Luftwaffe
Truppenbesuch Slowakei

Voller Stolz: Inspekteur besucht Flugabwehr in der Slowakei

Voller Stolz: Inspekteur besucht Flugabwehr in der Slowakei

  • NATO
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Slowakei - eVA
Lesedauer:
3 MIN

Es ist das erste deutsche Kontingent, das anlässlich der NATO enhanced Vigilance Activities (eVAenhanced Vigilance Activities) in der Slowakei im Einsatz ist. Die Flugabwehr der Luftwaffe schützt hier den Luftraum in der Nähe der Ostgrenze des Bündnisses. Die zwei deutschen und eine niederländische Staffel verlegten ab Mitte März innerhalb kürzester Zeit nach Sliač und bezogen ihre Stellungen.

Es ist eine bergige, grüne Landschaft, die den Flugplatz Sliač umgibt. Hier stehen die PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Launcher aufgerichtet und gefechtsbereit zum Himmel gerichtet. Bei der Ankunft mit dem A400M wurde der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, von Oberst Jörg Sievers an der Landebahn begrüßt. Oberst Sievers ist der Kontingentführer und Kommodore des 1. Flugabwehrraketengeschwaders in Husum. Direkt bei der Begrüßung richtet er gemeinsam mit General Gerhartz den Blick über die Stellungen der PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Waffensysteme. Ein eindrucksvoller Anblick. Die Waffensysteme waren innerhalb weniger Tage über den Landweg aus Norddeutschland in die Slowakei transportiert worden.

Zu sehen sind Bestandteile des Waffensystems Patriot am Flugplatz in Sliač in der Slowakei

Am Flugplatz im slowakischen Sliač sind die PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Flugabwehrraketensysteme zum Schutz des Luftraumes eingesetzt. Die Launcher sind gefechtsbereit.

Bundeswehr/Thorsten Weber
Auf dem Flugplatz in Sliač wird der Inspekteur der Luftwaffe durch den Kontingentführer Oberst Sievers begrüßt

Kontingentführer Oberst Jörg Sievers begrüßt Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, am Flughafen in Sliač

Bundeswehr/Christian Schneider

„Ich könnte vor Stolz platzen!“

Zu Beginn seines Truppenbesuchs richtete sich General Gerhartz an seine Soldatinnen und Soldaten: „Ich bin beeindruckt, wie schnell Sie hier waren!“ Es sei kein Einfaches gewesen, so viel Personal und Material von jetzt auf gleich zu bewegen. Diese Fähigkeit und Bereitschaft machten ihn stolz. „Glaubt es mir, ich könnte vor Stolz platzen!“, so der Drei-Sterne-General, der sich für die Zuverlässigkeit der Truppe bedankte.

Die Leistung des Kontingentes hätten ihm seine Arbeit erleichtert, sagte der Inspekteur. Nun wolle er sich aber auch einen Einblick über die Einsatzrealität verschaffen. Er wolle vor allem erfahren, wo es Verbesserungsbedarf gäbe. Denn das erste Kontingent habe generell auch die Verantwortung, vor Ort Grundlagen für die weitere Organisation und einen reibungslosen Dienst zu schaffen. Dies umfasse beispielsweise die Ausstattung von Unterkünften und Verpflegung bis hin zur Koordination mit den Gastgebern. Dies sei kein einfaches Unterfangen und es erfordere Feedback. Um diese wichtige Rückmeldung zu erhalten, sprach Generalleutnant Gerhartz an zwei Tagen mit den unterschiedlichen Fachgruppen des Kontingentes.

Generalleutnant Gehartz beim Erinnerungsfoto mit der Truppe. Sie halten ein Schild mit dem Schriftzug „Husum“.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, beim Erinnerungsfoto des Truppenbesuches in der Slowakei. Viele der Soldaten im Kontingent kommen aus dem Flugabwehrraketengeschwader in Husum.

Bundeswehr/Christian Schneider
Inspekteur der Luftwaffe spricht mit Soldaten der Flugabwehrraketentruppe in Sliač

Generalleutnant Gerhartz spricht mit einem Soldaten des 1. Einsatzkontingentes

Bundeswehr/Christian Schneider

Ein eingespieltes Team

Die Flugwabwehrraketentruppe war bereits von 2013 bis 2015 in der Türkei zum Schutz des Luftraumes an der syrischen Grenze im Einsatz. Zudem waren die unterschiedlichen FlaRak-Gruppen regelmäßig zusammen auf Übungen gewesen, sei es bei „Tobruq Legacy“ oder beim taktischen Schießen auf Kreta. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Teamgeist der Truppe sei daher einzigartig, so Oberst Sievers. Die Soldatinnen und Soldaten würden sich gegenseitig kennen sowie die Realität der Einsatzbereitschaft. Auch wenn die Truppe in den vergangenen Wochen enorm gefordert gewesen sei, so hätten der hohe Ausbildungsstand und die Motivation den entscheidenden Unterschied gemacht.

Ein Soldat wartet die Antennenmastanlage des Waffensystems Patriot

Das Waffensystem PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target umfasst auch eine Antennenmastanlage. Die FlaRak-Truppe besitzt diverse Fähigkeiten, die beim Einsatz in der Slowakei ineinandergreifen.

Bundeswehr/Thorsten Weber

NATO Strong together - gemeinsam stark

Seite an Seite mit den Niederländern leistet die deutsche Truppe am Flugplatz in Sliač ihren Dienst. Es sei ein starkes Zeichen der Bündnissolidarität und demonstriere erneut die Interoperabilität der NATO-Truppen, so Generalleutnant Gerhartz. Am zweiten Tag des Truppenbesuches ließ sich der Inspekteur neben dem nationalen Gefechtsstand auch das sogenannte ICC (Information Coordination Center) zeigen. Es ist der übergeordnete taktische Gefechtsstand und das Herzstück der NATO-Kommunikation. Hier wird das gemeinsame Lagebild der NATO-Kräfte zusammengefügt und taktische Entscheidungen werden getroffenen. Deutlich wurde hierbei: die unterschiedlichen Verbände entlang der NATO-Ostflanke sind vernetzt und handlungsfähig.

Sieben Soldaten des 1. Einsatzkontingentes beim Gruppenfoto mit dem Inspekteur der Luftwaffe.

Soldaten der Flugabwehr im slowakischen Sliač posieren für ein Foto mit dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, während seines Truppenbesuches

Bundeswehr/Thorsten Weber

Zum Abschied bedankte sich Kontingentführer Oberst Jörg Sievers beim Inspekteur für seinen Besuch. Es sei wichtig, dass der oberste Befehlshaber der Luftwaffe seine Soldatinnen und Soldaten besuche, so Sievers. Auch der 29-jährige Erkundungsoffizier Ole teilt diese Meinung. „Der Besuch war eine Bereicherung. Da kann ich sicherlich auch für meine Kameraden sprechen. Man hat die Wertschätzung gespürt“.

von Annika Schulz