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Dynamic Manta 2026

Train as you fight: U-Boot-Jagd-Übung Dynamic Manta 2026

Landes- und Bündnisverteidigung

Erstmals nahm ein Seefernaufklärer und U-Boot-Jagd-Flugzeug des Typs P-8A Poseidon der Deutschen Marine an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übung Dynamic Manta im zentralen Mittelmeer teil. Ausgangspunkt war der USUnited States-Militärflughafen Sigonella auf Sizilien, wohin die Poseidon in kurzer Zeit den weiten Weg aus ihrem ersten Einsatz im Indo-Pazifik zurückgelegt hatte.

Ein Flugzeug in Vorderansicht davor eine Person mit Warnweste und Ohrenschützern.

Das hochmoderne Fernaufklärer-Flugzeug P-8A Poseidon und seine Crew sind bereits in ihren zweiten Einsatz gestartet – und haben auch diesen Stresstest bestanden

Bundeswehr/Julia Kelm

Vom 25. Februar bis 6. März 2026 übten Marinen aus acht NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten gemeinsam komplexe U-Boot-Abwehrszenarien. Ziel von Dynamic Manta ist es, Interoperabilität und Fähigkeiten der teilnehmenden Einheiten in realitätsnahen, dynamischen Umgebungen zu stärken. Dabei kommt es vor allem auf eine enge Koordination zwischen Kriegsschiffen, Bordhubschraubern, Seefernaufklärern und U-Booten an. Eine P-8A Poseidon verlegte dafür zum zweiten Mal in sehr kurzer Zeit aus einem weit entfernten Einsatzgebiet, diesmal aus dem Indo-Pazifik, auf den sizilianischen USUnited States-Militärstützpunkt Sigonella.

Nur im Verbund gemeinsam stark bei der U-Boot-Abwehr

Angesichts der geänderten Bedrohungslage haben die Sicherung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets und der transatlantischen Nachschubwege wieder oberste Priorität. Dabei gilt es, auch U-Boote abzuwehren. Denn getaucht sind sie eine unsichtbare Gefahr, versteckt unter Wasser auf der Lauer liegend. Ihre Torpedos können militärische und zivile Schiffe versenken.

Kontingentführer und Taktischer Offizier Korvettenkapitän Tobias H. erläutert:
Dynamic Manta ist ein Manöver aus der Dynamic Serie, welches darauf abzielt, im multinationalen Rahmen die Fähigkeit zur koordinierten Aufklärung, Verfolgung, Abschreckung sowie auch Bekämpfung von U-Booten zu beüben.

Für ihn ist es bereits die sechste Dynamic-Übung: „Das übergeordnete Ziel ist, den koordinierten Ernstfall zu trainieren, um die internationalen Seewege, eigene Flottenverbände, sowie auch kritische Infrastruktur vor dieser Bedrohung zu schützen“.

Spinne im Netz beim Abwurf von Sonarbojen

Im Flugzeug ist der Tactical Coordinator, kurz „TACCOTactical Coordinator“, die Spinne im Netz. Er ist verantwortlich für die taktische Missionsführung. Ihm unterstehen Sonar- und Überwasseroperateure. Mit Hilfe der Sonarbojen, die sie aus dem Flugzeug abgeworfen werden, können U-Boote entdeckt und lokalisiert werden.

Ein Soldat in Uniform mit einem Headset in einem Flugzeug.

Technische Sensorik und Datenauswertung sind wichtig. Doch ohne den geschulten Blick und die Erfahrung der Besatzung gelingt die U-Boot-Jagd nicht

Bundeswehr/Julia Kelm

Es gibt drei Arten von Bojen, die ein Seefernaufklärer und U-Jagdflugzeug abwerfen kann:  Passivbojen, die nur mit Mikrofonen unter Wasser lauschen. Aktivbojen, die ihre Signale aussenden und auf das Echo warten, das von einem U-Boot zurückkommt. Und sogenannte Bathymetrie-Bojen, die laufend Temperatur messen, während sie langsam absinken.

Lagebilderstellung aus der Luft

Die Suche nach einem U-Boot ist ein „Katz-und-Maus“-Spiel. Daher empfiehlt es sich, möglichst viele Sensoren zeitgleich einzusetzen. Das erleichtert die Ortung und steigert die Sensorik-Reichweite insgesamt. Wenn zusätzlich Bordhubschrauber zum Einsatz kommen, verbessert dies die Ergebnisse weiter.

Die gewonnenen Informationen werden von den Unterwasseroperateuren analysiert und ausgewertet. Sie laufen beim TACCOTactical Coordinator zusammen und werden an den für die U-Bootbekämpfung verantwortlichen Offizier auf der Fregatte gemeldet. Alle Fregatten sammeln sämtliche Daten, die sie von eigenen Luftfahrzeugen, U-Booten und Schiffen der Verbündeten empfangen: „Die P-8A kann aus der Luft ein Lagebild erstellen und per Datenlink in Echtzeit beispielweise an einem Schiffsverband weitergeben. Damit wird die operative Entscheidungsfindung deutlich verbessert“, erklärt Korvettenkapitän Tobias H..

P-8A Poseidon – Stresstest bestanden

Mit der P-8A Poseidon hat die Marine ein hochmodernes volldigitales Flugzeug. Es vereint moderne Sensorik, integrierte Datenvernetzung und eine große Reichweite.

Korvettenkapitän Tobias H. sagt zur Teilnahme der Marineflieger an Dynamic Manta: „Wir befinden uns noch im Anfangsflugbetrieb und wir sammeln jetzt unsere ersten Erfahrungen mit der P-8A im generellen Flugbetrieb – sowohl in Nordholz wie auch im Manöver. Bei Dynamic Manta liegt der Fokus im Bereich U-Boot-Jagd. Das multinationale Manöver ist für uns die wichtigste Übung des Jahres. Hier können wir gemeinsam mit unseren Verbündeten bestehende Taktiken und Doktrinen trainieren und vertiefen sowie neue Verfahren erproben und auf ihre Wirksamkeit untersuchen.“ Für das Erreichen der vollen Einsatzfähigkeit sei das entscheidend.

von Sascha Jonack  E-Mail schreiben

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