. Um national wie auch im Bündnis der NATO einsatzbereit und auf mögliche Bedrohungen vorbereitet zu sein, werden regelmäßig unterschiedliche Einsatzszenarien geübt. So vertiefen die PATRIOTen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse unter anderem in der logistischen Planung und Verlegung eines Großverbandes mit der Übung „Resilient Guard 2020“. 



von Dominik Fischer
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