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CIMIC Quadriga 2026

Zivil-militärische Zusammenarbeit muss reibungslos funktionieren

Landes- und Bündnisverteidigung

Zivil-militärische Zusammenarbeit muss reibungslos funktionieren

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Mit CIMIC Quadriga 2026 läuft in Niedersachsen ein multinationales Trainingsvorhaben zur zivil-militärischen Zusammenarbeit in der Landes- und Bündnisverteidigung. Die Bundeswehr und Partnerstreitkräfte aus 27 Nationen stimmen dabei gemeinsam mit Behörden, Hilfsorganisationen und weiteren zivilen Akteuren ihre Abläufe für komplexe Krisenszenarien und den Ernstfall ab.

Begrüßungsszene zwischen zivilen und militärischen Personen vor dem Eingang eines Krankenhauses.

Im Ernstfall wird viel Personal der Bundeswehrkrankenhäuser an der Front die Truppe versorgen. Den zivilen Krankenhäusern kommt deshalb in der Bündnisverteidigung eine erhöhte Bedeutung in der Versorgung der Bevölkerung, aber auch der Verwundeten zu.

Bundeswehr/Susanne Hähnel


Ortstermin beim Energieversorger einer deutschen Großstadt. Das Unternehmen versorgt mehr als eine halbe Million Menschen der Region mit Elektrizität und Gas. Auch in einem Krisenfall wie diesem, der auf der Übung CIMIC Quadriga durchgespielt wird: Gegnerische Kräfte haben die Leitungen des zivilen, städtischen Betriebs angegriffen und gestört. Die Bevölkerung ist über diese angespannte Lage hinaus verunsichert und nervös. Wie reagiert man am besten auf die Sabotage? Wie lassen sich weitere Aktionen wirkungsvoll verhindern?

Fragen wie diese bespricht das Tactical CIMIC Team, kurz TCT, mit den Entscheidungstragenden direkt vor Ort. Die militärischen Spezialistinnen und Spezialisten stimmen sich eng mit ihren zivilen Ansprechpartnerinnen und -partnern ab, um die Anlagen zu schützen und genau dies in die militärische Operationsplanung mit einzubinden. CIMIC Quadriga 2026 verdeutlicht damit die Bedeutung gesamtstaatlicher Resilienz und eines engen Zusammenwirkens militärischer und ziviler Akteure.

Was wird bei CIMIC Quadriga trainiert?

Im Mittelpunkt von CIMIC Quadriga 2026 steht, wie die Streitkräfte mit staatlichen Stellen, Einsatzkräften in Blaulichtorganisationen und gesellschaftlichen Strukturen unter veränderten Sicherheitsbedingungen koordiniert handeln können. Geübt werden unter anderem gemeinsame Lagebilder, Kommunikationswege, Unterstützungsleistungen und Entscheidungsprozesse – insbesondere im Übergang von Friedenszeiten zu Spannungs- oder Bündnisfällen.

Das Übungsszenario, welches das Kommando Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr entworfen hat, ist darauf ausgelegt, die deutschen und internationalen TCTs zu schulen. „Unsere Abstimmung und Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn man sie übt und sich gegenseitig kennt“, sagt Oberstleutnant Sebastian B.* Der Stabsoffizier hat CIMIC Quadriga 2026 mit seinem Team geplant und verfolgt das Geschehen aus der Zelle „Planung“. Von dort erhalten die Teams ihre Aufträge und treffen vor Ort auf Vertreterinnen und Vertreter der Kreis- und Bezirksverbindungskommandos in den Landeskommandos. Das sind Soldatinnen und Soldaten, die aus der Region stammen und im Katastrophen- oder Kriegsfall die zivilen Krisenstäbe unterstützen. Sie sind deren Ansprechpartnerinnen und -partner und stellen den Kontakt mit den TCTs her.

Zwei Soldaten vor einer Lagekarte

In der Zelle „Planung“ laufen die Fäden von CIMIC Quadriga 2026 zusammen

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Gespräch in einem Konferenzraum

Der Auftrag lautet „Miteinander reden“: Die Tactical CIMIC Teams der Streitkräfte und die Entscheidungstragenden der zivilen Unternehmen, der Blaulichtorganisationen und der Behörden stimmen das Vorgehen immer wieder gemeinsam ab

Bundeswehr/Susanne Hähnel

Groß angelegte Übung

CIMIC Quadriga ist Teil der Übungsserie Quadriga 2026, mit dem Deutschland und seine NATO-Partner ihre Einsatz- und Verteidigungsfähigkeit unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren. Beteiligt sind neben den Streitkräften unter anderem Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Kliniken, kommunale Verwaltungen und weitere Partner. Ziel ist es, Zuständigkeiten zu verzahnen und die Zusammenarbeit zu erproben.

Ein Szenario der Übung spielt im Kreiskrankenhaus in Großburgwedel. Die Einrichtung zählt zur kritischen Infrastruktur, welche besonders schützenswert ist. Die Klinik nimmt zusätzlich zu den zivilen Patientinnen und Patienten im Ernstfall auch Verwundete der Bundeswehr und ihrer Verbündeten auf. In einem Ernstfall sind das schnell mehrere hundert oder gar mehr. Darauf müssen alle Beteiligten vorbereitet sein. Zusammen mit den TCTs sprechen sie genau diese Situation durch. 

Für Oberst Stefan Hofmeier, Kommandeur des Kommandos Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr im niedersächsichen Nienburg, ist klar: „Landes- und Bündnisverteidigung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie gelingt nur, wenn Streitkräfte, Behörden, Unternehmen und weitere zivile Partner eng zusammenarbeiten. Militärische Lösungen allein führen nicht zum Ziel.“ Für Hofmaier biete CIMIC Quadriga 2026 hierfür einen einzigartigen multinationalen Übungsrahmen, der auch zur Abschreckung diene.

*Name zum Schutz der Person abgekürzt

von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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