SPARTAN ARROW 2026: Meilensteine beim Taktischen Schießen auf Kreta
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Kreta
- Lesedauer:
- 3 MIN
Zwei Nationen, drei Waffensysteme, ein gemeinsames Ziel: Bei der Übung Spartan Arrow 2026 auf der griechischen Insel Kreta trainieren nicht nur deutsche und schwedische Luftverteidigungskräfte gemeinsam mit dem Patriot-Flugabwehrsystem. Die Luftwaffe schießt auch mit IRIS-T SLM erstmals scharf. Ein weiterer Höhepunkt ist die Übergabe des leichten Flugabwehrsystems von der Luftwaffe an das Heer.
Premiere für die Luftwaffe: Der erste scharfe Schuss eines deutschen Flugabwehrsystems IRIS-T SLM auf dem NATO-Schließplatz NAMFI auf Kreta Mitte Oktober 2026
Bundeswehr/Francis Hildemann„IRIS-T firing unit, engage the target!“, tönt es aus dem Lautsprecher. Wenige Sekunden später folgt ein lauter Knall. Ein Lenkflugkörper startet mit hoher Geschwindigkeit aus dem Kanister am Startgerät eines Lkw und fliegt über die Steilküste in den Luftraum über dem Mittelmeer. Wenig später folgt die Bestätigung: Ziel getroffen! Es ist nicht der einzige Lenkflugkörper, den die Air Missile Defence Task Force an diesem Tag verschießt.
Das Schießen auf der NATO Missile Firing Installation (NAMFI) auf der griechischen Insel Kreta ist in ein komplexes Übungsszenario eingebettet. Schutzobjekt und Bedrohungen sind fiktiv. Geschossen wird mit scharfer Munition auf große Übungsdrohnen. Ein deutsches Flugabwehrsystem IRIS-T SLM steht neben einer schwedischen Patriot-Einheit. Zwei weitere deutsche Patriot-Systeme ergänzen den Verbund. Im Nahbereich schützen Soldatinnen und Soldaten mit dem leichten Flugabwehrsystem die Einheiten vor Bedrohungen.
Das diesjährige Schießen der bodengebundenen Luftverteidigung ist ein wichtiger Meilenstein für alle beteiligten Einheiten. Der erste scharfe Schuss der Luftwaffe mit IRIS-T SLM dient zunächst der nationalen Zertifizierung des Systems. Die Zertifizierung für den Einsatz in der integrierten Luftverteidigung der NATO erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Auch die schwedische Beteiligung hat Bedeutung für das Bündnis: Der schwedische Patriot-Verband hat seine Zertifizierung abgeschlossen. Im Dezember 2026 übernehmen schwedische Patriot-Einheiten den Schutz der NATO-Ostflanke am Logistikzentrum nahe der polnischen Stadt Rzeszów. Dort waren bereits 2025 für ein Jahr deutsche Patriot-Einheiten stationiert.
Das Flugabwehrsystem IRIS-T SLM ist ein wesentlicher Teil der European Sky Shield Initiative (ESSI). Die von Deutschland gegründete Initiative mit mittlerweile 25 europäischen Mitgliedstaaten verfolgt das Ziel, eine integrierte bodengebundene Luftverteidigung in Europa über verschiedene Reichweiten und Höhen hinweg aufzubauen. IRIS-T SLM soll dabei Bedrohungen in mittlerer Reichweite und Höhe bekämpfen.
Mit dem ersten scharfen Schuss erreicht Deutschland einen wichtigen nationalen Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Einbindung des Systems in die NATO-Luftverteidigung.
„Eine solche Übung ist kein Selbstzweck und richtet sich nicht gegen ein einzelnes Land. Sie dient dazu, unsere Fähigkeiten zur Bündnisverteidigung zu stärken, Verantwortung innerhalb der NATO wahrzunehmen und einen glaubwürdigen Beitrag zu Sicherheit und Stabilität zu leisten.“
Zum Distinguished Visitors Day am 14. Oktober 2026 fand außerdem ein gemeinsames Patriot-Schießen deutscher und schwedischer Luftverteidigungskräfte statt. Anwesend waren unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius, der Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Holger Neumann und der Inspekteur des Heeres Generalleutnant Christian Freuding.
Ein Distinguished Visitors Day (DV-Day) ist ein besonderer Besuchstag, bei einer militärischen Übung, an dem hochrangige Gäste aus Politik, Militär und internationalen Partnern das Übungsgeschehen kennenlernen.
Gekommen war sie auch für eine feierliche Zeremonie: die formelle Übergabe des leichten Flugabwehrsystems von der Luftwaffe an das Heer. Nach der Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe im Jahr 2012 hatte die Luftwaffe das System übernommen und in der Flugabwehrraketengruppe 61 eingesetzt. Am 1. Oktober 2025 wurde die Heeresflugabwehr in Lüneburg neu aufgestellt und bekommt jetzt ihr erstes mobiles Flugabwehrsystem. Die Luftwaffe bildet Soldatinnen und Soldaten der neu aufgestellten Heeresflugabwehr weiterhin in Todendorf am Waffensystem aus.
Flaggen der teilnehmenden Nationen bei der Übung Spartan Arrow auf Kreta
Bundeswehr/Leon Belz
Ein Fahrzeug des leichten Flugabwehrsystems bewegt sich zum Missile Load
Bundeswehr/Leon Belz
Ein Waffenträger Ozelot des leichten Flugabwehrsystems beim scharfen Schuss während der Übung Spartan Arrow 2026
Bundeswehr/Leon Belz
Während Spartan Arrow 2026 war Verteidigungsminister Boris Pistorius (2.v.r.) zu Besuch auf der NAMFI Range und verfolgte einen Schießdurchgang
Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Ein deutsches Patriot-Startgerät gibt einen scharfen Schuss auf Kreta ab
Bundeswehr/Leon Belz
Die Inspekteure des Heeres und der Luftwaffe, Generalleutnant Christian Freuding und Generalleutnant Holger Neumann (1.u.2.v.l.), im Gespräch während des Ministerbesuches auf Kreta
Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Ein weiteres Highlight der Übung Spartan Arrow 2026: Der allererste Schuss der schwedischen Patriot erfolgt
Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Während der Übung Spartan Arrow 2026 auf Kreta unterhalten sich der Inspekteur der Luftwaffe, der Inspekteur des Heeres und der griechische NAMFI Commander
Bundeswehr/Cora Mohrdieck