Darum engagiert sich die Bundeswehr im Indopazifik
Die Bundeswehr engagiert sich für Sicherheit und Stabilität in der Region. Luftwaffe und Marine sind auch 2024 vor Ort präsent.
Von Juni bis September 2026 beteiligte sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr an der jährlichen internationalen Mission Pacific Partnership 2026. In Vietnam, Indonesien, Timor-Leste, Malaysia und auf den Philippinen tauschten sich die Fachkräfte mit internationalen Partnern zu medizinischer Versorgung und Katastrophenvorsorge aus.
Oberstabsarzt Sarah S. erhebt einen zahnmedizinischen Befund bei einem Patienten in Tacloban auf den Philippinen. Unterstützt wird sie von zahnärztlichem Personal der US Navy.
Bundeswehr/Florian Gugenhan
Im Mittelpunkt der Mission stand der Austausch der teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten zur medizinischen Versorgung und Katastrophenvorsorge. Ein grundsätzliches Verständnis für die Arbeitsweisen, Verfahren und Strukturen anderer Streitkräfte kann im Ernstfall entscheidend sein – denn in einem Krisen- oder Katastrophenfall muss die internationale Zusammenarbeit schnell und reibungslos funktionieren.
Daher standen der Einblick in die international unterschiedlichen Abläufe sowie die Diskussion und Anwendung verschiedener medizinischer Vorgehensweisen im Vordergrund der medizinischen Zusammenarbeit während Pacific Partnership 2026.
Die Sanitätskräfte der Bundeswehr kamen aus den Bereichen Zahnmedizin, Notfallmedizin und Tauchmedizin und konnten so ein sehr breites Portfolio an Themen einbringen. Die Zusammenarbeit mit den medizinischen Kräften der Gastgeberländer und weiterer Partnernationen bot viele Gelegenheiten, Versorgungsstrukturen vor Ort kennenzulernen, fachliche Fragen gemeinsam zu erörtern und die Zusammenarbeit für mögliche Krisenfälle zu stärken.
Das zahnmedizinische Team der Bundeswehr verdeutlichte durch seinen Beitrag, wie sich unmittelbare Hilfe und Gesundheitsaufklärung ergänzen. So konnte bereits unmittelbar vor Ort Expertise beigetragen werden, um gemeinsam mit lokalen Fachkräften die lokalen Gesundheitssysteme zu stärken.
Neben der praktischen Untersuchung von Patientinnen und Patienten teilte das Team sein Wissen und seine Erfahrung zur Zahngesundheit. Wo der Behandlungsbedarf akut war, wurden notwendige Zahnbehandlungen auch unmittelbar durchgeführt. Mobile zahnmedizinische Behandlungseinheiten ermöglichten zudem Menschen in ländlichen und abgelegenen Regionen den Zugang zur Versorgung.
Neben medizinischen Aufgaben beteiligten sich die deutschen Sanitätssoldatinnen und -soldaten auch an interkulturellen Begegnungen mit Teilnehmenden der Gastgebernationen und aus örtlichen Einrichtungen.
Stabsfeldwebel Regina W. (rechts) unterstützt Oberstabsarzt Sarah S. (links) bei der Behandlung eines Patienten als Teil eines multinationalen zahnmedizinischen Teams
Bundeswehr/Florian Gugenhan
Oberstabsarzt Florian G. (links) im Austausch mit einer anästhesiologischen Kollegin während einer Operation in einem kleinen Provinzkrankenhaus
Bundeswehr/Sarah Salomon
An der Seite von ärztlichem Personal der Host Nation und weiterer Partnernationen evaluiert Oberstabsarzt Florian G. (2.v.l.) Patientinnen und Patienten während einer öffentlichen Veranstaltung zur Gesundheitsvorsorge
Bundeswehr/Sarah SalomonIns Leben gerufen wurde Pacific Partnership nach dem verheerenden Tsunami im Dezember 2004, der – ausgelöst durch ein Erdbeben im Indischen Ozean – große Teile Süd- und Südostasiens verwüstete. Die internationale Hilfsaktion, auch unter Beteiligung der Bundeswehr, zeigte damals deutlich, wie wichtig eine schnelle und international abgestimmte Reaktion auf Katastrophen ist. Um die Zusammenarbeit und die Vorbereitung auf künftige Notlagen langfristig zu stärken, führte die US-Marine 2006 die erste Mission unter dem Namen Pacific Partnership durch.
20 Jahre später ist daraus eine enge Partnerschaft erwachsen. Die jährlich stattfindende Mission unter Federführung der US-Pazifikflotte bringt Streitkräfte und ziviles Fachpersonal aus verschiedenen Ländern mit den jeweiligen Gastgebernationen zusammen. Neben medizinischer Versorgung und Gesundheitsaufklärung gehören unter anderem Katastrophenvorsorge, technische Zusammenarbeit und der fachliche Austausch zum Programm. Ziel ist es, Fähigkeiten zur Katastrophenbewältigung auszubauen, die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zu festigen und im Ernstfall besser aufeinander abgestimmt handeln zu können.
von Florian Gugenhan E-Mail schreiben