Inhalt

Coronat Mask 2026

Menschen in Schutzausrüstung besprühen Fahrzeuge an einem Flussufer

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Coronat Mask 2026

ABC-Abwehr der Bundeswehr trainiert mit NATO-Partnern

Im NATO-Verbund trainieren ABC-Abwehrkräfte der Bundeswehr komplexe Gefahrenlagen in Rumänien.

Bei der Übung Coronat Mask 2026 trainieren deutsche ABC-Abwehrkräfte gemeinsam mit NATO-Partnern komplexe ABC-Szenarien in Marineeinrichtungen. Eine besondere Herausforderung verbindet Coronat Mask 2026 mit der Übung Toxic Valley 2026: Erstmals wird ein echter Gefahrenstoff über drei Länder hinweg in ein mobiles Labor zur Analyse transportiert.

Unterwegs

Von Husum nach Mangalia

Militärische Fahrzeuge fahren in einer Kolonne auf einer Straße

Bundeswerh/Christopher Preloznik

Noch bevor die eigentliche Übung beginnt, wartet auf die deutschen ABC-Abwehrkräfte eine besondere Herausforderung: Mehr als 30 Fahrzeuge müssen von Husum bis an die Schwarzmeerküste gebracht werden. 400 bis 500 Kilometer legt die Kolonne dabei täglich zurück. Österreich und Ungarn sind die Etappen auf dem Weg zum Zielort Mangalia in Rumänien. Für die Fahrer bedeutet das: stundenlang höchste Konzentration, Abstände und Geschwindigkeit konstant halten sowie auf wechselnde Straßen- und Verkehrsverhältnisse reagieren. Unterstützt durch die Militärpolizei sind die Fahrzeuge teilweise in mehreren Kolonnen unterwegs. Die Mühe zahlt sich aus: Trotz der langen Strecke gibt es keinen einzigen Fahrzeugausfall.

Nach der Ankunft in Mangalia bleibt wenig Zeit zum Durchatmen. Material muss vorbereitet, die Fahrzeuge nach dem Marsch überprüft, Zelte müssen aufgebaut und der Gefechtsstand eingerichtet werden. Gleichzeitig beginnt die Abstimmung mit den rumänischen Partnern. Schon zu diesem Zeitpunkt ist ein erstes Teilziel der Übung erreicht: Die Verlegung zeigt, dass die Bundeswehr in der Lage ist, Kräfte über große Distanzen schnell zu verlegen und vor Ort nahtlos und integriert mit Bündnispartnern zusammenzuarbeiten. Doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor.

Am Hafen

Wenn Planung zu Realität wird

Zwei Militär-Lkw stehen hintereinander vor einem militärischen Schiff

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Dann wird aus den Vorbereitungen plötzlich Ernst – zumindest im Übungsszenario. Bei Coronat Mask 2026 wird ein Artikel-5-Szenario der NATO durchgespielt. Das bedeutet: Es kam zum Bündnisfall. Ein verbündeter NATO-Staat wurde angegriffen. Die deutschen ABC-Abwehrkräfte sind Teil eines multinationalen Verbands und werden dort eingesetzt, wo ihre besonderen Fähigkeiten gefragt sind.

In den Häfen von Mangalia und Constanța geht es um den Schutz landgestützter Einrichtungen der rumänischen Marine. Nach einem simulierten ABC-Vorfall müssen kontaminierte Soldatinnen und Soldaten sowie Fahrzeuge von Gefahrenstoffen befreit werden. Die deutschen Kräfte errichten dafür Dekontaminationsstraßen und arbeiten eng mit den rumänischen Kameradinnen und Kameraden zusammen.

