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Bundeswehr für Sicherheit und Frieden im Indo-Pazifik

Fregatte Baden-Württemberg und EGV Frankfurt am Main auf hoher See

Bundeswehr

Indo-Pacific Deployment

Bundeswehr für Sicherheit und Frieden im Indo-Pazifik

Die Bundesrepublik stellt sich diesen Herausforderungen und zeigt Präsenz in der Region – auch mit der Bundeswehr.

Der Indo-Pazifik ist für Deutschland von immenser Bedeutung – schließlich ist die Bundesrepublik eine der größten Wirtschaftsnationen der Welt. „Der Indo-Pazifik ist eine der zentralen Regionen, wenn wir auf Sicherheit und Wohlstand im 21. Jahrhundert schauen“, stellte Verteidigungsminister Boris Pistorius beim Shangri-La-Dialog in Singapur 2023 fest. Der Minister unterstrich so noch einmal die sicherheitspolitischen Leitlinien zum Indo-Pazifik, die im September 2023 verabschiedet worden waren. Deutschland hat demnach großes Interesse an Sicherheit, Frieden und freien Seewegen in der Region.

Boris Pistorius Sebastian Wilke/Bundeswehr
„Eine Vernachlässigung dieser Region können wir uns nicht erlauben.“

Es geht Deutschland die Aufrechterhaltung der regelbasierten internationalen Ordnung im Indo-Pazifik. Die Bundesrepublik baut dafür konsequenterweise ihr sicherheitspolitisches Engagement vor Ort aus. Zum einen werden bestehende sicherheitspolitische Kontakte und die Zusammenarbeit mit den Partnern in der Region intensiviert. Zum anderen zeigt Deutschland durch die Teilnahme der Bundeswehr an Übungen der indo-pazifischen Partner auch militärisch Präsenz.

Keen Sword 2026 und Talisman Sabre 2025

Der Unterstützungsbereich der Bundeswehr übernahm diese Aufgabe 2026. Das Einsatzgebiet waren die japanischen Inseln. 100 Sanitätskräfte der Bundeswehr waren mit einem A400M-Transportflugzeug in Fernost, um die Versorgung und den Transport von Verwundeten zwischen der Insel Okinawa und der Hauptstadt Tokio zu trainieren. Neben den Abläufen in der Rettungskette standen dabei auch logistische Fragen im Zentrum des Übungsgeschehens, an dem neben Gastgeber Japan auch Kräfte aus den USA und den Niederlanden, aus den Philippinen und Neuseeland teilnahmen.

Engagement in 2024

2024 hält die Bundeswehr gemeinsam mit ihren Partnerstaaten zwei Übungsreihen im Indo-Pazifik ab. Zum einen übt die Luftwaffe in der Reihe Pacific Skies. Dazu fliegen unter anderem Eurofighter und Tornados über den Atlantik nach Kanada. Anschließend geht es weiter nach Alaska, wo bei Arctic Defender der Luftkampf mit bis zu 60 Flugzeugen internationaler Partner geübt wird.

Anschließend überqueren die Eurofighter den Pazifik und üben bei Nippon Skies zusammen mit der japanischen Luftwaffe. Hier wollen die Piloten die Verfahren der japanischen Selbstverteidigungskräfte kennenlernen. Bei Pitch Black im Anschluss stehen Übungen mit der australischen Luftwaffe auf dem Programm, bevor die Eurofighter bei RIMPAC zusammen mit der Deutschen Marine auf Hawaii üben. Zuletzt fliegen die Luftwaffenpiloten zusammen mit den Luftstreitkräften Indiens: mit der Übung Tarang Shakti 1 schließt die Übungsreihe Pacific Skies ab.

Die Marine nimmt mit der Fregatte „Baden-Württemberg“ und dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ an der Übung RIMPACRim of the Pacific teil. Die beiden Marineschiffe nehmen die lange Reise auf sich, um an gemeinsamen Übungen mit den USA teilzunehmen, wie beispielsweise dem Schießen mit Flugkörpern im Seegebiet bei Hawaii. Auch die Jagd auf U-Boote und das Bekämpfen von Zielen an Land wird geübt.

Engagement von 2021 bis 2024

Die Bundeswehr war schon zuvor immer wieder im Indo-Pazifik unterwegs. Gleich zwei Übungsreihen wurden 2024 abgehalten. Die Luftwaffe flog mit Eurofighter- und Tornado-Kampfflugzeugen nach Kanada und weiter nach Alaska, wo eine Luftkampfübung mit 60 beteiligten Flugzeugen stattfand. Nach Visiten in Japan und Australien ging es nach Hawaii, wo sich die Luftwaffe zusammen mit der Fregatte „Baden-Württemberg“ und dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ an der US-Übung RIMPAC beteiligte.

2023 war das Heer schon einmal für die Übung Talisman Sabre in Australien gewesen, um mit den Partnern zu trainieren. Bereits im Sommer 2022 hatte die Luftwaffe gezeigt, dass Kampfjets aus Deutschland binnen eines Tages in den Indo-Pazifik verlegen können, und dann an Luftkampfübung Pitch Black teilgenommen. 2021 hingegen hatte die Marine Flagge in der Region gezeigt: Die Fregatte „Bayern“ lief auf ihrer Route die Häfen zahlreicher Partnernationen im Indo-Pazifik an und brachte dabei rund 43.000 Seemeilen hinter sich.

Hintergrund

Der Indo-Pazifik-Raum ist ein ökonomischer Hotspot. Wirtschaftsdaten zeigen das ganz klar. Mit den USA, China und Japan sind die drei stärksten Wirtschaftsnationen der Welt Pazifikanrainer. Wichtige BRICSBrasilien, Russland, Indien, China und Südafrika-Staaten wie Indien und Russland sind ebenfalls Anrainer.

Fast 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung werden heute im Indo-Pazifik generiert. Dasselbe gilt für etwa zwei Drittel des weltweiten Wirtschaftswachstums. Und da rund 90 Prozent des Welthandels auf dem Seeweg abgewickelt werden, kommt dem Indo-Pazifik auch als Wirtschaftsroute überragende Bedeutung zu. Allein durch die Straße von Malakka läuft etwa ein Viertel des maritimen Welthandels. 

Aber der Indo-Pazifik ist auch eine Region massiver geopolitischer Konflikte. Vor allem die Volksrepublik China versucht seit vielen Jahren, ihre Machtposition im Pazifikraum auf Kosten verschiedener Nachbarstaaten auszubauen. Mit dem Aufschütten unbewohnter Eilande etwa im Südchinesischen Meer hat China militärische Basen außerhalb seines Hoheitsgebietes geschaffen und provoziert damit Konflikte um Seewege, Bodenschätze und Fischereirechte. Das gefährdet den Frieden in der Region und auch die Sicherheit der internationalen See- und Handelswege.

Hinzu kommt, dass viele der bevölkerungsreichen und dynamisch wachsenden Staaten im Indo-Pazifik seit Jahren untereinander Grenzkonflikte austragen. Die Spannungen zwischen China und Indien haben schon mehrfach zu militärischen Auseinandersetzungen geführt. Auch zwischen Pakistan und Indien droht ständig eine Eskalation. Dass die genannten Länder und inzwischen wohl auch Nordkorea Atomwaffen besitzen, macht die Situation noch brisanter: Erhebliche Wachstumschancen und eine dynamische gesellschaftliche Entwicklung einerseits, latente Kriegsgefahr andererseits.

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