Tag der Bundeswehr München 2026
Am 6. Juni 2026 ist es wieder soweit: Die Truppe lädt deutschlandweit an zehn Standorten zum Tag der Bundeswehr ein.
Am 6. Juni 2026 fand an der Universität der Bundeswehr München zum Tag der Bundeswehr die Leutnantsbeförderung durch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius statt. Rund 550 Offizieranwärterinnen und -anwärter tragen ab dem 1. Juli den Dienstgrad Leutnant beziehungsweise Leutnant zur See.
Der Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, gratuliert Soldatinnen und Soldaten einer Abordnung stellvertretend für die rund 550 Offizieranwärterinnen und -anwärter zur Beförderung zum Leutnant beziehungsweise Leutnant zur See.
Bundeswehr/Marcus Rott„Es ist mir eine ganz besondere, eine große Freude, heute in Neubiberg zu sein. [...] An einem Tag, der für Sie, liebe Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter, ein ganz besonderer Meilenstein ist“, sagte Pistorius in seiner Rede. Er betonte auch die Bedeutung des Studiums an der Universität der Bundeswehr für den Offiziersberuf: „Es befähigt Sie dazu, Probleme zu durchdringen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und auch in dynamischen, hektischen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren.“
Schließlich müsse die Bundeswehr „mit immer schneller werdenden technologischen Entwicklungen Schritt halten: mit Künstlicher Intelligenz, Drohnen, Cyberangriffen und einer nie dagewesenen Informationsflut und einer Flut von Desinformation.“ Offizierinnen und Offiziere müssten führen und Entscheidungen treffen – in einer Welt, die komplexer, schneller und unübersichtlicher geworden sei. Diese hohen Anforderungen an militärische Vorgesetzte seien daher ein bedeutender Teil der Gleichung, wenn es um den Aufwuchs und die Schlagkraft der Truppe gehe.
Viele der angehenden Offizierinnen und Offiziere haben zu einer Zeit den Dienst angetreten, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eine historische Zäsur für Europa und darüber hinaus darstellte. Dieser Krieg dauert bis heute an.
„Gleichzeitig erleben wir neue Krisen und Konflikte, zum Beispiel im Nahen und Mittleren Osten. Die Eskalation rund um die Straße von Hormus zeigt, wie verwundbar internationale Handelswege und globale Sicherheitsstrukturen geworden sind. Und wir alle spüren, wie die Entwicklungen in weit entfernten Regionen direkte Auswirkungen auf unser Leben hier in Deutschland haben: bei Energiepreisen, an der Zapfsäule oder bei den Lieferzeiten für bestimmte Produkte und Ersatzteile.“
In seiner Rede hob der Minister die zahlreichen Reformen, Gesetze und konkreten Investitionen der vergangenen Monate hervor: „Wir investieren so stark in unsere Streitkräfte wie schon lange nicht mehr. Wir bauen Fähigkeiten auf. Wir beschleunigen Beschaffung. Wir stärken unsere Reserve. Mit dem Neuen Wehrdienst bauen wir zugleich eine wichtige, wieder gebrauchte, benötigte Brücke zwischen Bundeswehr und Gesellschaft“.
Doch Verteidigungsfähigkeit sei nicht allein Aufgabe der Streitkräfte, sondern eine Aufgabe des ganzen Landes, der ganzen Gesellschaft. Deshalb schlage man am heutigen Tag der Bundeswehr eine Brücke in die Gesellschaft und öffne im ganzen Land die Tore unserer Kasernen. „Wir wollen den Menschen zeigen, wer sie schützt“, so der Minister.
Mit der Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Dr. Eva-M. Kern, und dem Präsidenten des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, Prof. Dr. Roland Börger, schritt der Minister die Formation ab
Bundeswehr/Marcus Rott
Der Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, stimmte die angehenden Offizierinnen und Offiziere auf ihre künftigen Aufgaben ein. Dabei appellierte er an ihre Verantwortung.
Bundeswehr/Tom TwardyDie frisch ernannten Offizierinnen und Offiziere werden künftig „führen, ausbilden, Entscheidungen vorbereiten und treffen und Vorbild sein. Es kommt auch auf Charakter, Haltung und Ihr Menschenbild an.“
Dafür seien Werte unverzichtbar: „Vergessen Sie nie den inneren Kompass unserer Bundeswehr: den Staatsbürger und die Staatsbürgerin, in Uniform. Unser Grundgesetz, unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und die Würde jedes einzelnen Menschen sind die Grundlage Ihres Dienstes. Diese Werte zu schützen und zu verteidigen – dafür tragen Sie künftig als Offiziere besondere Verantwortung, zu Land, zu Wasser und aus der Luft.“
Kurz vor Ende seiner Rede landeten militärische Fallschirmspringer der Luftlande-/Lufttransportschule Altenstadt auf dem Paradeplatz und überbrachten die Beförderungsurkunden aus der Luft.
Nach erfolgreichem Abschluss des Beförderungsappells nahm sich der Minister noch Zeit, um an verschiedenen Stationen beim Tag der Bundeswehr in den Austausch mit den Soldatinnen und Soldaten sowie den Besucherinnen und Besuchern zu gehen.
Ein militärischer Fallschirmspringer der Luftlande-/Lufttransportschule Altenstadt bei seiner Landungs auf dem Paradeplatz. Er überbrachte die Beförderungsurkunden aus der Luft.
Bundeswehr/Tom Twardy
Boris Pistorius suchte beim Tag der Bundeswehr 2026 an der Bundeswehr-Universität in München den Kontakt zu Besucherinnen und Besuchern und stand auch für Fotos zur Verfügung.
Bundeswehr/Tom Twardy