Marine

Wir sind Marine: „Das Substantiv ‚Marine‘ mit Substanz füllen“

Wir sind Marine: „Das Substantiv ‚Marine‘ mit Substanz füllen“

  • Innere Führung
  • Marine
Datum:
Ort:
Düsseldorf
Lesedauer:
4 MIN

Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Professor Marcus Albrecht, stellt sich vor.

Prof. Dr. Marcus Albrecht

privat

Angefangen hat alles vor 40 Jahren. Damals, ich war zehn, habe ich mein erstes Buch über die Marine gelesen – und seither hat mich die Marine nicht mehr losgelassen. Seeoffizier schien mir der beste Beruf zu sein, den man ausüben kann – ein Beruf mit Vorbildcharakter und hohem gesellschaftlichem Ansehen.

Heute, 40 Jahre später, sieht die Welt anders aus. Die Männer und Frauen der Deutschen Marine leisten tagtäglich Großartiges, doch von Anerkennung und gesellschaftlicher Wertschätzung kann kaum die Rede sein. Der Beruf des Soldaten gilt als unattraktiv, entsprechend Wenige wollen den Beruf des Soldaten noch ausüben. Aber die Werte unseres Grundgesetzes garantieren sich nicht von selbst ...

Es gibt kein Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität

„Die Deutsche Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität“ lautete dementsprechend die Themenstellung eines Aufsatzwettbewerbs, den der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, vor drei Jahren ausgeschrieben hatte. Aber es gibt gar kein Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen: Attraktivität entsteht durch Auftragserfüllung, und nur durch Auftragserfüllung, nicht durch Gehalt, Karriere, Arbeitsplatzsicherheit, Work-Life-Balance – auch wenn diese Faktoren sehr wichtig sind; sie sind notwendig, aber eben nicht hinreichend.

Ein spannendes, emotionsgeladenes und wichtiges Thema, fand ich. Und so habe ich angefangen, an der Frage zu arbeiten, wie eine „Attraktivitätsagenda“ für die Deutsche Marine aussehen könnte, aussehen müsste, wenn sie ihren Namen auch wirklich verdienen soll. Zuzuhören, zu fragen, zu recherchieren, zu forschen – ohne Auftrag, nur für mich selbst, viele lange Nächte durch. Irgendwann erfuhr die Marine davon, ich wurde zu Vorträgen eingeladen, gebeten, ein Konzept zu entwickeln, wie man zu mehr Attraktivität und Berufszufriedenheit kommen könnte. Nun bin ich Teil des Projekts „Wir sind Marine“. Höchste Zeit also, dass ich mich Ihnen hier einmal vorstelle.

Ich bin Rheinländer, 51 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Bei der Marine habe ich mich nie beworben – aufgrund der ernüchternden Erfahrung eines dreitägigen Truppenbesuchs in Wilhelmshaven mit 17, der aber meine Verbundenheit zur Marine nicht schmälern konnte –, sondern meine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen. An die Ausbildung schloss sich der Wehrdienst an als Stabsdienstsoldat beim Ausbildungs-Musikkorps der Bundeswehr, danach Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und schließlich die Promotion am dortigen Lehrstuhl für Bankbetriebslehre: darüber, wie Führungskräfte Unternehmen zielgerichtet steuern können.

Insgesamt fast dreißig erlebnisreiche und herausfordernde Jahre in der privaten Wirtschaft haben mich in Fach- und Führungsverantwortung für alle kaufmännischen Unternehmensbereiche bis hin in die Geschäftsleitung gebracht. Darüber hinaus habe ich Unternehmen in Führungsfragen und bei Veränderungsvorhaben beraten.

Auf der Haben-Seite stehen dabei unter anderem mehr als 30 erfolgreiche Unternehmenstransaktionen – Kauf, Verkauf, Gründung, Integration, Sanierung –, zahlreiche erfolgreiche Veränderungsprojekte, Materialverantwortung im Wert von sechs Milliarden Euro – und es zusammen mit meinem Team immer wieder geschafft zu haben, aufzuräumen, was durcheinandergeraten ist.

Auf der Soll-Seite steht meine Frau, die mich lange Jahre kaum gesehen hat ... Seit acht Jahren lehre und forsche ich nun an der Hochschule Düsseldorf mit den Schwerpunkten Unternehmenssteuerung, Change-Management und Verhaltenslenkung in Organisationen mit systemtheoretischer, psychologischer und neurobiologischer Ausrichtung sowie Data-Analytics und Künstliche Intelligenz.

Eine einmalige, großartige Chance

„Wir sind Marine“ ist mir ein Anliegen. Es ist ein sehr anspruchsvolles und ein sehr herausforderndes Projekt – in jeder Hinsicht. Aber ein Projekt, mit einem packenden und lohnenswerten Ziel: Dieses in der Projektbezeichnung als Adjektiv verstandene Substantiv „Marine“ mit Inhalt zu füllen. Wie ist eigentlich eine moderne Marine? Was zeichnet sie aus, welche Werte teilen die Männer und Frauen der Marine, welche nicht? Wie wollen sie miteinander umgehen? Welche Ziele haben sie für die Marine?

Mein Beitrag in diesem Projekt besteht darin, das fachliche und methodische Grundgerüst zu liefern und dieses im Projektverlauf weiterzuentwickeln, die Ergebnisse der Fragebogenaktion auszuwerten, Workshops mit Ihnen zu moderieren und die Ergebnisse des Projekts – Ihr Bild der Marine, Ihre Kritik und Ihre Impulse – transparent und objektiv zu dokumentieren und dem Inspekteur vorzustellen. Dafür bringe ich aus meiner Berufs- und Forschungserfahrung einiges mit, das uns hoffentlich hilft, Zukunft für die Marine zu gestalten.

Da ich ohne Honorar arbeite, gleichzeitig kein Soldat bin, mir also niemand befehlen kann, bin ich vollkommen unabhängig in meiner Arbeit – und kann und werde auch unbequeme Positionen vertreten. Ein Vertrauensfaktor, der dem Austausch, der Bestandsaufnahme und den Ergebnissen, hoffe ich, zugutekommt. Meine Motivation sind Sie, die Männer und Frauen der Marine – weil das, was Sie leisten, verdient, dass Sie zufrieden sind. Darüber hinaus der Spaß an der Arbeit und das Projekt selbst, das eine einmalige Chance für die Marine ist. Lassen Sie uns gemeinsam etwas aus dieser großen Chance machen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

Verfolgen Sie das Projekt auch im Twitter-Feed des Inspekteurs der Marine @chiefdeunavy unter dem Hashtag #WIRSINDMARINE!

von Marcus Albrecht  E-Mail schreiben

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