Marinefliegerkommando
Flugzeuge und Hubschrauber der Flotte gehören dem Marinefliegerkommando.
Seit 1981 war der Sea Lynx Mk88A ein zuverlässiges Multitalent der Marineflieger. Ob U-Boot-Jagd, Seenotrettung oder Aufklärung – über vier Generationen bestritt er weltweit Einsätze. Nach mehr als vier Jahrzehnten endet seine Dienstzeit. Mit dem NH-90 Sea Tiger übernimmt nun die nächste Generation der Bordhubschrauber.
Auf seinem letzten Flug: Die besondere Gestaltung des Sea Lynx mit einem stilisierten Luchs erinnert an die 45 Jahre währende Geschichte des Waffensystems bei den Marinefliegern der Bundeswehr
Bundeswehr/Julia KelmDer Sea Lynx war der verlängerte Arm einer Fregatte. Als „fliegendes Vorauskommando“ erhöhte er die Sensorreichweite der Marineschiffe und war zugleich als Waffenträger einsetzbar. Für die Hubschrauberpilotinnen und Hubschrauberpiloten der 3. Fliegenden Staffel und die Techniker der Technischen Bordhubschrauberstaffel beim Marinefliegergeschwader 5 bedeutete der Einsatz des Sea Lynx regelmäßig den Wechsel vom Fliegerhorst Nordholz auf See. Gemeinsam stellten sie über Jahrzehnte den Flugbetrieb für die Flotte sicher. Sobald eine Fregatte mit Bordhubschraubern auslief, verlegten sie mit ihren Luftfahrzeugen auf das Schiff.
Die Einführung des NH-90 MRFH Sea Tiger ist ein qualitativer Sprung für die maritime Gefechtsführung. Der neue Hubschrauber unterstützt die Besatzungen der Fregatten künftig dabei, Bedrohungen früher zu erkennen, ein präziseres Lagebild zu gewinnen und entsprechend agieren zu können.
Mit ihm erhält die Marine einen modernen Mehrrollen-Fregattenhubschrauber (Multi-Role Frigate Helicopter, MRFH) für die Bekämpfung von Bedrohungen über und unter Wasser. Leistungsfähige Avionik, hochpräzise Sensorik und ein breites Waffenspektrum ermöglichen eine zeitgemäße maritime Gefechtsführung.
Die Hauptaufgaben des Hubschraubers liegen in der U-Boot-Bekämpfung und der Überwasserseekriegsführung. Zur Ortung und Verfolgung von Unterwasserzielen verfügt der Sea Tiger über ein Tauchsonar sowie einen Sonarbojenwerfer. Torpedos und Seezielflugkörper erweitern seine Möglichkeiten als Waffenträger. Darüber hinaus kann das Luftfahrzeug unter anderem für Boarding-Operationen, Transportaufgaben sowie Such- und Rettungseinsätze genutzt werden.
Der Sea Tiger ist auf dem Fliegerhorst in Nordholz nicht allein. Auch der Seefernaufklärer P-8A Poseidon ist dort stationiert. Beide Waffensysteme sollen künftig zu einem noch umfassenderen maritimen Lagebild beitragen. Besondere Bedeutung erhält dies angesichts zunehmender U-Boot-Aktivitäten und möglicher Bedrohungen für kritische maritime Infrastruktur. So entwickelt das Marinefliegerkommando seine Fähigkeiten zur Aufklärung und Wirkung aus der Luft weiter.
Mit dem NH90 Sea Tiger bekommen die Marineflieger eine neue Generation von Bordhubschraubern
Bundeswehr/Julia KelmFür das Marinefliegergeschwader 5 bedeutet die Einführung des neuen Bordhubschraubers zugleich einen umfassenden Wechsel in den bisher bekannten Systemen auf ein neues Muster. Der erste Sea Tiger wurde im Dezember 2025 an die Marineflieger übergeben und erweitert seitdem die Fähigkeiten der Truppe.
Während die Vorbereitungen für die neue Hubschraubergeneration voranschreiten, nähert sich die Dienstzeit des Sea Lynx ihrem Ende. Das Marinefliegergeschwader 5 verabschiedete seinen langjährigen Begleiter bereits mit einer sonderlackierten Maschine. Unter dem Motto „End of an Era“ führte die Abschiedstour zu verschiedenen militärischen Flugplätzen in Deutschland.
Nach mehr als 120.000 Flugstunden und Einsätzen weltweit endet ein bedeutendes Kapitel der Marineflieger. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: Der NH-90 Sea Tiger stärkt die Fähigkeiten der Marine für die Gefechtsführung von morgen.
von Lucy-Michelle Kolbusa E-Mail schreiben