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Feiertag

Schawuot - Jüdinnen und Juden weltweit begehen Wochenfest

Jüdische Militärseelsorge
hebräische Buchstaben in einer Thora-Rolle

Ausschnitt aus der Thora: An Schawuot wird die ganze Nacht über mit der Thora und anderen religiösen Texten gelernt.

Pexels/gemeinfrei

An Schawuot (hebräisch: Wochen)(1), dem „Wochenfest“, feiern Jüdinnen und Juden weltweit den Empfang der Thora am Berg Sinai. Das Fest wird als Wochenfest bezeichnet, weil es sieben Wochen nach Pessach, als Vollendung der siebenwöchigen, siebenmal siebentägigen Omerzeit, gefeiert wird. Die Omerzeit ist eine Zeit, in der sich Juden um ethische Vervollkommnung bemühen, um für den Empfang der Thora würdig zu sein.

Erntedank- und Wallfahrtsfest (2)

Das Fest ist zunächst ein Erntedank- und Wallfahrtsfest, da zu diesem Zeitpunkt im Mai und Juni der erste Weizen in Israel geerntet wird. Zu biblischen Zeiten wurden deshalb Opfergaben, die aus den Erstlingen der Ernte bestanden, zum Tempel von Jerusalem gebracht und dort durch die Priester geopfert. Insbesondere wurden im Jerusalemer Tempel zwei Weizenbrote geopfert, die aus dem Mehl der neuen Ernte hergestellt worden waren. Auch die Erstlinge anderer landwirtschaftlicher Produkte durften erst von Schawuot an als Opfer dargebracht werden. An dieses mit dem bäuerlichen Leben verknüpfte Fest der Erstlinge erinnert noch heute der Brauch, zu Schawuot die Synagogen mit frischem Grün und mit Blumen auszuschmücken.

Fest der Gesetzgebung (3)

Von weit größerer Bedeutung ist der religiös-historische Inhalt des Wochenfestes geworden. Nach der talmudischen Überlieferung ist Schawuot die Zeit des Empfangs der Thora, insbesondere der Verkündung der zehn Gebote (zehn Worte) am Berg Sinai, des ersten umfassend formulierten Sittengesetzes in der Geschichte der Menschheit. Auf der Anerkennung dieser Gebote durch die Israeliten beruht der Bund zwischen Gott und dem Volk, das von Gott erwählt wurde, einen besonderen Auftrag zu erfüllen: die göttlichen Gebote zu befolgen und sie in der Welt zu verbreiten. 

Vorschriften und Bräuche

In der Synagoge werden an diesem Fest insbesondere die Zehn Gebote und das Buch Ruth gelesen. Zu den Bräuchen von Schawuot gehört es, milchige Speisen zu essen. Eine Erklärung dafür ist, dass die Thora die Quelle des Lebens darstellt wie die Milch für den Säugling. Besonders typisch ist für dieses Fest der Käsekuchen. Ferner wird in der Nacht zu Beginn des Festes Thora gelernt.

Vgl. u.a. Heinrich Simon, Jüdische Feiertage, Hentrich und Hentrich, Berlin, 2003.

(1) Vgl. 2. Buch Mose/Exodus 34,22; 5. Buch Mose/Deuteronomium 16, 10.
(2) Vgl. 4. Buch Mose/Numeri 28,26 – 28,31; 5. Buch Mose/Deuteronomium 16,10-11; 3. Buch Mose/Levitikus 23,17-21.
(3) Vgl. 2. Buch Mose/Exodus 19,1 - 20,23.

 

Schawuot im Militärrabbinat

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