Alarm

Dekontamination

Personen in militärischer Schutzausrüstung tragen eine rote Trage von Bord eines Schiffes

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Gleichzeitig schlägt ein zweites Szenario Alarm: Nach einem Angriff bricht im Hafen von Mangalia ein Feuer aus, Menschen sind eingeschlossen. Die militärischen Brandschutzkräfte rücken unter Vollschutz aus, um Verwundete aus dem Gefahrenbereich zu retten und zu versorgen. In Constanța wird die Aufgabe noch anspruchsvoller: Hier müssen die Brandschutzkräfte eine Person von einer kontaminierten Fregatte der rumänischen Streitkräfte retten. Die Person ist nach einem ABC-Angriff eingeklemmt. Sie muss befreit, geborgen und versorgt werden. Die Dekontamination aller Beteiligten und des Materials findet unmittelbar vor dem rumänischen Schiff statt, direkt am Kai.

Diese Übung ist ein echtes Pilotprojekt: Der Schutz maritimer Einrichtungen durch ABC-Abwehrkräfte – das sogenannte Harbour Protection Module – wird hier innerhalb der NATO erstmals in dieser Form erprobt. Was hat funktioniert, welche Verfahren haben sich bewährt und was muss angepasst werden? Die Erkenntnisse fließen in die weitere Konzeptentwicklung ein. 

Probe

Ab ins Labor

Ein Soldat und ein Mann im weißen Kittel hantieren an einem Behältnis aus Metall

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Während die Brandschutzkräfte und das Dekontaminationsteam an der Küste üben, läuft andernorts ein Einsatz, der höchste Präzision erfordert. Ein spezialisierter Probennahmetrupp des ABC-Abwehrregiments 750 wird nach einem simulierten ABC-Vorfall in den Raum Cincu gerufen. Die Probe eines realen Gefahrenstoffs muss genommen und zunächst vor Ort untersucht werden. Jeder Handgriff muss sitzen, bei der Probenahme darf nichts schiefgehen. Anschließend wird der Gefahrenstoff sicher verpackt und tritt eine außergewöhnliche Reise an: von Rumänien über Ungarn bis in die Slowakei zur Übung Toxic Valley. Dort wartet bereits ein mobiles Labor der Schule für ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben der Bundeswehr.

In dem Container verbirgt sich eine nahezu vollständige Laboreinrichtung. Ein kleines Team hochspezialisierter Fachkräfte übernimmt die Probe und führt die genaue Analyse durch. Erst hier lässt sich exakt bestimmen, um welchen Stoff es sich handelt. Das Ergebnis wird anschließend an die übergeordnete Führung weitergegeben – die genaue Kenntnis der Substanz ist essenziell, um die weiteren Maßnahmen der Kräfte vor Ort abzuwägen.

Ein Mann in medizinischer Kleidung steht vor einem Kasten mit medizinischen Geräten

Die Analyse von Gefahrenstoffen erfordert hochqualifiziertes Personal mit fundierter naturwissenschaftlicher Ausbildung. Im mobilen Labor verbinden die Spezialistinnen und Spezialisten wissenschaftliche Expertise mit moderner Analysetechnik.

Bundeswehr/Christopher Preloznik
Spezialisten

Leistungsfähige ABC-Abwehr

Bewaffneter Soldat in voller Schutzkleidung mit Maske steht vor einer Mauer

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Coronat Mask und die parallel stattfindende Übung Toxic Valley bildeten ein breites Spektrum der ABC-Abwehr ab: von der Verlegung über die Dekontamination bis zum Brandschutz. Die Übungen sind damit nicht nur ein Beleg dafür, was moderne ABC-Abwehr im Verbund leisten kann. Sie zeigen auch, wie eng Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Nationen zusammenarbeiten müssen, wenn nach einem ABC-Vorfall Erstmaßnahmen getroffen werden müssen und aus einer Probe innerhalb kurzer Zeit eine belastbare Grundlage für weitere Entscheidungen werden soll. Erstmals wurde der gesamte Weg von der Probenahme über den grenzüberschreitenden Transport bis zur Laboranalyse mit einem realen Gefahrenstoff erprobt.

Mehr zum Thema

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung