ABC-Abwehr der Bundeswehr
So schützt die Bundeswehr die Bundesrepublik vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen und Gefahren.
Mit echten Gefahrstoffen üben spezialisierte ABC-Abwehrkräfte aus Bruchsal und Höxter, um gemeinsam mit Spezialkräften der Bundeswehr bei Einsätzen in Laboren, Tunneln und Industrieanlagen Aufträge zu erfüllen. Der Dugway Proving Ground in Utah ist weltweit einzigartig.
Von atomaren, biologischen und chemischen Substanzen und Kampfstoffen geht im Ernstfall eine erhebliche Gefahr aus. ABC-Abwehr muss deshalb immer wieder intensiv trainiert werden.
Bundeswehr/Nadine Weiß
Das Szenario ist gespenstig. Man könnte den Dugway Proving Ground im US-Bundesstaat Utah mit einem Lost Place vergleichen. Denn im Zweiten Weltkrieg hatte die U.S. Army begonnen, Ortschaften aus verschiedenen Teilen der Welt nachzubilden, ähnlich einem Übungsdorf auf hiesigen Truppenübungsplätzen.
So ist die Anlage weltweit einzigartig und bietet eine Vielfalt unterschiedlicher Einsatzszenarien. Dort können die verschiedensten Einsatzszenarien der ABC-Abwehr beispielsweise in Bars, Hotels, Laboren und Tunnelanlagen geübt werden. Ein realistisches Umfeld für die spezialisierten Kräfte, wie die ABC-Abwehr-Züge Land und See aus Bruchsal und Höxter.
Innerhalb des speziellen Feldes der ABC-Abwehr gelten diese Teileinheiten der ABC-Abwehrregiments 750 und ABC-Abwehrregiments 7 noch einmal als besondere Expertinnen und Experten. Sie operieren mit den Spezialkräften der Bundeswehr gemeinsam in den Dimensionen Land und See.
Bewerberinnen und Bewerber für einen Dienst in den Spezialzügen absolvieren ähnliche Einstellungs- und Trainingsverfahren wie ihre Kameradinnen und Kameraden im Operationsverbund Spezialkräfte der Bundeswehr. Die „ABCisten“, wie sie in der Bundeswehr gerne genannt werden, bieten den Spezialkräften eine wissenschaftlich fundierte Beratung vor Ort. Mit dieser Beratung gehen Operationen in sensiblen Bereichen – beispielsweise Laboren, chemischen Produktionsstätten oder Kernkraftwerken – einher.
In hochkomplexen und aufwendigen Szenarien, die durch die Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben der Bundeswehr geplant und aufgebaut wurden, konnten in Utah spezialisierte Trupps atomare, biologische und chemische Verfahren üben. Im Schwerpunkt wurden hier Verfahren der Aufklärung trainiert. Die Dekontaminationskräfte des Spezial-ABC-Abwehr-Zuges bekamen ebenfalls die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen zu trainieren.
Die Soldatinnen und Soldaten der Spezial-ABC-Abwehr-Züge sind hochqualifizierte Spezialisten. Ihre Aufgaben stellen an die Soldatinnen und Soldaten besondere körperliche und mentale Anforderungen.
Bundeswehr/Nadine Weiß
Komplexe Verfahren verlangen intensives Training. Im US-Bundesstaat Utah finden spezialisierte Kräfte ideale Bedingungen dafür.
Bundeswehr/Nadine Weiß
Man hilft sich gegenseitig: Unterstützungskräfte sind eingespielte Teamplayer.
Bundeswehr/Nadine WeißDas Ausbildungsziel der Spezialistinnen und Spezialisten in Utah war es, das Wirken im Umfeld von Spezialkräften der Bundeswehr in einem ABC-Szenario unter realitätsnahen Einsatzbedingungen zu üben sowie eigene Verfahren und Abläufe zu überprüfen. So konnte das taktische und gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Vorgehen im Auftrag geschärft und verbessert werden.
Der Dugway Proving Ground erlaubt den Einsatz echter Gefahrstoffe, sodass die Soldatinnen und Soldaten ihre Fähigkeiten real zur Wirkung bringen konnten. Die Spezial-ABC-Abwehrzüge sind dazu unter anderem mit modernem Gerät ausgestattet und können hochmobil agieren – mit Spezialkräften auch hinter feindlichen Linien.
Alle Angehörigen eines Zuges sind entweder studierte Chemiker, Physiker und Biologen, oder – auf der Ebene der Feldwebel – Chemieltechniker-/meister oder gleichwertig ausgebildet. Die Soldatinnen und Soldaten haben ein entsprechendes Eignungsfeststellungsverfahren zur Feststellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit durchlaufen. Das ist wichtig im Zusammenspiel mit den spezialisierten und Spezialkräften des Heeres und der Marine. In Utah zeigte sich zudem, dass die Profis auch für große NATO-Partner wie die USA gefragte Ansprechpartnerinnen und -partner sind.
von Ralf Wilke E-Mail schreiben
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