Infanteristen und Pioniere bilden in Westafrika aus
Die Luftlandebrigade 1 unterrichtet in Ghana Soldatinnen und Soldaten. Sie setzt so die Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der EU um.
Das Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ unterstützt die Europäische Sicherheits- und Verteidigungsinitiative am Golf von Guinea. Nach dem Train-the-Trainer-Prinzip werden in den Anrainerstaaten Fähigkeiten nachhaltig aufgebaut und Wissen weitergegeben. In Ghana bilden die Luftwaffensoldatinnen und -soldaten ihre ghanaischen Kameraden unter anderem im Raumkampf aus.
Deutsche Objektschützer bilden in der Nähe von Accra ghanaische Luftstreitkräfte unter anderem für den Raumkampf, den militärischen Nahkampf und das Schießen aus. Ziel ist es, dass die hier Ausgebildeten später selbst als Ausbilder fungieren.
Luftwaffe/Johannes HeynRund 5.000 Kilometer von Deutschland entfernt arbeiten deutsche und ghanaische Kräfte gemeinsam an einem Ziel: Fähigkeiten ausbauen, voneinander lernen und langfristig Strukturen stärken. Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe sind aktuell in der ghanaischen Hauptstadt Accra als Teil der Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der Europäischen Union und bilden dort Angehörige der ghanaischen Luftstreitkräfte aus.
Die mehrwöchige Ausbildungsmission ist kein einmaliges Vorhaben. Weitere Ausbildungsabschnitte sind bereits für die kommenden Jahre geplant. So soll eine langfristige Basis der Zusammenarbeit entstehen, die auf einen nachhaltigen Fähigkeitsaufbau setzt.
Der grundsätzliche Auftrag des Objektschutzregiments der Luftwaffe ist es, Fähigkeiten zum Schutz von Kräften, Material und Infrastruktur bereitzustellen. Genau diese Expertise geben die deutschen Soldatinnen und Soldaten an ihre ghanaischen Partner weiter.
Im Mittelpunkt stehen dabei Ausbildungsinhalte, die für den Schutz und Betrieb von militärischen Standorten entscheidend sind:
Die Ausbildung orientiert sich dabei an realistischen Einsatzanforderungen. Die ghanaischen Soldaten sollen lernen, wie sie Räume sichern, Infrastruktur schützen und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben.
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Train-the-Trainer-Prinzip. Ziel dabei ist es nicht nur, einzelne Fähigkeiten zu vermitteln, sondern die ghanaischen Kräfte zu befähigen, diese Inhalte später selbstständig weiterzugeben. Schon bei der Schießausbildung wird dieser Ansatz intensiv verfolgt: Nach der Vermittlung der Grundlagen und dem Trockentraining folgt die praktische Ausbildung mit Pistole und Gewehr. Sobald die Abläufe sicher beherrscht werden, übernehmen die ghanaischen Instruktoren selbst Ausbildungsanteile.
„Die ghanaischen Streitkräfte haben grundsätzlich ein eigenes Schießausbildungskonzept“, erklärt ein deutscher Schießausbilder. „Sie erhalten hier die Möglichkeit, unsere Ausbildungsteile zu adaptieren und in ihre eigene Ausbildung zu integrieren.“ Damit entsteht kein einseitiger Wissenstransfer, sondern ein Austausch von Erfahrungen und Verfahren.
Ghanaische Soldaten trainieren mit ihrem deutschen Instruktor den Raumkampf, das Close Quarters Battle. Bei diesem taktischen Vorgehen auf engstem Raum werden der Einsatz von Handfeuerwaffen, Nahkampftechniken und schnelle Entscheidungen kombiniert.
Bundeswehr/Sarah Hartl
Zu Beginn der Ausbildung im Raumkampf üben die ghanaischen Soldaten die Bewegungsmuster im Freien. Anschließend wird die Schwierigkeit nach und nach erhöht, bis die Teilnehmenden die Techniken tatsächlich im Gebäude anwenden.
Bundeswehr/Johannes Heyn
In der Trockenausbildung während des Schießtrainings üben die ghanaischen Soldaten alle Bewegungsabläufe und Sicherheitsregeln intensiv. Erst danach geht das Training auf der Schießbahn weiter.
Bundeswehr/Johannes Heyn
Ein deutscher Ausbilder zeigt eine Übung, um das sichere Abzugsverhalten zu veranschaulichen. Dafür stellt er eine Patrone auf die Pistole, die beim Abkrümmen des Abzugs nicht herunterfallen darf. Nur dann wurde der Abzug gleichmäßig betätigt.
Bundeswehr/Johannes Heyn
Nach dem Trockentraining geht es auf die Schießbahn. Hier üben die angehenden ghanaischen Ausbilder den scharfen Schuss.
Bundeswehr/Johannes Heyn
Vor jeder neuen Übung zeigen die deutschen Ausbilderinnen und Ausbilder ihren ghanaischen Kameraden die genauen Abläufe, hier zum Beispiel das Schießen aus einer sitzenden Position
Bundeswehr/Sarah Hartl
Zeit zur Entspannung: Hinter der EU-Initiative steht mehr als nur Ausbildung. Die Soldatinnen und Soldaten beider Nationen stärken das kameradschaftliche Miteinander auch bei Freizeitaktivitäten, zum Beispiel beim gemeinsamen Fußballspielen.
Bundeswehr/Johannes HeynDie wiederkehrenden Ausbildungsabschnitte des Objektschutzregiments der Luftwaffe sind ein weiterer Baustein in der langjährigen Partnerschaft zwischen Deutschland und Ghana. Mit dem Engagement der Luftwaffe soll dazu beigetragen werden, Erfahrungen an die ghanaischen Streitkräfte weiterzugeben und damit Fähigkeiten zur Bewältigung sicherheitspolitischer Herausforderungen in der Region zu stärken. Das ist von besonderer Bedeutung, da Ghana als Demokratie eine wichtige Rolle in Westafrika spielt.
von Sarah Hartl