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Präventivtrainer bei der Flugbereitschaft: Wer fliegen will, muss fit sein

Jobporträt

Hauptmann Arnaud H. arbeitet bei der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVgBundesministerium der Verteidigung) als Präventivtrainer im Bereich Human Performance Enhancement. Er sorgt dafür, dass das fliegende Personal langfristig körperlich leistungsfähig ist und bleibt – egal, ob Pilotin, Flugbegleiter oder Bordtechnikerin.

Ein Soldat sitzt auf einer Hantelbank, im Hintergrund sind Sportgeräte zu sehen.

Sport ist seine Leidenschaft, deshalb begeistert der 35-Jährige auch andere Soldatinnen und Soldaten

Bundeswehr/Saskia Meike

Hauptmann Arnaud H. ist studierter Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln. Mit dieser Qualifikation entschied er sich 2019 für den Weg als Quereinsteiger zur Bundeswehr. Heute verbindet er wissenschaftliches Know-how mit militärischem Alltag und betreut Soldatinnen und Soldaten, die im Flugbetrieb besonderen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind.

Das fliegende Personal steht dabei zwar im Fokus, doch wenn Kapazitäten frei sind, profitieren auch alle weiteren Soldatinnen und Soldaten des Verbands von seinem Angebot. Unterstützt wird er von einem kleinen spezialisierten Team aus einem weiteren Sportwissenschaftler und einer Physiotherapeutin.

Leistungsfähigkeit als Voraussetzung

Das fliegende Personal der Flugbereitschaft BMVgBundesministerium der Verteidigung muss jährlich eine sogenannte Wehrflieger-Verwendungsfähigkeitsuntersuchung absolvieren. Bestandteil dieser Untersuchung ist auch ein Termin mit Hauptmann Arnaud. Hier geht es darum, mithilfe moderner Leistungsdiagnostik, etwa Kraftmessungen mit Messplatten oder Elektroden, den individuellen Leistungsstand zu bewerten. Je nach Ergebnis gibt Hauptmann Arnaud H. dann Empfehlungen für individualisierte Trainings- und Ernährungspläne.

Ein Soldat steht in Sportbekleidung auf einer Messplatte und wird von einem Soldaten angeleitet.

Hauptmann Arnaud H. misst die Leistung eines Soldaten mithilfe einer Messplatte

Bundeswehr/Saskia Meike
Soldatinnen und Soldaten trainieren in einem Fitnessraum in Zivilbekleidung.

Hauptmann Arnaud H. bietet für die Soldatinnen und Soldaten individuelle Trainingseinheiten an

Bundeswehr/Saskia Meike

Der 35-jährige Präventivtrainer ist überzeugt: „Die Waage lügt nicht!“ Deshalb werden für jede Person individuelle Ernährungspläne mit Rezepten und Einkaufslisten angefertigt. Die Ziele reichen hier von Gewichtsreduktion über Muskelaufbau bis hin zu Ausdauertraining. In seltenen Fällen kann das Ziel auch die Gewichtszunahme sein.

„Kommt zum Sport, sprecht mich an“

Da das fliegende Personal häufig unterwegs ist, bietet Arnaud H. sogar eine Betreuung per App an. Regelmäßig tauscht er sich mit anderen Einheiten der Bundeswehr aus, um neue Ideen und Ansätze zu entwickeln. Besonders schätzt er dabei die kreative Freiheit in seiner Arbeit. Sein Appell an alle im Verband ist klar: „Kommt zum Sport, sprecht mich an.“

Werdegang

2013 – 2017Studium SportwissenschaftenUniversität zu Köln
2019GrundausbildungGermersheim
2019 – 2020OffizierausbildungFürstenfeldbruck
2020 – 2021Zugführerausbildung
Luftwaffensicherungstruppe
Hammelburg
2021 – 2022Zugführer 2.LwSichStffBüchel
Seit 2022Präventivtrainer fliegendes Personal
(Head of Performance FlBschft BMVgBundesministerium der Verteidigung)
Köln

Drei Fragen an Hauptmann Arnaud H.

Was ist das Beste an ihrem Job?

Das Beste ist, dass ich meine Passion zum Beruf machen durfte. Sport ist für mich nicht nur Arbeit, sondern Überzeugung. Ich lebe das, was ich vermittle – jeden Tag. Es erfüllt mich, Menschen stärker zu machen, körperlich und mental.

Welche Eigenschaften muss ein Präventivtrainer mitbringen?

Man muss ehrgeiziger sein als alle anderen. Wer nicht bereit ist, selbst voranzugehen, kann niemanden führen. Gleichzeitig braucht man die Fähigkeit, auch Nein zu sagen – nicht jede Trainingsidee ist sinnvoll, nicht jeder Ehrgeiz gesund. Und ganz wichtig: Humor. Ohne Humor hält man weder harte Trainingsphasen noch unterschiedliche Charaktere lange durch.

Was würden Sie einem Menschen raten, der ihren Beruf ergreifen möchte?

Sich nicht von Jammern oder Ausreden anderer anstecken lassen. In diesem Beruf zählt Eigenverantwortung. Wer immer Gründe sucht, warum etwas nicht geht, wird nie außergewöhnlich. Man muss bereit sein, selbst der Beste sein zu wollen – fachlich, körperlich und mental.

von Tobias Zöller

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